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Döbeln Endlich: Schnell unterwegs mit zehn Gigabit pro Sekunde
Region Döbeln Endlich: Schnell unterwegs mit zehn Gigabit pro Sekunde
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18:29 12.10.2018
Könnte schneller gehen im Internet – mit glasfasergestützten Breitband-Lösungen. In Leisnig geht’s jetzt los – im Gewerbegebiet Nord-West. Quelle: dpa-tmn
Leisnig,

Nun geht das Unternehmen Envia Tel nahe Leisnig in Mittelsachsen die Breitband-Offensive: Es bietet Internetverbindungen an mit der unfassbar hohen Übertragungsgeschwindigkeit von zehn Gigabit pro Sekunde auf Glasfaserbasis an. Angesichts der Tatsache, dass im Landkreis Mittelsachsen derzeit gegen die Unterversorgung mit schnellem Internet angekämpft wird, hört sich diese Übertragsrate extrem utopisch an.

Wer braucht so schnelle Netz?

Zehn Gigabit, das sind umgerechnet 10 000 Megabit pro Sekunde. Die Daten sind in diesen Leitungen also 300mal schneller unterwegs als sonst in und um Leisnig. Bedeutet: Die Leitungen transportieren in der Sekunde ein 300mal größeres Datenvolumen. Wer braucht das eigentlich?

Leisnig bekommt richtig schnelles Internet: Im Gewerbegebiet liegen Glasfaserleitungen an, die eine Übertragungsrate von bis zu zehn Gibabit pro Sekunde erlauben. Quelle: Sven Bartsch

Informationen zu Glasfaserausbau

Axel Schumann, Bereichsleiter Vertrieb beim Unternehmen Envia Tel, hat die schnelle Antwort: „Unternehmen“. Deshalb schickt Envia Tel am Dienstag, 16. Oktober, ein Beratungsmobil nach Leisnig. An der Kreuzung Gorschmitzer Weg, Kreuzung Kerastraße können sich Unternehmer sowie Gewerbetreibende von 10 bis 12 Uhr über Glasfaserausbau sowie Produkte und Tarife informieren. Envia-Tel-Mitarbeiter sprechen in dem Zusammenhang vom „Gewerbecluster Colditzer Straße“.

Rund ums Gewerbegebiet bleibt es mau

Dabei handelt es sich um das Gebiet rund um Leisnig, wo Leitungen für derart hohe Übertragungsgeschwindigkeiten anliegen. Dorthin wurden sie entlang der Colditzer Straße gezogen. Ein Blick in den Breitbandatlas des Bundes, aufgestellt vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), verrät: In und um Leisnig sieht es, wie auch sonst in Mittelsachsen, mit der Internet-Versorgung meistenteils mau aus.

Mancherorts weiße Flecken

Im Stadtgebiet stehen kaum Leitungen für Übertragungsraten mit 30 Megabit pro Sekunde zur Verfügung, vielerorts nicht einmal das. In Dorfregionen verzeichnet die Internetlandkarte ausgedehnte weiße Flecken. Die sächsische Förderrichtlinie „Digitale Offensive Sachsen“ will der Unterversorgung mit schnellem Internet entgegen wirken.

Für Förderung noch zu schnell

Nach deren jüngster Novellierung wird der Breitbandausbau zu hundert Prozent gefördert. Dies gilt für Gegenden mit Übertragungsgeschwindigkeiten von weniger als 30 Megabit pro Sekunde, wenn dort die Kommunen selbst aktiv werden. Und auf diesem niedrigen Niveau befindet sich Leisnig derzeit gerade.

Bündnisgrüne: Freistaatförderung ungenügend

Die netzpolitische Sprecherin der Bündnisgrünen im Sächsischen Landtag, Claudia Maicher, hält die Offensive für eine ausreichende Breitbandversorgung für zu schwach. Der Freistaat müsse mehr und in höhere Übertragungsraten investieren, damit Sachsen nicht bei fortschreitendem Digitalisierungsniveau bald wieder ins Hintertreffen gerät.

Envia-Tel-Sprecher: Schnelles Internet elementar für Wirtschaft

„Weil eine gute Breitbandversorgung heute zu den elementaren Bestandteilen im wirtschaftlichen Leben zählt, wurde das Unternehmen Envia Tel aktiv“, so Axel Schumann. Im Zuge der Bauarbeiten in den Jahren 2017 und ’18 für ein neues Stromnetz, unter anderem mit neu in die Erde verlegten Stromleitungen, wurden auch Kabel für die Telekommunikation beziehungsweise Glasfaserkabel für Internet verlegt, unter anderem dafür die Mulde nahe Fischendorf untergraben.

Privatkunden surfen weiter im Schneckentempo

Davon können jetzt die Unternehmer und Gewerbetreibenden im Leisniger Gewerbegebiet profitieren. Privatkunden sind vorerst weiter im Schneckentempo im Netz unterwegs – bis zu einer Breitbandoffensive, die diese Bezeichnung tatsächlich verdient.

Von Steffi Robak

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