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Döbeln Fairplay Soccer Tour lässt die Hartharena beben
Region Döbeln Fairplay Soccer Tour lässt die Hartharena beben
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17:05 11.03.2018
Harthas Gymnasiasten gegen die Mädchen von der Pesta: Die Jungs von „Mein Lieblingsverein“ spielten wie die „Die unbekannten 007“ im Turnier. Quelle: Foto: Sven Bartsch
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Hartha

Schon von draußen ist das Abprallen der Bälle auf dem Hallenboden zu hören. Die Hartharena durchzieht der Duft, den nur jugendliche Körper verströmen, die der Pubertät noch nicht ganz entwachsen sind. Das heißt, eine Mischung aus diesem und den penetrant-süßlichen Deosprays, die dagegen ankämpfen sollen. Mädchen in Chucks und Jungen in Mannschaftstrikots machen sich bereit. 13 Uhr ist Turnierbeginn, ab dann wird im Minutentakt auf drei Spielfeldern gekickt.

Nach Döbeln in diesem Jahr in Hartha zu Gast

Die Sparkassen Fairplay Soccer Tour, die am Donnerstag am Martin-Luther-Gymnasium Halt machte, wird von der Deutschen Soccer Liga gemeinsam mit den Sparkassen und Mastercard ausgerichtet. Nach dem Gymnasium in Döbeln entschied sich die Kreissparkasse Döbeln in diesem Jahr für Hartha: „Wir wollen immer eine andere Schule im Kreis zu besuchen“, sagt Juliane Scheder, Mitarbeiterin beim Vertriebsmanagement. „Was uns besonders gefällt“, fügt Vorstandsmitglied Thomas Gogolla hinzu, „dass nicht nur der sportliche Gedanke im Vordergrund steht, sondern auch fair zu spielen. Es zählt nicht nur das Siegen.“

Kurzes, intensives Spiel

Gespielt wird Straßenfußball, erklärt Marcus Frey von der Deutschen Soccer Liga. Zu dritt, ohne Torwart auf Spielfeldern, die kleiner sind als auf dem Rasen. Die sogenannten Courts sind mit Netzen abgetrennt und Banden versehen. „Die drei Minuten strengen an, der Ball kann nicht ins Aus“, sagt er. Gespielt wird in der Altersklasse von 14 bis 17 Jahren, eine Mädchenmannschaft und eine über 18 laufen außer Konkurrenz.

Fairplay wird belohnt

Das tut der Spielfreude von Sarah-Michelle, Samantha, Alexa und Lucy keinen Abbruch: „Ich hab’s mir schwerer vorgestellt“, sagt Sarah-Michelle. Sie ist wie die anderen im Team „Die unbekannten 007“ 14 Jahre alt. Die Mädchen gehen in die achte Klasse der Pestalozzi-Oberschule. Gegen das gut anderthalb Köpfe größere Team der Jungs von Billa FC haben sie trotzdem kaum eine Chance. Nach drei Minuten haben die acht Mal den Ball im Tor versenkt, die Mädchen gehen diesmal leer aus. Das heißt, nicht ganz: Für dieses Spiel kassieren beide Teams die vollen sechs Fairplay-Punkte, es gibt keine Abzüge, weil weder beschimpft, gefoult oder mit der Hand gespielt wurde.

19 Mannschaften messen sich

19 Mannschaften haben sich angemeldet. Sie kommen aus Döbeln, Waldheim und Hartha, zwei aber auch aus Thüringen. Dort entstand das Projekt 2001, um Jugendliche von der Straße zu holen. Von einst 80 Teilnehmern beteiligen sich inzwischen 20 000 an der in ostdeutschen Städten veranstalteten Tour. „Was uns von anderen Fußballturnieren unterscheidet ist die zweite Fairplay-Bewertung“, beschreibt Frey. Nicht nur sportlich gute Mannschaften werden ausgezeichnet, sondern auch besonders redliche.

Projekttag am Gymnasium begleitet Fußballturnier

Für die Schüler des Gymnasiums gab es zudem begleitend einen Projekttag: Der Fairplay-Gedanke wurde dort auf die Felder Gesundheit und Finanzen übertragen. Blutkrebsvorsorge und Stammzellenspende treffen auf richtige Kontoführung und Schuldenvermeidung. Das komme in den Partnerschulen gut an, sagt Frey.

Bundesfinale im Juli auf Rügen

Seit 2010 sind die ostdeutschen Sparkassen mit eingespannt, zusätzlich sind in Hartha auch Vertreter des Landes- und Kreissportbunds vor Ort. Tobias Ziehn, Referent für das Programm „Integration durch Sport“ beim Landessportbund wirbt etwa dafür, einen Lego-Baustein mit dem eigenen Namen und dem, was Fairness bedeutet, zu versehen. Daraus gebaut wird ein Leuchtturm mit den gesammelten Werten. Beim Bundesfinale ab dem 18. Juli in Prora auf Rügen, soll der „von der Ostsee über ganz Deutschland strahlen.“ Für die Gewinner aus Hartha geht es jedoch erst zum Landesfinale nach Dresden.

Von Manuel Niemann

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