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Döbeln Erst verpfiffen, dann angeklagt: Junge Etzdorferin steht wegen Crystal vorm Kadi
Region Döbeln Erst verpfiffen, dann angeklagt: Junge Etzdorferin steht wegen Crystal vorm Kadi
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Eine junge Frau aus Etzdorf stand wegen Crystal vorm Jugendgericht. Es ging glimpflich aus. Quelle: Wolfgang Sens (LVZ/DAZ)
Etzdorf/Döbeln

Vom Meth ist sie weg. Hat eine Entziehungskur gemacht und geht noch immer regelmäßig zur Suchtberatung. Auch Arbeit hat die junge Frau aus Etzdorf. Aber jetzt holte sie ihre Crystal-Vergangenheit ein. Weil ein Dealer aus Nordsachsen unbedingt umfassend aussagen musste, als er selbst aufgeflogen war. So bezichtigte er die Etzdorferin, sie habe bei seinem besten Kumpel Stoff gekauft.

Ein Fall für den Jugendrichter

„Zwischen Mai und Oktober 2016 kaufte die Angeklagte 25 Wochen lang jeweils 0,5 Gramm Methamphetamin bei Thomas R. in Belgern.“ Staatsanwalt Thomas Zahm legte der jungen Frau daher zur Last, sich in 25 tatmehrheitlichen Fällen eines Vergehens nach Paragraph 29 Betäubungsmittelmittelgesetz strafbar gemacht zu haben. Weil sie zum Tatzeitpunkt zwischen 18 und 21 Jahre alt war, gilt sie rechtlich als Heranwachsende. Jugendrichter und Amtsgerichtsdirektor Lutz Hasselmann verhandelte die Anklage nun im Amtsgericht Döbeln.

Ende einer Männerfreundschaft

Die junge Frau schwieg zunächst zu den Tatvorwürfen, was ihr gutes Recht ist. Aus Torgau war ein Beamter der Kripo erschienen. Er hatte gegen den Dealer und seinen Kumpel – den Informanten – ermittelt. „Er hat gegen den R. ausgesagt und dabei auch Personen angegeben, die bei ihm gekauft haben“, sagte der Beamte. Darunter sei auch die Angeklagte gewesen. Die beiden Männer seien einst die besten Freunde gewesen. „Dann belastete er ihn und auch sich selbst“, schilderte der Polizist das Ende dieser Männerfreundschaft. „Seine Angaben entsprachen immer der Wahrheit. Wir fanden das Rauschgift an den Stellen in der Wohnung, die er uns vorher genannt hatte“, sagte der Drogenfahnder über die Qualität der Angaben des Informanten.

Einstellen statt verurteilen

Den hatte Richter Lutz Hasselmann eigentlich als Zeugen geladen. Aber der ließ das Gericht per Brief wissen, dass er auf Montage sei. Gerne käme er zu einem Termin zu Gericht, könne aber zu den ganzen Sachverhalten nicht viel sagen, da dies lange zurück liegt. Der Vorsitzende ließ durchblicken, auf den Zeugen verzichten zu können und stellte in den Raum, das Verfahren nach Paragraph 47 Jugendgerichtsgesetz einzustellen. Dem stimmte auch der Staatsanwalt grundsätzlich zu, ihm fehlte jedoch ein Geständnis. Die Angeklagte hatte bereits der Jugendgerichtshilfe (JGH) die Tatvorwürfe eingeräumt und Reue gezeigt, ging aus dem Bericht der JGH hervor. Wenn sie 150 Euro an die Diakonie zahle, könne man das Verfahren beenden, bot der Richter der jungen Frau schließlich an. Sie stimmte zu, ebenso der Staatsanwalt. Ohne Urteil mit Schuldspruch gilt die Heranwachsende in dieser Angelegenheit weiter als unschuldig – wenn sie die 150 Euro Geldauflage bezahlt. Wäre sie über 21 Jahre alt und damit erwachsen, wäre sie aus der Nummer womöglich nicht so billig herausgekommen.

Von Dirk Wurzel

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