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Döbeln Fahrraddiebstahl in Waldheim beschäftigt Amtsgericht Döbeln
Region Döbeln Fahrraddiebstahl in Waldheim beschäftigt Amtsgericht Döbeln
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14:14 06.03.2018
Geklaut oder gehehlt? Die Anklage gegen einen Ex-Kriebsteiner hatte es in sich. Quelle: Wolfgang Sens (LVZ/DAZ)
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Döbeln/Waldheim

Crystal ist ihm nicht fremd. Jahrelang nahm ein 35-jähriger diese Droge. Bis vor etwa einem Jahr. Dann ging er in die Entgiftung, machte eine Langzeittherapie und kehrte Sachsen den Rücken. Nun lebt er im Nachbarbundesland und fängt bald an zu arbeiten – als angestellter Verkäufer in einem Mode-Fachgeschäft. Wer ihn von früher kennt, hätte das nicht erwartet. Und obwohl ihn mittlerweile hunderte Kilometer von Döbeln trennen, saß er am Dienstag pünktlich im Amtsgericht. „Ich muss diese Altlast noch aufarbeiten“, sagte der Ex-Kriebsteiner.

Teures Rad verschwand aus Keller

In der Nacht des 13. Februars 2017 kam ein Fahrrad weg in Waldheim. Jemand stahl das Mountain-Bike der Marke Scott aus der verschlossenen Kellerbox eines Wohnhauses an der Pestalozzistraße. Rund 1000 Euro kostete das Rad, als es neu war. Am 20. März traf die Polizei nun den Angeklagten mit dem Rad in Waldheim an. Das mündete in der Anklage wegen besonders schweren Diebstahls oder Hehlerei.

Nur geborgt und nicht gestohlen?

„Ich habe das Rad weder gestohlen noch gekauft. Es war geliehen“, sagte der 35-Jährige. Er sei an diesem Tag in der Spielothek in Waldheim gewesen, wollte in den Zockertempel nach Hartha. Da habe ihm ein Kumpel aus der Crystal-Szene das Mountain-Bike geborgt. Er könne es ihm wiedergeben oder für 500 Euro kaufen. René habe der Mann mit dem Fahrrad geheißen, erinnerte sich der 35-Jährige. Die Telefonnummer des Radverleihers habe er aber nicht mehr. „Bei meiner Therapie habe ich mich aller alten Kontakte zur Drogenszene entledigt“, so der Angeklagte.

Staatsanwalt hakt nach

Zunächst klang das alles ein wenig nach Märchenbuch. Um ihm wenigstens Hehlerei dranzukriegen, hätte es den Beweis gebraucht, dass er wusste, dass das Rad gestohlen ist. Diesen lieferte die Aussage des Polizeibeamten vorerst, der den 35-Jährigen damals auf dem geklauten Rad angetroffen hat. „Wir fragten, ob ihm das Fahrrad gehörte und er bejahte das“, sagte der Beamte. Aber der Staatsanwalt hakte nach. Es könne auch sein, der Angeklagte habe gesagt, das Rad gehöre lediglich zu ihm. Auch die Geschichte mit jenem René bestätigte der Zeuge. „Er gab an, das Rad von ihm für 500 Euro gekauft zu haben.“

Ohne Strafe ins neue Leben

Am Ende ließen sich die Angaben des 35-Jährigen nicht widerlegen. Ob nun geliehen oder für 500 Euro gekauft – das subjektive Tatbestandsmerkmal der Hehlerei war nicht erfüllt. Es ließ sich nicht nachweisen, dass der Mann wusste, dass das Scott-Bike geklaut war. „Es reicht am Ende nicht für eine Verurteilung aus“, sagte Richterin Marion Zöllner. So kann der junge Mann nun mit einem Freispruch in seinen neues Leben starten.

Von Dirk Wurzel

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