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Döbeln Familienpaten helfen Eltern beim Durchatmen
Region Döbeln Familienpaten helfen Eltern beim Durchatmen
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17:52 11.07.2018
Mandy Gausche und Christina Giourgas von der Awo kümmern sich im Raum Döbeln um die Familienpaten.
Döbeln

Laut einer Umfrage fühlen sich die Hälfte aller Eltern gestresst und glauben andererseits, zu wenig Zeit für ihre Kinder zu haben. Da ist es gut, wenn Oma oder Opa mal bei der Kinderbetreuung, oder auch nur beim Spielen mit den Kleinen einspringt, damit Mutter oder Vater mit etwas Zeit für sich mal wieder Kraft tanken können.

Doch in unseren Breiten sind Familienstrukturen und Freunde, die mal kurzfristig aushelfen, oft weit weg. Hier springt seit nunmehr fünf Jahren das Projekt „Familienpaten“ ein. Mandy Gausche und Christina Giourgas kümmern sich bei der AWO in Döbeln darum, dass Familienpaten und Familien mit kleinen Kindern zusammenfinden.

„Die Großeltern wohnen oft hunderte Kilometer weit entfernt. In anderen Familien ist der Mann in der Woche auf Montage und die Frau mit zwei kleinen Kindern allein. Doch oft brauchen Mütter auch mal einen Moment Zeit für sich oder auch das ältere Kind“, berichte Mandy Gausche von der Awo-Familienbildung. Bevor die kleine Familie oder Alleinerziehende an ihre Grenzen stoßen, will das Projekt Familienpaten helfen. „Es geht um Unterstützung, bevor das Kind sprichwörtlich in den Brunnen gefallen ist. Denn jeder der Kinder hat, weiß dass man in angespannten Situationen auch mal an Grenzen stoßen kann und da ist Unterstützung einfach schön“, so die Sozialpädagogin.

16 Paten haben Mandy Gausche und Christina Giourgas von der Awo-Familienbildung derzeit im Gebiet des Altkreises Döbeln in ihrer Kartei. 50 sind es im gesamten Landkreis Mittelsachsen. Aktuelll sind in der Döbelner Region sechs Familienpaten im Einsatz. Parallel suchen die beiden Frauen gerade nach zwei Familienpaten im Raum Roßwein. Auch in Waldheim wünscht sich gerade eine Familie einen solchen Paten. In einem anderen Fall in Waldheim fanden eine Familie und ein Pate gerade erst zusammen.

„Es muss zu einander passen. Und das ist manchmal gar nicht so einfach“, weiß Mandy Gausche. Mal wird der Pate besonders am Vormittag gebraucht und die in Frage kommende Person geht selbst noch arbeiten. Ein anderes Mal passt es örtlich nicht. Deshalb suchen die beiden Sozialarbeiterinnen oft gezielt mit der Anfrage einer Familie nach geeigneten Paten. Die Paten sollen bei der familiären Unterstützung keinesfalls überfordert oder als kostenlose Haushaltshilfe missbraucht werden. „Zwischen zwei und sechs Stunden in der Woche gilt als Richtwert für den Einsatz der Paten in der Familie. Die Leute bekommen dafür kein Geld. Sie sind über uns und das Landratsamt Mittelsachsen lediglich versichert und bekommen eine Kilometerpauschale für die Anfahrt. Zu den möglichen Aufgaben der Familienpaten gehören das Spielen mit den Kindern im häuslichen Umfeld oder in der Natur, Spaziergänge oder Spielplatzbesuche, das Vorlesen oder die Betreuung bei Elternabenden oder ähnlichen Terminen. Die Patenschaft, die nach einführenden Gesprächen mit Mandy Gausche begründet wird, geht innerhalb des Projektes bis zum dritten Lebensjahr des Kindes. Das liegt an den Regeln der Bundesstiftung Frühe Hilfen, welche das Projekt aufgelegt hat. „Oft bleiben die Familienpaten und die Familien auch danach auf privater Basis Partner. Unsere Paten sind aktuell zwischen 45 und 73 Jahre alt. Manche haben selbst keine Enkel oder die Enkel wohnen weit weg, so dass die Patenenkel eine schöne Motivation sind“, hat Mandy Gausche beobachtet.

Wer Interesse hat, selbst Familienpate zu werden, oder die Unterstützung eines Paten brauchen könnte, kann sich an Mandy Gausche bei der Awo-Familienbildung in der Nordstraße 2 im Bürgerheim in Döbeln melden. Telefon: 03431/601817 oder familienbildung@awo-familienzentrum.org. Obligatorisch ist für alle Paten auch eine kostenlose Schulung.

Von Thomas Sparrer

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