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Erstes Deichstück in Klosterbuch steht

DAZ-Reporter auf Tour Erstes Deichstück in Klosterbuch steht

Der erste Abschnitt des Ringdeiches für den Leisniger Ortsteil Klosterbuch soll in Kürze fertig gestellt sein. Ein großer Teil des Gesamtprojektes ist noch offen. 2018 soll alles ringsherum geschlossen sein. Dorfbewohner meinen: Das erste Teilstück mindert vielleicht den ersten Anströmdruck. Wirklich gut geschützt vor dem Hochwasser fühlen sie sich noch nicht.

Der Bagger bringt Schotter auf für den Deichverteidigungsweg. Anschließend wird dieser noch gepflastet.
 

Quelle: Sven Bartsch

Klosterbuch.  Für Dietmar Schneider sind es die berühmten letzten Handgriffe an der Deichbaustelle in Klosterbuch. Der Polier der Firma Ezel aus Torgau hat Zeichnungen ausgebreitet, die den Verlauf des Deichverteidigungsweges zeigen. Er muss noch geschottert, anschließend gepflastert werden. „Innerhalb der kommenden zwei Wochen sind wir mit dem Teil der Deichbaustelle fertig“, schätzt Schneider. Damit endet der Einsatz des Unternehmens für das Gesamtprojekt Deichbau Klosterbuch. Die Ezel GmbH aus Torgau hatte die Baustelle im November 2015 übernommen, nachdem der vorherige Auftragnehmer Betam in den Konkurs ging.

Mit dem Laster wird der Deichverteidigungsweg geschottert

Mit dem Laster wird der Deichverteidigungsweg geschottert.

Quelle: Sven Bartsch

Auf dem ersten Stück des Deichprojektes, wo die Mulde zuerst auf das Dorf zusteuert, ist damit dann Schluss. Auf dem Deichverteidigungsweg sind später jene unterwegs, die den Deich zum Beispiel im Hochwasserfall kontrollieren. An einer Stelle, von der Straße aus gut sichtbar, verstärken Wasserbausteine den Deich. Schneider dazu: „Die Befürchtung ist, dass der anströmende Fluss den Deich an dieser Stelle unterspülen könnte. Die Steine sollen dem Stand halten.“ Jenseits der Straße, die durch Klosterbuch führt, wird schon wieder gebaggert, am nächsten Bauabschnitt. Für den ist Schneiders Firma nicht mehr zuständig. Das Gesamtbauprojekt, bestehend aus einem Ringdeich um den ganzen Ort, setzt sich aus mehreren Bauabschnitten zusammen.

Die Klosterbucher selbst beobachten den Deichbau teils gelassen, teils skeptisch. Gelassen, weil er für sie zu einem alltäglichen Vorkommnis vor der Haustür geworden ist. „So lange kein Hochwasser kommt, ist alles in Ordnung“, sagt Christian Smeykal, Betreiber des Gasthauses „Zum Frohen Mönch“. Da das erste Stück des neuen Deiches nur ein relativ kleiner Teil des Gesamtprojektes ist, sieht er den Ort derzeit noch nicht wirksamer vor dem Wasser geschützt: „Schon immer ist das Muldehochwasser zuerst aus Richtung Leisnig in das Dorf geflossen, wenn es am Ort fast vorbei ist. In das Dorf kommt das Wasser also trotzdem noch. Ich denke aber, dass das Deichstück den ersten Strömungsdruck mindert. Immerhin fließt der Fluss ziemlich direkt auf die Häuser zu. Das fertige Deichstück sollte das zumindest spürbar abschwächen.“ Einen höheren Schutzfaktor verspricht sich der Gastwirt von der Mauer, die einmal im Ort parallel zum Muldeufer verlaufen soll. Aber diese steht noch nicht.

Anlass für den Ringdeichbau in Klosterbuch war das Muldehochwasser von 2002. Begonnen haben die Arbeiten im November 2014 und sollten im Juni dieses Jahres abgeschlossen sein. Dazwischen hatte 2013 schon wieder das nächste Hochwasser Sachsen und damit Klosterbuch heim gesucht. Die Arbeiten wurden wegen Insolvenz des Bauunternehmens Betam Ende Juni 2015 eingestellt. Nun soll das erste Deichstück am Ortseingang aus Richtung Scheergrund Ende Juni stehen. Der betreffende Abschnitt ist ein 250 Meter langer Deichabschnitt vom Kloster bis zur Ortsdurchfahrtsstraße. Dazu gehören noch zirka 80 Meter Hochwasserschutzmauer, die von der Straßenbrücke bis zur Wasserkraftanlage reicht. Für die Fertigstellung des Gesamtvorhabens Ringdeich Klosterbuch sind noch etwa 800 Meter Deich sowie 290 Meter Hochwasserschutzmauer zu errichten, informiert Günter Eckert, Sachbearbeiter der Koordinierungsstelle bei der Landestalsperrenverwaltung. Das Bauende sei nach aktuellem Arbeitsstand für Anfang 2018 vorgesehen.

Von Steffi Robak

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