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Erste Premiere Theater Döbeln: Professor macht Blumenmädchen zur Lady

Erste Premiere Theater Döbeln: Professor macht Blumenmädchen zur Lady

Es ist eine einfache Rechnung: "-wenn Spaniens Blüten blüh'n", dann grünt es nicht nur so grün, sondern dann strömt das Publikum auch in Massen ins Theater.

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Das Rezept für ein gelungenes Theaterstück? Ein snobistischer Professor, ein Blumenmädchen, das zur Lady wird und viel Berliner Dialekt.

Quelle: Theater

Döbeln. Ausverkauft war am Sonnabend die Premiere von "My Fair Lady" - der ersten Produktion im wieder eröffneten Döbelner Haus. Und selbst für die Folgeaufführungen gehen die Karten inzwischen zur Neige: Die Reduzierung der Kapazität des Theatersaales erweist sich als geschickter Schachzug.

Die auf George Bernhard Shaws "Pygmalion" fußende Geschichte vom snobistischen Professor, der ein simples Blumenmädchen zur Lady veredelt, gehört seit gefühlten Ewigkeiten zu den Dauerbrennern auf den Bühnen der Welt. Denn die Autoren haben dem ungleichen Paar 1956 jede Menge Sprachwitz auf den Leib geschneidert, der allein schon die halbe Miete eines Theaterabends ausmacht.

Für eine Inszenierung bleiben da letztlich nur zwei Grundfragen: Wie geht das Ganze aus? Vertraut man Shaws kritischem Blick und verweigert das Happy End (was zweifellos logisch wäre), oder lässt man die beiden doch in Hollywood-Manier zueinander kommen? Und zweitens: In welcher Zeit und an welchem Ort spielt die Geschichte eigentlich, die im London des frühen 20. Jahrhunderts angesiedelt ist, ihre Beliebtheit in Deutschland aber vor allem der genialen Übersetzung mit "Berliner Schnauze" verdankt?

Um es vorweg zu nehmen: In Döbeln kriegen sich die beiden, und hier berlinert man zeitlos in einem Londoner Büro, das einerseits mit Flachbildschirmen und Computer aufwartet und andererseits ein Telefon offenbart, das noch von Bell selbst geschaffen sein könnte. Viel mehr gibt es zur Inszenierung auch nicht zu sagen, denn Regisseur Jürgen Pöckel lässt die Geschichte meist laufen und vertraut der sensiblen musikalischen Führung von Ido Arad ebenso wie den neckischen Choreografien von Martina Morasso.

Das wiederum schafft Platz für die Darsteller, und vor allem eine weiß das zu nutzen. Susanne Ellen Kirchesch spielt sich in der Hauptrolle regelrecht frei und treibt das nicht kontinuierlich flotte Spieltempo immer wieder unerbittlich voran. Ihre Eliza ist jedoch beileibe kein überdrehter Teenie, sondern auch dank ihres faszinierenden lyrischen Soprans von Anfang an eine Perle im Rinnstein - oder eben, aus dem Blickwinkel des Ausstatters Hans Ellerfeld, eine Lady im Regenmantel.

Dass der harte Gegensatz zum egomanisch-brutalen Higgins, den Jens Winkelmann weniger mit zynischer Schärfe denn mit musikalischer Genauigkeit zeichnet, so auf der Strecke bleibt, nimmt die Regie bewusst in Kauf. Schade jedoch, dass angesichts einer Idee, die in den gut drei Stunden zum hyperaktiven Tick wird, andere Figuren regelrecht verblassen: Eine Armada von Technikern und Statisten muss aller paar Momente lang irgendetwas schieben, tragen oder richten und raubt dem Wortwitz dabei bisweilen Tempo und Pointe. Hagen Kunze

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