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Döbeln Fachleute gesucht für alles, was sich dreht, groß und elektrisch ist
Region Döbeln Fachleute gesucht für alles, was sich dreht, groß und elektrisch ist
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10:03 08.02.2019
Thomas Götze (l.), Betriebsleiter bei Partzsch Elektromotoren e. K., führte die Initiatoren des Technikerpreises durch die Werkhallen des Döbelner Unternehmens. Quelle: Sven Bartsch
Döbeln

Die Probleme in Sachsens gewerblicher Wirtschaft kennt man auch bei Europas größtem herstellerunabhängigen Reparaturwerk für Großgeneratoren in Döbeln. Mehr als 600 Mitarbeiter arbeiten derzeit in Döbeln und Umliegenden Orten in den 27 Produktionshallen auf 40.000 Quadratmeter Produktionsfläche bei der Partzsch Unternehmensgruppe. Für ihr breites Produktionsspektrum suchen die fünf Einzelunternehmen der Firmengruppe ständig qualifizierte Mitarbeiter für die Neufertigung, die Instantsetzung oder den Nachbau von Großgeneratoren und den Komplettservice für alle rotierenden elektrischen Maschinen zwischen 100 Kilowatt und 250 Megawatt Leistung und bis zu 120 Tonnen Stückgewicht.

Fachkräfte finden als Herausforderung

„Immer die entsprechenden Fachkräfte für unsere Produktion zu rekrutieren, ist eine Herausforderung, der wir uns jeden Tag neu stellen müssen“, sagt Thomas Götze, Betriebsleiter und Prokurist bei Partzsch, Elektromotoren. Er war am Dienstagabend Gastgeber der Auftaktveranstaltung zum 10. Technikerpreis. Seit zehn Jahren sind die staatlich geprüften Techniker am Ende ihrer Ausbildung eingeladen, ihre Abschlussarbeiten für den Preis einzureichen. Darin analysieren und lösen sie ein Problem ihres Ausbildungsbetriebes. Ein Fachjury wählt die besten Arbeiten für den Preis aus, der am 5. Juli in Chemnitz vergeben wird.

Partzsch Elektromotoren ist Gastgeber für die Auftaktveranstaltung zum Technikerpreis 2019

Staatlich geprüfte Techniker sind dank ihrer praxisnahen und fachlich fundierten Ausbildung das perfekte Bindeglied zwischen Konstruktion und Praxis, zwischen Ingenieur und Facharbeiter vor Ort. Dennoch haben sowohl Unternehmen wie Partzsch in Döbeln, als auch Technikerschulen mit sinkendem Interesse zu kämpfen. Warum das so ist, analysierte Gerard Wolny, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes höherer Berufe der Technik, Wirtschaft und Gestaltung am Dienstag mit drastischen Worten: „Wir steuern in eine Bildungskatastrophe. Viele Ausbildungsplätze können kaum noch belegt werden.“ Gingen vor einigen Jahrzehnten etwa zwei Drittel der Schulabgänger in eine berufliche Ausbildung und ein Drittel zum Studium, so sei dies heute umgekehrt. Statt die duale Ausbildung zu stärken sei Deutschland in einem Akademisierungswahn gefangen. „Wenn heute über 60 Prozent eines Jahrgangs ein Studium beginnen, wird es 2030 am deutschen Arbeitsmarkt 1,6 Millionen Akademiker zu viel geben. Auf der anderen Seite werden der Wirtschaft 4,9 Millionen Fachkräfte fehlen und Stellen nicht besetzt werden können“, hat Wolny ausgerechnet und wirbt deshalb für die gerade gegründete Bildungsallianz des Mittelstandes.

Oberschulen müssen aufgewertet werden

„Der Hauptschul- und der Realschulabschluss müssen wieder aufgewertet werden, als Grundlage für die duale Berufsausbildung. Wir müssen den Oberschülern vermitteln, dass Leistung Erfolg bringt und die gesellschaftliche Anerkennung nicht erst mit dem Abitur beginnt“, mahnt er.

Hintergrund:

Die Unternehmensgruppe Partzsch um Inhaber und Geschäftsführer Thomas Partzsch (72) besteht aus sieben eigenständig agierenden Firmen, welche sich jeweils auf besondere Produkte und Dienstleistungen spezialisiert haben.

So fertigt zum Beispiel die Firma Partzsch Spezialdrähte in Ossig isolierte Kupfer rund- und -profildrähte.

Die Firma Partzsch Elektromaschinenbau fertigt in Mochau mechanische Komponenten.

Partzsch Elektromotoren stellt Bleche und Spulen für Statoren und -Rotoren her und bringt alle Teile für die Reparatur und Neufertigung von Elektromotoren und Generatoren zusammen.

Innerhalb der Firmengruppe werden alle benötigten Komponenten selbst gefertigt. Dadurch ist die Gruppe kaum auf externe Zulieferer angewiesen und kann entsprechend kurze Lieferzeiten und eigene hohe Qualitätsstandards anbieten.

Beim größten Arbeitgeber der Region Döbeln kommt dieser Appell an. Die Betriebe der Unternehmensgruppe Partzsch haben eine ganze Reihe verschiedenster freier Stellen zu besetzen. Dabei sind die Jobs sicher, ist die Partzsch-Gruppe ein konsolidiertes Unternehmen in guter wirtschaftlicher Lage. Jährlich wird in neue Maschinen und Anlagen investiert, zuletzt in ein neues Bearbeitungszentrum bei Partzsch Elektromaschinen in Mochau oder in neue Lichtmesstische.

Döbelner Windkraftgeneratoren für die Nordsee

Gerade hat das Unternehmen den 250. Windkraftgenerator für Offshore-Winkraftanlagen in der Nordsee ausgeliefert. Die Neun-Megawatt-Statoren sind die Größten ihrer Art in Europa. Der Prototyp wurde 2014 gemeinsam mit dem Kunden in Döbeln entwickelt und zur Serienreife gebracht. Drei dieser Riesen werden aktuell pro Woche ausgeliefert und vor der britischen und der norwegischen Küste in den Wind gestellt. „Ich glaube, dass wir unseren Mitarbeitern durch die Mitwirkung an solchen internationalen Projekten viele spannende Aufgaben zu bieten haben“, sagt Madlen Gabsch vom Marketing des Unternehmens stolz.

Von Thomas Sparrer

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