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Döbeln Erstaufnahme in Döbeln: 400 Flüchtlinge auf zwei Hallen verteilt
Region Döbeln Erstaufnahme in Döbeln: 400 Flüchtlinge auf zwei Hallen verteilt
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21:08 22.10.2015
Mitarbeiter des Wachschutzes gestern an der Schranke der Objekt-Zufahrt an der Eichbergstraße in Döbeln. Quelle: Sven Bartsch
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Döbeln

Frauen und Männer mit Akten unter den Armen betreten das Gelände. Auf einem Aktenordner steht "EAE Döbeln" für Erstaufnahmeeinrichtung und "Interim", was "Vorübergehend" bedeutet. Transporter des Deutschen Roten Kreuzes rollen an und dürfen passieren.

Eile ist tatsächlich geboten: "Voraussichtlich am späten Montagabend sollen die ersten Flüchtlinge in der Döbelner Erstaufnahmeeinrichtung eintreffen", sagt Ingolf Ulrich, stellvertretender Sprecher der Landesdirektion Sachsen, auf Anfrage. "Die Landesdirektion ermöglicht vorher eine öffentliche Begehung der Unterkunft", ergänzt Ulrich. Wann und wie das möglich sein wird, darüber wolle die Behörde noch rechtzeitig informieren. Mit der Begehung folgt die Landesdirektion unter anderem einem Vorschlag des Döbelner Oberbürgermeisters Hans-Joachim Egerer (CDU), der eine solche angeregt hatte. Den Anrufen in der DAZ-Redaktion zufolge interessieren sich auch viele Döbelner dafür, wie es gelingt, ehemalige Betriebsgebäude in so kurzer Zeit zu einer Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge umzufunktionieren.

Ingolf Ulrich bestätigt, dass das deutsche Rote Kreuz die Betreuung der Flüchtlinge übernimmt. Der DRK-Landesverband Sachsen, der Kreisverband Muldental und das technische Hilfswerk arbeiten zusammen, um die Unterkünfte für die Aufnahme von Asylbewerbern auszustatten. Zur notwendigen Betreuung der Menschen sagt der Landesdirektions-Sprecher: "Zielgröße ist eine Vollkraft pro 13 Bewohner. Bei 400 Flüchtlingen wären also 31 Helfer notwendig. In den ersten Tagen wird diese Zielgröße voraussichtlich nicht erreichbar sein." Ingolf Ulrich gibt damit gleichzeitig die Antwort auf derzeit in Döbeln kursierende Gerüchte. Wie von Beginn an von der Landesdirektion Sachsen informiert, soll die Kapazität der Einrichtung 400 Plätze betragen. Neu ist, dass diese laut Landesdirektion auf zwei der ehemaligen Autoliv-Hallen verteilt sein werden. Die Gerüchte-Verbreiter, darunter die Gruppe "Döbeln wehrt sich - Meine Stimme gegen Überfremdung" beschreiben hingegen ganz andere Szenarien und tragen somit zu einer Verunsicherung der Döbelner bei. So ist zum Beispiel in fragwürdigen Facebook-Einträgen von 1800 Flüchtlingen verteilt auf drei Hallen die Rede.

Zudem schüren die Asyl-Gegner Angst, in dem sie verbreiten, es würden "Problemflüchtlinge", also "auffällig gewordene Asylbewerber" in die Döbelner Erstaufnahmeeinrichtung kommen. Ingolf Ulrich von der Landesdirektion Sachsen weist solche Behauptungen entschieden zurück: "Die Landesdirektion Sachsen verfügt derzeit über 35 Unterbringungsobjekte, verteilt über den ganzen Freistaat, mit einer Kapazität von rund 14.000 Plätzen. Es gibt darunter keine einzige Einrichtung für auffällig gewordene Asylbewerber und es ist auch keine solche Einrichtung geplant. Die Asylbewerber werden so untergebracht, wie bei deren Ankunft im Freistaat Sachsen freie Kapazitäten vorhanden sind."

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