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Döbeln Es ist alles gesagt - fast alles
Region Döbeln Es ist alles gesagt - fast alles
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23:00 20.09.2013
Quelle: Gerhard Dörner

Keine Skandale. Keine Entgleisungen. Keinen Zickenkrieg. Sechs Direktkandidaten haben in den DAZ-Interviews gesagt, was gesagt werden wollte. Was nicht, lesen Sie jetzt.

Der Zurückhaltende. Marco Weißbach war im Wahlkampf so präsent wie der grüne Pfeil an einer westfälischen Kreuzungsampel. Das juckt ihn wenig. Er verkauft sich prächtig. Reagiert auf jede noch so fiese Journalistenfrage mit brüderlescher Gelassenheit. Sagt seine ehrliche - nicht immer gleich freidemokratische - Meinung. Hat einen guten Job für die mittelsächsische FDP gemacht. Spricht für ihn: Hoher Charmeanteil.

Der Gemütliche. Die, bis auf Körpergröße und Schnurrbart - verblüffende Ähnlichkeit zwischen Lothar Schmidt und Gregor Gysi hat dem Döbelner Linken nicht zu der rhetorischen Vervollkommnung verholfen, mit der sein Fraktionschef zu glänzen weiß. Irgendwie traut man Lothar Schmidt eher, wenn er von Kräutern aus dem Klosterbucher Abtshof erzählt, als dass er politische Wutreden von Stamm schütteln würde. Der Linke mit dem grünen Daumen liebt die Frauen und weiß das Publikum mit der Gemütlichkeit des Werthers-Echte-Opis zu unterhalten. Spricht für ihn: Heimspiel in Döbeln.

Der Smarte. Sebastian Tröbs hat das Zeug, beim vegetarischen Showkochen in der Mall eines Einkaufszentrums, Erstwählerinnen zum Kreischen zu bringen. Der Langzeitstudent, der gut und gern noch bei Mutti wohnen könnte und seine Zigaretten klischeegetreu selbst dreht, kann reden, gut aussehen und gesundes Essen an die Armen verteilen. In Sachen Energiewende könnte der Umweltingenieur in Berlin Trittins neuer Liebling am Rednerpult werden. Spricht für ihn: Jugendbonus.

Die Professionelle. Sie überlässt nichts dem Zufall. Würde am liebsten nur Fotos von sich auf dem medialen Markt sehen, die Patrick Demarchelier höchstselbst von ihr geschossen hat. Ist in ihren politischen Zielen hartnäckig wie Kernseife. Hat manchem Minister gezeigt, wo der Frosch die Locken hat und würde es auch schaffen, Angela Merkel davon zu überzeugen, dass Bobritzsch-Hilbersdorf einen Interkontinental-Flughafen braucht. Spricht für sie: Erfahrung.

Die Fleißige. Ihre Füße dürften aussehen, wie Traktorreifen. Muskelkater in allen Körperteilen. Simone Raatz hat im Wahlkampf mehr Kilometer durch Mittelsachsen zurückgelegt, als jeder Außenminister in einer Legislaturperiode um den Globus. Hat zeitgleich "Kita"-Plätzchen in Waldheim gebacken und Podien in Freiberg und Oederan besetzt. Die BahnCard 100 gehört alsdann ins aufgeräumte Handtäschchen. Listenplatz verpflichtet. Spricht für sie: Fleiß.

Der Intelligente. Er klingt vertrauenswürdiger, wenn er Fürbitten im Sonntagsgottesdienst vorträgt, als im politischen Zwiegespräch. Stephan Pschera hat den Intelligenzquotienten eines asiatischen Ethikwissenschaftlers. Trinkt stilles Wasser mit Limettenscheiben und würde im Familienurlaub nicht einmal das Schlauchboot seiner Kinder entern. Auch nicht zum Spaß. Spricht für ihn: Bodenständigkeit.

PS: Echte Wahlhilfe finden Sie, liebe Leser, auf Seite 14 dieser Ausgabe. Dort beziehen die Kandidaten ein letztes Mal Stellung.

Thomas Lieb

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