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"Es tut weh, wenn Leistung nicht honoriert wird"

"Es tut weh, wenn Leistung nicht honoriert wird"

Die DAZ sprach mit dem scheidenden Stadtoberhaupt und klammerte dabei dessen Gefühlslage nicht aus.Steffen Blech: Kein tolles Gefühl. Es ist viel Wehmut dabei.

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Nachdenklich und traurig: Bürgermeister Steffen Blech auf dem Balkon des Waldheimer Rathauses. Das könne er mit erhobenem Haupt verlassen, sagt der 61-Jährige.

Quelle: Sven Bartsch

Die DAZ sprach mit dem scheidenden Stadtoberhaupt und klammerte dabei dessen Gefühlslage nicht aus.

 

Frage: Herr Blech, was ist es für ein Gefühl zu wissen: Bald ist mein allerletzter Tag im Rathaus?

 

Steffen Blech: Kein tolles Gefühl. Es ist viel Wehmut dabei. Ich hätte gern sieben weitere Jahre als erster Diener der Stadt Waldheim gearbeitet und einige begonnene Projekte zu Ende geführt. Aber ich kann das Haus mit erhobenem Haupt und voller Stolz verlassen. Waldheim hat sich in den letzten 14 Jahren auf hohem Niveau weiterentwickelt. Mir ist es dabei wichtig, der gesamten Mannschaft im Rathaus und allen Partnern zu danken, ohne die das so nicht gelungen wäre.

 

Das Wahlergebnis war ziemlich deutlich, schmerzt das besonders?

 

Ja, das tut schon weh. Meine Leistungen und die erreichten Ergebnisse sind durch dieses Wahlergebnis in keiner Weise anerkannt und honoriert worden. Das schmerzt. Und es wirft die Frage auf, wie man mit mir in Zukunft in der Stadt umgehen wird.

 

Welches Verhältnis haben Sie zurzeit zum Wahlsieger Steffen Ernst?

 

Ich habe Steffen Ernst nach seiner Wahl gratuliert. Es erfolgt eine korrekte Übergabe. Da verhalte ich mich selbstverständlich fair und professionell. Wir hatten schon ein erstes gemeinsames Gespräch, Dienstag und Freitag sind weitere Treffen geplant. Ich werde ihm alles zeigen und alle Fragen beantworten. Auf Wunsch stehe ich auch in Zukunft mit meinem Wissen und meiner Erfahrung der Stadt zur Verfügung.

 

Sie haben es schon mehrfach angedeutet: Waldheim steht im Vergleich zu anderen Städte in der Region sehr gut da. Welche Erfolge verbuchen sie speziell für sich?

 

Ich verlasse ein wohl bestelltes Haus. Wir haben einen super Haushalt, auf den andere neidisch sind. Die Pro-Kopf-Verschuldung ist von knapp 800 Euro im Jahr 2001 auf heute 105 Euro gesunken. Es gibt ein durchdachtes Personalentwicklungskonzept, das weiter Bestand haben kann. Unsere Kindergärten und Schulen sind bestens aufgestellt. In der Stadtentwicklung hat sich viel getan. Die Sitzmöbelwerke, das Lessingwerk, das Deutsche Haus oder Krafthand sind nur ein paar Beispiele. Wir haben die Umstellung des Haushaltes auf Doppik gemeistert und die Eingemeindung von Knobelsdorf. Es sind viele Straßen gebaut und es ist in die Feuerwehren investiert worden. Die Waldheimer Sportveranstaltungen haben ein höheres Niveau erreicht und besonders stolz bin ich auf die Waldheimer Filmmusik-Classics, die ich mit dem Miskus aus der Taufe gehoben habe. Dieses Jahr waren wieder 1100 Gäste da.

 

Was hätte besser laufen können?

 

Mir wäre es lieb, wenn die alte Spindelfabrik bereits abgerissen wäre. Das Gleiche trifft auf den Gasthof Waldheim-Richzenhain zu. Auch für andere Häuser, die kein Blickfang in der Stadt sind, hätte ich mir schnellere Lösungen gewünscht. Und ich würde es gern sehen, wenn das Napoleonhaus schon fertig wäre. Aber da spielen zum Beispiel Eigentumsverhältnisse eine Rolle. Man braucht oft einen langen Atem. Mit einem Schnipsen ist es nicht getan.

 

An welche besonders schönen, traurigen und ärgerlichen Momente ihrer Amtszeit erinnern Sie sich?

 

Die positiven Momente haben deutlich überwogen. Dazu gehörte, einen Fördermittelbescheid für die Stadt über eine größere Summe zu erhalten, bei hohen Geburtstagen mit den Jubilaren zusammentreffen oder Auszubildende im Rathaus in eine feste Anstellung übernehmen zu können. Traurig war, wenn Menschen, die einem nahe standen oder zu denen man Kontakt hatte, plötzlich aus dem Leben gerissen wurden. Bei der Zusammenarbeit mit dem Stadtrat gab es auch schwierige Zeiten - als es nicht um die Sache ging. Das war schwer und hat dem Image der Stadt nicht gut getan. Meine größte Bewährungsprobe im Amt und im Leben war das Hochwasser 2002.

 

Sie sind jetzt 61 Jahre alt. Wie geht es für Sie persönlich weiter?

 

Ich hatte keinen Plan B. Das wäre für die Wähler auch ein schlechtes Signal gewesen. Ich habe mich nicht darauf vorbereitet, etwas anderes zu machen. Inzwischen habe ich mich mit bestimmten Dingen beschäftigt und könnte mir auch vorstellen, in meinen alten Beruf als Diplom-Ingenieur für Maschinenbau zurückzukehren. Aber ich muss nichts überstürzen. Ich bleibe Mitglied im Kreistag und in verschiedenen Vereinen, arbeite weiter im Tourismusverband, im Förderverein Seebühne und im Rotaryclub Döbeln-Mittelsachsen mit. Und ich will wieder in den aktiven Feuerwehrdienst eintreten. Die Kameraden müssen mir nur eine Uniform bereitstellen. Interview: Olaf Büchel

Büchel, Olaf

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