Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Ex-Bürgermeister Gerald Herbst: "Nach 25 Jahren zu gehen, ist angemessen"

Ex-Bürgermeister Gerald Herbst: "Nach 25 Jahren zu gehen, ist angemessen"

Seine Termine kann Gerald Herbst ab jetzt ohne Krawatte, in kurzen Hosen und im Grünen absolvieren. Seine Zeit als Bürgermeister ist vorbei. Der 60-Jährige empfängt Gäste am Lieblingsplatz unter der schattigen Pergola.

Voriger Artikel
Hallo Azubis!
Nächster Artikel
Morgenmann aus Döbeln feiert seinen 50.

Die Gartenbank bekam Gerald Herbst vom Kinderhaus Hartha geschenkt. Er hat sie an seinen Lieblingsplatz gerückt: Unter die schattige Pergola im Garten.

Quelle: Steffi Robak

Das Handy einfach klingeln zu lassen, fällt ihm sichtlich schwer. Mit der DAZ zieht Herbst ein Resümé über die Stadt Hartha und sich als ihr Bürgermeister.

 

14 Jahre Gerald Herbst Bürgermeister in Hartha - geht jetzt eine Epoche zu Ende?

 

Das würde ich nicht epochal nennen. Ich trete freiwillig in den Ruhestand. Einschließlich der Zeit für Gersdorf war ich 25 Jahre Bürgermeister. Ich wollte selbst bestimmen, wann ich gehe. Die 25-Jahre-Marke erscheint mir angemessen.

 

Womit hat Hartha in den vergangenen Jahren am meisten gewonnen?

 

Mit der Hartharena gelang der Stadtpolitik ein genialer Wurf, sowohl kulturell, sportlich und schulisch. Die Gewerbegebietsanbindungsstraße bindet Waldheim über Leisnig mit an die Autobahn A14 an. Die Harthaer Feuerwehr hat ein modernes Gerätehaus. Obwohl wir nie die reichste Kommune waren, konnten wir auch große Vorhaben realisieren.

 

Es ist kein Geheimnis, dass von allen drei Kandidaten der neue Bürgermeister Ronald Kunze derjenige ist, mit dem sie am besten auskommen. Werden Sie im Rathaus nun die graue Eminenz?

 

Nichts wäre schlimmer, als wenn ich noch immer überall hinein huste. Nein, Herr Kunze muss sich selbst der Bewährung stellen. Wenn er will, kann er fragen. Auf seinem Heimweg nach Langenau fährt er ja an Gersdorf vorbei.

 

Aber sie werden doch noch häufig angerufen?

 

Eigentlich eher selten und nur von Leuten, die wissen, dass ich mich in manchen Dingen auskenne. Ich entscheide nichts mehr.

 

Verdirbt der Wirbel um Ihren Parteiaustritt den Blick auf Ihr Wirken für die Kommunalpolitik?

 

Das wäre übertrieben. Die Auffassung, der CDU-Bürgermeisterkandidat hätte wegen angeblich schlechter Amtsführung des Bürgermeisters so wenig Stimmen bekommen, ist die Einzelmeinung von Henry Görlitz aus dem Harthaer CDU-Ortsverband. Dass alle anderen Mitglieder das widerspruchslos hinnahmen, ist schon sehr ärgerlich.

 

Sie hätten CDU-Mitglied bleiben und den Ortsverband wechseln können...

 

Es gab tatsächlich so eine Nachfrage. Aus welchem Verband, spielt keine Rolle. Ich möchte nur sagen: Es gibt CDU-Akteure, die meine Arbeit objektiv zu beurteilen wissen. Ich würde mich trotzdem nicht wohl fühlen, nur um noch Mitglied zu sein, den Leuten in einer anderen Stadt in ihre Probleme reinzureden.

 

Warum ist für Sie die Parteizugehörigkeit derart eng mit dem Heimatort verknüpft?

 

Ich stand aus familiären Gründen der Gersdorfer CDU nahe. Die war schon in der DDR stark, der Ort galt als tief schwarz. Mein Vater gehörte zu den aktiven Mitgliedern. Er starb wenige Tage, nach dem ich von der Armee zurück war. Kurz darauf trat ich in diese Partei ein. Ich habe es immer als väterliches Vermächtnis betrachtet, dort aktiv zu sein. Mit der Bürgermeistertätigkeit in Gersdorf hat sich das ein Stück erfüllt. Hartha war dann die konsequente Fortsetzung.

 

Im Wahlkampf hieß es, Herbst schaufelt sämtliches Geld nur in sein Gersdorf...

 

Das ist doch Irrsinn. Erst 2004 wurde Gersdorf nach Hartha eingemeindet. Davor, zur Zeit der Eigenständigkeit, wurde die Dorfstraße gebaut, 1998 wurde der Kindergarten in die Schule eingebaut. Auch der Allwettersportplatz entstand im eigenständigen Gersdorf. Das beeinträchtigte die Harthaer Stadtfinanzen gar nicht. In meinen 14 Jahren als Harthaer Bürgermeister wurden insgesamt 20 Millionen Euro in der Kommune Hartha investiert, davon sieben Millionen allein in die Umgehungsstraße. Nicht mal zwei Millionen gingen in die Ortsteile. Im Übrigen trifft nicht der Bürgermeister die Entscheidungen, sondern der Rat.

 

Das Dogma vom bevorzugten Gersdorf sitzt trotzdem fest in den Köpfen.

 

Schade, dass dieses Gift immer wieder reingemischt wird. Ich hoffe, das hört jetzt auf. Und vielleicht ist gerade deshalb ab jetzt ein bisschen der Dampf raus: Dadurch, dass ich weg bin.

Steffi Robak

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Döbeln

Was beschäftigt die Menschen in den kleinen Orten zwischen Döbeln, Waldheim und Hartha? Wir besuchen jene kleinen Dörfer, denen normalerweise wenig Beachtung geschenkt wird, geben einen Einblick in die Geschichte des Ortes und sprechen mit den Bewohnern über früher und heute. mehr

Die Redaktion der Döbelner Allgemeinen Zeitung (DAZ) ist jetzt noch mobiler unterwegs: Mit dem DAZ-Reporterauto fährt täglich ein Kollege im rollenden Büro durch den Altkreis Döbeln. Mit dem Reporter-Mobil rückt die Redaktion noch näher an ihre Leser heran - und kann von überall aus schnell und aktuell berichten. mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Angestupst
    Mikrologo Angestust

    Die aktuelle Förderrunde der Aktion „Angestupst“ von LVZ und Sparkasse Leipzig ist beendet. So haben Sie abgestimmt! mehr

  • LVZ-Fahrradfest
    Logo LVZ-Fahrradfest

    LVZ-Fahrradfest 2016: Sehen Sie hier einen Rückblick mit vielen Fotos von allen Starts, Videos und mehr. mehr

  • 24 Stunden in der Region

    Firmen und Unternehmen in der Region Leipzig stellen sich vor. mehr

  • TAW - Technische Akademie Wuppertal
    TAW  - Technische Akademie Wuppertal

    Ein Werbespecial der LVZ für die Technische Akademie Wuppertal mit Infos zum breitgefächerten Angebot. mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Great Barrier Reef" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Great Barrier Reef im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr