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"Es wäre schon schön, wenn sich noch ein Kandidat gefunden hätte"

"Es wäre schon schön, wenn sich noch ein Kandidat gefunden hätte"

Der amtierende Bürgermeister Immo Barkawitz (Freie Wähler) tritt wiederholt zur Bürgermeisterwahl am 7. Juni an. Die Döbelner Allgemeine Zeitung sprach aus diesem Grund mit dem 52-Jährigen über Visionen, Ehrenamt und darüber, dass er einen Hirsch jagen und nicht fangen möchte.

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Zschaitz-Ottewig. Herr Barkawitz, Sie kandidieren als einziger für den Bürgermeisterposten der Gemeinde Zschaitz-Ottewig - fühlt sich das nicht etwas komisch an?

 

Immo Barkawitz: Ja, das ist schon etwas seltsam. Auf der anderen Seite zeigt es, dass ich nicht so viel falsch gemacht haben kann. Andererseits wäre es schon schön, wenn sich noch ein weiterer Kandidat gefunden hätte, auch im Hinblick auf die Wahlbeteiligung. Der Ortsverband der Freien Wähler wird wohl noch etwas Wahlwerbung machen, Flyer in die Haushalte geben. Immerhin wird nicht nur der Bürgermeister gewählt, sondern es ist auch Landratswahl.

 

Sie sind jetzt seit sieben Jahren Bürgermeister einer kleinen Gemeinde im Ehrenamt. Was unterscheidet Ihre Arbeit vom hauptberuflichen Bürgermeister?

 

Ich denke, sie unterscheidet sich in nichts. In meinen Augen gibt es keinen Unterschied. Die Verwaltung in Zschaitz-Ottewig ist vielleicht etwas überschaubarer und meine Tätigkeit hier nicht ganz so umfänglich, aber letztendlich gehe auch ich zu allen Versammlungen und der Arbeitsaufwand ist sicher ebenfalls ähnlich.

 

Was zählen Sie zu Ihren größten Verdiensten in den vergangenen Jahren?

 

Oh je, die Frage habe ich erwartet und ich muss sagen, als Bürgermeister allein schafft man gar nichts. Es braucht engagierte Mitstreiter, einen gut aufgestellten Gemeinderat und eine funktionierende Verwaltung und nicht zu vergessen aktive Vereine oder die Kameraden der Ortsfeuerwehren. Ich kann vieles anschieben, aber die Pfauenfedern stecke ich mir nicht allein an. Mein Ehrenamt braucht eine bereitwillige Crew für die Umsetzung. Sonst wird das alles nichts - erinnert sei nur an die Entwicklung des Naherholungsgebietes, den Spielplatz oder die kulturellen Veranstaltungen in der Gemeinde.

 

Welche Aufgaben stehen in der neuen Amtsperiode an?

 

Wir haben bisher leider nur eine von noch ausstehenden fünf Maßnahmen in Sachen Hochwasserschadensbeseitgung angehen können. Außerdem ist die Reparatur des Radweges in Goselitz aufgrund von Kanalbauarbeiten verschoben worden, weil davon auszugehen ist, dass der Radweg als Umfahrung genutzt wird. Zwei weitere Sachen sind in Planung: Der Ersatzneubau der Baderitzer Brücke und die Erneuerung der Stützmauer am Sandbach. Letzteres soll definitiv noch in diesem Jahr klappen -

 

Welche Visionen haben Sie für die Gemeinde, wo soll diese nach den nächsten sieben Jahren stehen?

 

Wir wollen auf alle Fälle weiter gemeinsam den Weg zur familienfreundlichen Kommune für Jung und Alt gehen. Diese große Vision schwebt uns seit Jahren vor. Dabei geht es ausdrücklich nicht nur um die jungen Leute, sondern darum, dass auch die Alten ihren Platz in der Gemeinde finden. Und da haben wir noch einiges zu tun. Konkret spielen auch solche Dinge wie Breitbandausbau hinein und das nicht erst in sieben Jahren. Hineinspielen auch der Ausbau des Rad- und Wanderwegenetzes und schließlich Angebote für altersgerechtes Wohnen.

 

Wohin soll sich die Gemeinde längerfristig entwickeln - Thema Eingemeindung?

 

Wir haben als gleichberechtigter Partner unseren Platz in der Verwaltungsgemeinschaft mit Ostrau. Diese Zusammenarbeit soll künftig weiter vertieft und vernetzt werden. Dabei bemühen wir uns um Synergieeffekte, die beiden Seiten helfen.

 

Kann in Zschaitz-Ottewig hinsichtlich wirtschaftlicher Entwicklung mehr geschafft werden?

 

Ich glaube kaum, wir sind eher eine Wohngemeinde, also ein Rückzugsort für Leute, die aus der Stadt wegziehen wollen. Wir haben kein Gewerbegebiet und keine Fläche, wo ein solches installiert werden könnte. Außerdem sind wir stark landwirtschaftlich geprägt. Mehr und mehr wird die touristische Entwicklung angeschoben. Wir haben eine schöne Kirche, den Stausee und mit dem Zschaitzer Burgberg ein historisch bedeutsames Touristenziel.

 

Wie könnte die Kommune nach außen noch besser präsentiert werden?

 

Der Internetauftritt der Gemeinde muss dringend überarbeitet werden, daran müssen wir hart arbeiten. Zschaitz kennen durchaus ein paar Leute, so dass ich meine, einer kompletten Imagekampagne bedarf es nicht.

 

"Jugend bewegt Kommune" ist ein tolles Projekt - Haben Sie sich für weitere Programme beworben?

 

Nein, ich habe noch nichts gefunden, was zu uns gepasst hätte. Zudem ist das immer sehr viel Arbeit. Bei "Jugend bewegt Kommune" sind wir auch in diesem Jahr wieder dabei. Zukünftig soll da was für die Jugendfeuerwehr entstehen.

 

Wie halten Sie sich für die nächste Amtsperiode fit?

 

Ich sitze nicht nur am Schreibtisch, sondern auch viel im Auto. Deswegen treibe ich Sport, gehe in ein Döbelner Fitnessstudio. Ich fühle mich besser, vor allem Erfolge am Rücken stellen sich ein. Außerdem spiele ich bei den Alten Herren Fußball und trainiere die Nachwuchsfußballer. Der große Sportsmann werde ich nicht mehr, aber ein bisschen was muss man schon machen.

 

Im Abschluss-Interview vergangenen Jahres erwähnten Sie Ihren großen Traum vom Hirsch. Das ist ein halbes Jahr her, hat's denn mal geklappt?

 

Nein, noch nicht (lacht). Es heißt ja auch jagen und nicht fangen. Wenn's nicht klappt, werd' ich nicht sterben. Aber ich war kürzlich nah dran ...

Natasha Allner

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