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Döbeln Es wird kaum gerast in Meinsberg – sagt die Tempotafel
Region Döbeln Es wird kaum gerast in Meinsberg – sagt die Tempotafel
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18:47 13.02.2019
Wird auf einer Straße gerast? Das kann man mit solchen Tempo-Tafeln ermitteln. Denn die zeichnen auch auf. Quelle: Sven Bartsch
Waldheim/Meinsberg

Beim Verkehr in Meinsberg kochen die Emotionen hoch. Und viele haben dazu etwas zu sagen. Bei einer Einwohnerversammlung im Waldheimer Rathaus kreiste das Mikrofon unaufhörlich. Die Meinsberger hatten eine Petition verfasst. Die Stadtverwaltung hat die Punkte nun einzeln abgearbeitet und Ordnungsamtsleiterin Mandy Thümer stellte die Ergebnisse vor. Trotz aller Emotion: Die Runde blieb sachlich und konstruktiv.

Betrunkene schauen nicht auf Schilder

Aus einer der wichtigsten Forderungen wird nur zum Teil etwas. Tempo 30 durch den ganzen Ort ist nicht möglich. Aber im Bereich der Bushaltestelle lässt sich die Geschwindigkeit begrenzen. Aber nur zu Fahrzeiten des Schulbusses. „Im gesamten Ort ist kein Tempolimit von 30 Kilometern pro Stunde zu machen“, sagte Mandy Thümer, die viele der Punkte der Petition mit dem Landratsamt abgestimmt hatte. Denn die Straße durch Meinsberg ist eine Kreisstraße, die Verkehrsbehörde des Landkreises somit zuständig. „Meinsberg ist zudem kein Unfallschwerpunkt“, sagte die Ordnungsamtsleiterin, wohl wissend, dass die gefühlte Wahrheit eine andere ist. „Die letzten Unfälle waren alle eigenverschuldet“, sagte sie. Und Bürgermeister Steffen Ernst ergänzte: „Da war Alkohol im Spiel. Was soll ich solchen Menschen noch sagen? Ich glaube nicht, dass so einer noch auf 30, 50 oder 70 schaut.“

Fußwege verlängern

Eine Verkehrsinsel an der oberen Einfahrt zum Dorf ist auch ein unerfüllbarer Wunsch. „Um diese zu bauen, stehen nicht genügend städtische Grundstücke zur Verfügung“, begründete Mandy Thümer. Eine mit Strichellinie gekennzeichnete Überführung des Radweges zum Gehweg in Meinsberg ist aber möglich. Auf diese würden dann entsprechende Verkehrszeichen die Kraftfahrer hinweisen. Für eine solche Querung müsste die Stadt den Fußweg aber etwas verlängern. „Wir sind da dran“, sagte Bauamtsleiter Michael Wittig dazu. Das betrifft auch den Fußweg am Ende des Meinsberger Berges.

Ortsschild muss bleiben

Nicht möglich ist es, das Ortseingangsschild in Richtung Ziegra zu verlegen – am Besten bis hinter das Schalthaus. Dort fehlt die geschlossene Bebauung – laut Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung eine wichtige rechtliche Grundlage, um eine Ortstafel aufstellen zu können. Auch der Vorschlag, vor Kaiserburg die Geschwindigkeit mit einem Trichter zu reduzieren, ist rechtlich nicht möglich.

Misst auch, wenn sie aus ist

Auch in den sozialen Netzwerken im Internet fanden das einige doof und manche sagten es Mandy Thümer ins Gesicht. Nämlich dass es sinngemäß Quatsch ist, eine Messtafel aufzustellen, aber nicht einzuschalten. So geschehen in Meinsberg. Quatsch war das aber nicht. „Die Tafel war im Spionmodus. Auch wenn sie nichts anzeigt, misst sie trotzdem die gefahrenen Geschwindigkeiten“, überraschte Mandy Thümer. Das war auch der Sinn der Aktion, unbeeinflusste Messergebnisse zu bekommen. Übrigens lüftete die Ordnungsamtsleiterin noch ein weiteres Geheimnis der Tafel. Diese misst nicht nur auf der Seite mit dem Display, sondern auch mit ihrer Rückseite.

Kleine Lösungen für Meinsberg

Von Dirk Wurzel

Tempo 30 in ganz Meinsberg geht nicht. Das ist sehr schade. Und so bleibt es bei der kleinen Lösung – ein auf bestimmte Zeiten befristetes Tempolimit im Bereich der Bushaltestelle. Bedauerlich ist auch, dass sich eine Verkehrsinsel nicht am oberen Ortseingang bauen lässt. Und auch, dass sich das Ortseingangsschild aus rechtlichen Gründen nicht bis ans Schalthaus versetzen lässt, ist bedauerlich. Es sind also eher die kleinen Lösungen, die am Ende bleiben, um den Verkehr im Dorf auf der Kreisstraße sicherer zu machen. Die Stadt Waldheim hat jedenfalls gezeigt, dass sie die Sorgen der Meinsberger ernst nimmt und sich kümmert. Es war auch für das Ordnungsamt viel Arbeit, die Petition abzuarbeiten und zu erkennen, was machbar ist. Leider taugen auch die Unfälle der jüngsten Vergangenheit nicht, um einen Unfallschwerpunkt zu begründen. Da war Alkohol im Spiel. Und betrunkene Fahrer fahren entweder sehr vorsichtig, um nicht aufzufallen oder sehr leichtsinnig. Um solche Gefahren zu minimieren, braucht es kein Tempolimit, sondern mehr Kontrollen.

Im Anzeigenmodus fuhren 97,8 Prozent der ankommenden Kraftfahrzeuge höchstens 50 Kilometer pro Stunde. Mit 69 bis 88 Kilometer pro Stunde sind nur die wenigsten durchs Dorf gebrettert, nämlich 0,14 Prozent der ankommenden Fahrzeuge. Einen Tag lang hat die Stadt so gemessen. An dreienhalb Tagen war die Tafel ausgeschaltet und die Messwerte sind überraschenderweise ganz ähnlich. Die Daten belegen auch, dass Richtung Ziegra schneller gefahren wird, als in Richtung Waldheim.

Von Dirk Wurzel

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