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Erst im TV – jetzt beim Fiskus in der Kreide: Döbelner Familie droht deftige Nachzahlung

Escher soll helfen Erst im TV – jetzt beim Fiskus in der Kreide: Döbelner Familie droht deftige Nachzahlung

Familie Richter aus Knobelsdorf muss um ihre Existenz bangen. Das Finanzamt verlangt eine Steuernachzahlung von rund 160000 Euro. Der Bescheid traf die Richters völlig unerwartet. Verzweifelt suchten sie die Unterstützung des Journalisten Peter Escher, der bei rechtlichen Problemen seine Hilfe anbietet und nun gemeinsam mit den Richters an die Öffentlichkeit geht.

Der Eigentümer ist seit Jahren zu krank, um sich um seinen Hof in Knobelsdorf kümmern zu können.

Quelle: Sven Bartsch

Knobelsdorf. Helfried Richter, seine Schwester Annerose und deren Tochter Lisa aus Knobelsdorf müssen um ihre Existenz bangen. Das Finanzamt verlangt eine Steuernachzahlung von rund 160 000 Euro. Ein Betrag, den die kleine Familie einfach nicht stemmen kann. Der Bescheid traf die Richters im November 2015 völlig unerwartet. Verzweifelt suchten sie die Unterstützung des Journalisten Peter Escher, der mit seinem Projekt „Escher hilft“ bei rechtlichen Problemen seine Hilfe anbietet und nun gemeinsam mit den Richters an die Öffentlichkeit geht.

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Lisa Richter versucht mit Hilfe von Anwalt Thomas Dahmen und Journalist Peter Escher die Durchsetzung des Steuerbescheids abzuwenden.

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Bis vor acht Jahren gab der Hof von Helfried Richter alles andere als ein gutes Bild ab. Ein marodes Dach, kaputte Hiezungen und herumliegendes Gerümpel prägten den Alltag der Familie. Durch eine schwere Lungenkrankheit gezeichnet, kann sich Helfried Richter nicht mehr angemessen um seinen Hof kümmern. Schwester Annerose und Nichte Lisa pflegen den Schwerkranken. Aus dieser schwierigen Situation heraus wendete sich Lisa an den Fernsehsender RTL, um sich bei „Einsatz in 4 Wänden“ zu bewerben – ein Format, in dem sich ein Team um heruntergekommene und halbfertige Häuser kümmert. Der Sender erhörte Lisas Hilferuf und schickte schließlich im Jahr 2008 die Arbeiter ans Werk. „Wir haben uns so gefreut, dass das Haus renoviert wurde und wenn wir das Geld dafür gehabt hätten, hätten wir das ja auch alles selber gemacht. Es war nie die Rede von irgendwelchen Zahlungen. Es hieß immer, die Renovierung sei kostenlos, sonst hätten wir uns darauf auch nicht eingelassen“, erklärt die heute 24-jährige Lisa Richter. Jetzt bekommt die Familie die Spätfolgen der Aktion zu spüren, da das Finanzamt die durch das RTL-Format in den Hof geflossenen Mittel offenbar als Einkünfte betrachtet.

„Wir haben sofort mit der Produktionsfirma MME aus München Kontakt aufgenommen. Die hätte darauf hinweisen müssen, dass noch finanzielle Forderungen auf Familie Richter zukommen können“, so Peter Escher am Freitagmittag. „Die Produktionsfirma wird ebenfalls von zahlreichen Fachjuristen unterstützt, man hätte diese Folgen daher dort vorher abschätzen und so vielleicht eine pauschale Regelung mit dem Finanzamt vereinbaren können“ hält der eingeschaltete Anwalt Thomas Dahmen fest. Zumal es in der Vergangenheit bereits bis zu acht ähnliche Fälle gegeben haben soll, in denen Teilnehmer sogenannter Helferformate wie “Einsatz in 4 Wänden“ im Anschluss mit zusammenhängenden Zahlungsaufforderungen konfrontiert wurden. Dahmens Ziel sei es jetzt, die Forderung des zuständigen Finanzamts in Döbeln vom Tisch zu bekommen und die Durchsetzung des Bescheids abzuwenden. Dazu läge es vor allem daran, der Behörde die sozialen und finanziellen Umstände der Familie deutlich zu machen. Bleibt in dieser Sache der Erfolg aus, kann die Angelegenheit im schlimmsten Fall vor Gericht landen und eine Versteigerung des Hofes nach sich ziehen. Geklärt werden muss zudem, wie sich die Summe im Detail zusammensetzt, auf deren Basis die Nachzahlungsforderung fußt. Warum überhaupt erst Jahre später Forderungen laut werden, bleibt ebenfalls unklar. „Oft sind Betriebsprüfungen der Auslöser. Die Hintergründe kenne ich jedoch auch nicht“, gibt Thomas Dahmen zu Protokoll. Das Finanzamt Döbeln war am Freitagnachmittag für keine Stellungnahme mehr zu erreichen.

Peter Eschers Projekt „Escher hilft“ finden Sie im Internet unter www.escherhilft.de

Von André Pitz

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