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Döbeln Fairplay in Theorie und Praxis beim DSC
Region Döbeln Fairplay in Theorie und Praxis beim DSC
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17:32 06.08.2017
Auf dem Platz sind alle gleich: Beim Fairplay-Turnier des Treibhaus-Vereines spielen jährlich Hiesige und Zugereiste Fußball. Quelle: Foto: Gerhard Schlechte
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Döbeln

„Was war denn das für ein schwuler Pass?“, „Der spielt ja wie eine Tucke!“, „Wir sind hier nicht beim Frauenfußball.“ Diskriminierende Sätze wie diese sind allgegenwärtig auf deutschen Fußballplätzen. Die ersteren setzen Homosexuelle herab, der letztere wertet Frauen ab und ist eine Spielart der Geschlechterdiskriminierung.

Die Ausstellung „Strafraum 2.0“ setzt sich mit dem Thema Diskriminierung auseinander. Sexismus, Homophobie, Antisemitismus, Rassismus, Neonazismus und Rechtspopulismus sind die Themenfelder. Sie ist seit dem Wochenende in den Vereinsräumen des Döbelner SC im Gruner-Sportpark zu sehen. „Auf dem Platz sind alle gleich. Wir spielen alle gemeinsam Fußball“, sagte Thomas Kolbe vom DSC-Vorstand zur Ausstellungseröffnung. Weil beim Verein etliche Asylbewerber Fußball spielen, sah er gemeinsam mit Karl-Heinz Schmieder, dem technischen Leiter des DSC, einen guten Grund, die Ausstellung nach Döbeln zu holen. Diese hat die Initiative für mehr gesellschaftliche Verantwortung im Breitensport Fußball (IVF) ins Leben gerufen, die bei Roter Stern Leipzig angesiedelt ist, dort ihren Ursprung hat.

„Aufgrund der Inszenierungsformen ist die Fanszene für Rechtspopulisten und Neonazis sehr attraktiv, um dort neue Leute zu rekrutieren“, sagte Peter Köpper von IVF. Er sprach auch an, wie es in der Auseinandersetzung der Fangruppierungen in Bezug auf den erfolgreichen Fußballverein RB Leipzig häufig antisemitische Stereotype bedient werden würden. Das dokumentiert auch eine Ausstellungstafel. Diese Schau zeigt aber auch positive Beispiele von Fangruppen sächsischer Fußballvereine, die gegen die Diskriminierung wirken. Sie zeigt also nicht nur das Negative, sondern hebt auch die positiven hervor. Die Leute von der IVF sind froh, ihre Ausstellung in Döbeln zeigen zu können. Oft haben sie von Fußballfunktionären ablehnende Worte gehört – zum Beispiel, dass das Projekt den Sport in ein schlechtes Licht stellen würde.

„Strafraum 2.0“ ist die Theorie – „Fairplay“ die Praxis. Erstmals veranstaltete der Döbelner Treibhaus-Verein sein Fußballturnier, bei dem Hiesige und Zugereiste gemeinsam um den Fairplay-Pokal kicken, auf dem DSC-Rasen. Zuvor hat der Verein diesen Wettkampf im Lok-Stadion und im vergangenen Jahren im Stadion Bürgergarten ausgetragen. Dort wollte die Stadt aber zuviel Miete haben, wie Stephan Conrad vom Treibhaus berichtet. So spielten die sechs Mannschaften am Sonnabend im Gruner-Sportpark.

Von Dirk Wurzel

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