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Döbeln Organist Samuel Kummer mit Stück zu Ladegast
Region Döbeln Organist Samuel Kummer mit Stück zu Ladegast
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19:11 30.11.2018
Samuel Kummer, Organist der Frauenkirche in Dresden, an der 1868 gebauten Orgel von Friedrich Ladegast. Quelle: Steffi Robak
Polditz

Dieses fantastische Musikstück ist dem Organisten der Frauenkirche außerordentlich gut gelungen, nach dem Namen des Orgelbauers: L-A-D-E-G-A-S-T. „Das klingt tatsächlich hervorragend, mit ’Kummer’ habe ich das noch gar nicht versucht“, sagt Samuel Kummer lachend. Soeben ist das von ihm improvisierte Werk in der Kirche Altleisnig zu Polditz verklungen. An dieser Stelle gibt es einen Ausschnitt davon erstmals als Tondokument zu hören.

Dies soll nun auch in Noten gesetzt werden. Nach dem Wunsch von Peter Fritzsch vom Orgelverein Polditz soll das Werk ab jetzt zu jedem Orgelweihe-Jahrestag gespielt werden.

Erstes Werk mit dieser Tonfolge

Aus Anlass des 150-jährigen Orgelweihe-Jubiläums, am 29. November 2018, spielte Kummer erstmals diese Fuge mit der Tonfolge L-A-D-E-G-A-S-T. Dabei existieren auf der in Mitteleuropa gebräuchlichen Dur-Tonleiter überhaupt keine Töne L, S und T.

Um dennoch eine spielbare Tonfolge auf die Klaviatur zu bekommen, bedient er sich eine Kniffs, wie ihn französische Komponisten wie Maurice Ravel anwendeten.

Für eine alternative Codierung wird dem Ton A auf der Klaviatur das A als erstem Buchstaben des Alphabetes zugeordnet. Danach wird die achttönige Tonleiter durchbuchstabiert.

Alphabet auf Tonleiter durchbuchstabiert

Da am Ende der Tonleiter, also beim nächsten Ton A, noch so viel Alphabet übrig ist, wird an diese Stelle dem Alphabet folgend weiter durchbuchstabiert. So ist dann dem L auch ein Ton im Notensystem zuordenbar.

Mit der Tonfolge B-A-C-H existieren zahlreiche Musikstücke, als Hommage an den virtuosen deutschen Komponisten und wohl prominentesten Thomas-Kantor, Johann Sebastian Bach.

Ladegast-Jahr 2018

Für den Namen Ladegast ist es das erste Stück dieser Art, welches in einem Ladegast-Jahr entstand: Am 30. August 2018 jährte sich der Geburtstag des Orgelbauers zum 200. Mal.

Peter Fritzsch konnte im Übrigen für das Konzert zum Orgelweihe-Jubiläum den jetzigen Thomas-Kantor Gotthold Schwarz gewinnen. Neben einem Max-Reger-Stück sang Schwarz Bachs Schluss-Coral „Jesus bleibet meine Freude“ aus der Kantate „Herz und Tat und Mund und Leben“.

Niedergang in der DDR vorbestimmt

Dass ein solches Konzert heute möglich ist, ist den Bemühungen vieler Mitstreiter um den damaligen Polditzer Pfarrer Gunter Odrich zu verdanken. Sie verhinderten den in der DDR vorbestimmten Niedergang dieses Gotteshauses.

Wie Odrich während der Festveranstaltung erinnert, sollte die Kirche aufgegeben werden und als Ruine ohne Dach stehen bleiben.

Hochgeschätzt für Tonaufnahmen

„Für die Orgel suchte die Landeskirche damals lange nach einem geeigneten Ort“, so Odrich. Es sollte die Lukaskirche in Dresden werden - ein Gotteshaus, welches mit seiner hoch geschätzten Akustik bereits für viele nationale und internationale Tonaufnahmen Raum bot.

Das Polditzer Instrument mit seinem noch immer unverfälschten Klang wäre diesem Raum würdig gewesen – und umgekehrt. Heute suchen viele Musiker beziehungsweise Ensembles gezielt den Weg nach Polditz, um ihre Musikstücke etwa für CD-Veröffentlichungen aufzuzeichnen.

Das Ansinnen der Landeskirche, die Polditzer Friedrich-Ladegast-Orgel nach Dresden in die Lukaskirche zu holen, lehnte Pfarrer Gunter Odrich im Jahr 1989 ab.

Von Steffi Robak

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