Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Döbeln Erstes Deichstück in Klosterbuch steht
Region Döbeln Erstes Deichstück in Klosterbuch steht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:01 27.05.2016
Dietmar Schneider von der Baufirma Ezel erläutert DAZ-Reporterin Steffi Robak den Plan für den Deichverteidigungsweg.  Quelle: Sven Bartsch
Anzeige
Klosterbuch

 Für Dietmar Schneider sind es die berühmten letzten Handgriffe an der Deichbaustelle in Klosterbuch. Der Polier der Firma Ezel aus Torgau hat Zeichnungen ausgebreitet, die den Verlauf des Deichverteidigungsweges zeigen. Er muss noch geschottert, anschließend gepflastert werden. „Innerhalb der kommenden zwei Wochen sind wir mit dem Teil der Deichbaustelle fertig“, schätzt Schneider. Damit endet der Einsatz des Unternehmens für das Gesamtprojekt Deichbau Klosterbuch. Die Ezel GmbH aus Torgau hatte die Baustelle im November 2015 übernommen, nachdem der vorherige Auftragnehmer Betam in den Konkurs ging.

Mit dem Laster wird der Deichverteidigungsweg geschottert. Quelle: Sven Bartsch

Auf dem ersten Stück des Deichprojektes, wo die Mulde zuerst auf das Dorf zusteuert, ist damit dann Schluss. Auf dem Deichverteidigungsweg sind später jene unterwegs, die den Deich zum Beispiel im Hochwasserfall kontrollieren. An einer Stelle, von der Straße aus gut sichtbar, verstärken Wasserbausteine den Deich. Schneider dazu: „Die Befürchtung ist, dass der anströmende Fluss den Deich an dieser Stelle unterspülen könnte. Die Steine sollen dem Stand halten.“ Jenseits der Straße, die durch Klosterbuch führt, wird schon wieder gebaggert, am nächsten Bauabschnitt. Für den ist Schneiders Firma nicht mehr zuständig. Das Gesamtbauprojekt, bestehend aus einem Ringdeich um den ganzen Ort, setzt sich aus mehreren Bauabschnitten zusammen.

Die Klosterbucher selbst beobachten den Deichbau teils gelassen, teils skeptisch. Gelassen, weil er für sie zu einem alltäglichen Vorkommnis vor der Haustür geworden ist. „So lange kein Hochwasser kommt, ist alles in Ordnung“, sagt Christian Smeykal, Betreiber des Gasthauses „Zum Frohen Mönch“. Da das erste Stück des neuen Deiches nur ein relativ kleiner Teil des Gesamtprojektes ist, sieht er den Ort derzeit noch nicht wirksamer vor dem Wasser geschützt: „Schon immer ist das Muldehochwasser zuerst aus Richtung Leisnig in das Dorf geflossen, wenn es am Ort fast vorbei ist. In das Dorf kommt das Wasser also trotzdem noch. Ich denke aber, dass das Deichstück den ersten Strömungsdruck mindert. Immerhin fließt der Fluss ziemlich direkt auf die Häuser zu. Das fertige Deichstück sollte das zumindest spürbar abschwächen.“ Einen höheren Schutzfaktor verspricht sich der Gastwirt von der Mauer, die einmal im Ort parallel zum Muldeufer verlaufen soll. Aber diese steht noch nicht.

Anlass für den Ringdeichbau in Klosterbuch war das Muldehochwasser von 2002. Begonnen haben die Arbeiten im November 2014 und sollten im Juni dieses Jahres abgeschlossen sein. Dazwischen hatte 2013 schon wieder das nächste Hochwasser Sachsen und damit Klosterbuch heim gesucht. Die Arbeiten wurden wegen Insolvenz des Bauunternehmens Betam Ende Juni 2015 eingestellt. Nun soll das erste Deichstück am Ortseingang aus Richtung Scheergrund Ende Juni stehen. Der betreffende Abschnitt ist ein 250 Meter langer Deichabschnitt vom Kloster bis zur Ortsdurchfahrtsstraße. Dazu gehören noch zirka 80 Meter Hochwasserschutzmauer, die von der Straßenbrücke bis zur Wasserkraftanlage reicht. Für die Fertigstellung des Gesamtvorhabens Ringdeich Klosterbuch sind noch etwa 800 Meter Deich sowie 290 Meter Hochwasserschutzmauer zu errichten, informiert Günter Eckert, Sachbearbeiter der Koordinierungsstelle bei der Landestalsperrenverwaltung. Das Bauende sei nach aktuellem Arbeitsstand für Anfang 2018 vorgesehen.

Von Steffi Robak

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Manchmal führen die pragmatischen Dinge die Menschen zusammen. Ein gemeinsames Essen zuzubereiten zum Beispiel oder einen alten Bauwagen herzurichten. Letzteres geschieht gerade in Klosterbuch. Für den Auftakt fanden sich junge Leute aus sechs Nationen zusammen. Allein die sprachliche Verständigung ist ein Abenteuer, aber kein hinderliches.

29.05.2016

100 neue Arbeitsplätze auf rund 12.000 Quadratmetern reinster Hallenfläche: Beim Airbus-Zulieferer Cotesa im Gewerbegebiet Fuchsloch in Mochau ist noch viel Platz für neue Technologien. Neben der Produktion von Flugzeugteilen siedelte das Unternehmen im ehemaligen Signet Solar Werk auch noch ein Forschungsinstitut an.

25.05.2016

Sechs Kinder von der Pestalozzi-Grundschule lasen am Mittwoch in der Stadtbibliothek um die Wette. Am Ende stand Marque auf dem Siegertreppchen ganz oben, doch leer ging niemand aus.

25.05.2016
Anzeige