Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Döbeln Falschparker an der Märchenburg rufen Zettelmann auf den Plan
Region Döbeln Falschparker an der Märchenburg rufen Zettelmann auf den Plan
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:16 09.07.2018
Ob am Burgberg oder vor der Papierfabrik: Kriebsteins Knöllchenmann hatte am Wochenende wieder gut zu tun. Quelle: Sven Bartsch
Kriebstein

Die Burg der Märchen hat sich auch für die Gemeinde Kriebstein gelohnt. Bürgermeisterin Maria Euchler (Freie Wähler Kriebstein) kann die Einnahmen aus dem Verwarngeld zwar noch nicht beziffern. Es hat sich aber herumgesprochen, dass der Knöllchen-Mann gut zu tun hatte am Wochenende. „Wir sind gut aufgestellt. Unser Mitarbeiter wohnt in der Nähe und hat den Burgberg gut im Blick“, sagt die Bürgermeisterin.

Sicherheit geht vor

Das Knöllchengeld ist aber eher Nebensache. Wichtig ist der Gemeinde, dass sich die strengen Kontrollen herumsprechen und dadurch abschreckend wirken. Denn es geht um die Sicherheit. „Wenn die Straße zugeparkt ist, müssen die Fußgänger an den abgestellten Fahrzeugen vorbeilaufen. Das ist gefährlich. Wir können bloß hoffen, dass nichts passiert, bis der Burgberg endlich ausgebaut ist“, sagt die Bürgermeisterin. Sie verweist auf den neuen Fußweg zwischen Talsperren-Parkplatz und Rittergut. Problematisch bei diesem Weg zur Burg ist aber dann der Berg, wo die Leute wieder direkt an der Straße entlanglaufen. Was parkende Autos wiederum behindern. Ein weiterer legaler Parkplatz befindet sich in Kriebethal. Die Gemeinde hat ihre alte Schule abreißen lassen, um diesen touristischen Parkplatz mit 82 Stellplätzen zu schaffen. Von dort gelangt man über eine Treppe zum Weg, der durch den Wald zur Burg führt.

Kommentar: Kontrollen sind notwendig

Die Kontrollen am Burgberg sind richtig. Die Bequemlichkeit hat eben ihren Preis, nahe am Ausflugsziel zu parken: 15 Euro Verwarngeld statt zwei, drei Euro auf den öffentlichen Parkplätzen an der Talsperre und in Kriebethal.

Aber das ist nur eine Seite der Medaille. Die andere ist die Sicherheit. Der Burgberg ist nicht nur steil, kurvig und damit unübersichtlich. Die Straße ist stellenweise auch recht schmal. Wenn dann noch Fußgänger an geparkten Autos vorbei laufen müssen, engt das den Fahrweg für Autos noch weiter ein. Da sind gefährliche Situationen programmiert. Nicht umsonst stehen Verbotsschilder am Burgberg, die das Parken und Halten einschränken. Klar ist: Wer falsch parkt, braucht sich nicht über das Verwarngeld zu beschweren.

Anderseits wäre es wünschenswert, wenn die Gemeinde Kriebstein die Autofahrer nicht gleich mit Knöllchen überraschen würde. Wenn einfach der Mitarbeiter, der die Scheibenwischer-Andenken verteilt, die Falschparker am Burgberg darauf hin weisen würde, dass es auch öffentliche Parkplätze gibt, wo man sein Auto abstellen kann, ohne die Sicherheit zu gefährden. Für die ganz hartgesottenen und unbelehrbaren Wagenlenker kann es dann natürlich gerne ein Verwarngeld sein. Wer nicht hören will, muss eben fühlen. Mit der bisherigen Praxis setzt sich die Gemeinde Kriebstein allerdings dem Vorwurf des Raubrittertums am Burgberg aus. Das tut nicht Not.

Wie Maria Euchler sagt, klingelten nach dem Wochenende in der Gemeinde die Telefone heiß. Aber nicht alle reklamierten das Verwarngeld fürs Falschparken am Burgberg. „Einige Leute riefen an und sagten, dass der Parkscheinautomat auf dem Talsperrenparkplatz defekt war. Wir werden das jetzt prüfen“, sagt sie.

Von Dirk Wurzel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Rock meets Klassik & gute Laune heißt es in diesem Sommer im Döbelner Kino. Los geht es schon diese Woche.

09.07.2018

Das Verrichten der Notdurft gipfelte Samstagmorgen im Mügelner Ortsteil Glossen in einer handfesten Schlägerei.

09.07.2018

Die Stadtwerke Döbeln investieren fünf Millionen Euro in den Netzausbau für die neuen Ortsteile.

12.07.2018