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Döbeln Feiernde Menschen und bummelnde Kunden
Region Döbeln Feiernde Menschen und bummelnde Kunden
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19:10 15.04.2018
Gute gelaunte Wirte nach der Kneipenmeile: Sandro Fleiß (Kimmi Dolly), Denise Klette (Old Town Pub) und Christian Dettke (Prinz Albert Inn v.l.) planen nächstes Jahr größer. Quelle: privat
Döbeln

Schönes Wetter, gut gefüllte Innenstadt , gut gelaunte Menschen, gut gelaunte Händler – das war der erste verkaufsoffene Sonntag in der Döbelner Innenstadt in aller Kürze zusammengefasst.

In der Bäckerstraße wandelten zeitweise die Menschen in großer Zahl, am Stiefelbrunnen auf dem Niedermarkt bemerkten die Inhaber des Eiscafés Venezia nochmal einen deutlich Schub an Kundschaft gegenüber den anderen Sonntagen.

Auch Verkäuferin Katja Börno im Modegeschäft „Fashion Inn“ in der Bäckerstraße strahlte kurz vor Ladenschluss zufrieden: „Der verkaufsoffene Sonntag hat echt Spaß gemacht. Es war viel Bewegung in der Innenstadt. Die Leute waren gut gelaunt und der Umsatz war auch gut.“ Ähnlich äußert sich auch Miriam Flegel vom Geschäft „Hut und Mode Flegel“ in der Stadthausstraße. Auch im Braut- und Festmodengeschäft am Obermarkt herrschte Zufriedenheit. Viele Paare und Familien waren in der Stadt unterwegs. Und die Kunden seien entspannt gewesen.

Im Eingangsbereich des CityKaufhauses sorgten Sechstklässler Luca Eichler und zehn seiner Klassenkameraden von der 6c des Lessing-Gymnasiums für Café und selbstgebackenen Kuchen. Gemeinsam mir den aktiven Eltern der Klasse waren 21 Kuchen gebacken worden. Die wurden an die Sonntagseinkäufer und Innenstadtbummler verkauft. „Das Geld ist für die Klassenkasse. Wir wollen gemeinsam in die Trampolinhalle „Jump Haus“ fahren“, erzählt Luca.

Schöne Frauen und schöne Mode bei schönem Wetter. Verkäuferin Katja Borchardt im Citykaufhaus und Kundin Marlen Spielmann. Quelle: Sven Bartsch

Auch Holger Langer vom Photo-Porst-Geschäft in der Bäckerstraße hat sein Geschäft geöffnet. „Es war nicht langweilig. Ob, es sich lohnt, am Sonntag zu öffnen, ist meist branchen- und sortimentsabhängig. Beim Sonntagsbummel sind es wahrscheinlich eher Spontankäufe, etwa im Modebereich. Wir sind Mitglied im Stadtwerbering, also machen wir auch mit auf, im Sinne der Händlergemeinschaft, so Langer.

Grit Neumann, die Vorsitzende des Stadtwerberinges, nutzte den Sonntag vor allem um auf ihren Weinhandel in der Stadthausstraße aufmerksam zu machen. Zum Sonderpreis wurden verschiedenste Wein in Schoppen verkostet. „Wir haben in unserem Haarstudio aber auch eine Menge Frisuren gemacht“, sagt sie. Für sie ist ein solcher verkaufsoffener Sonntag keine Frage des Umsatzes. „Es geht darum, mal wieder auf unsere Innenstadt aufmerksam zu machen. Man sieht außerhalb des normalen Alltags viele neue Gesichter beim entspannten Bummel. Ich denke, dass viele davon auch an anderen Tagen wiederkommen und das ist doch unser Ziel.“

Auf dem städtischen Teil des Edeka-Parkplatzes luden Schausteller mit ihren Fahrgeschäften zum Frühlingsfest. Auch Anni (2) kam mit Papa Ralph und Mutter Nicole. Quelle: Sven Bartsch

Nächstes Jahr große Kneipennacht

Ein ganz anderes Ziel haben sich Sandro Fleiß vom Kimmi Dolly, Denise Klette vom Old Town Pub und Christian Dettke vom Pub Prinz Albert Inn gesetzt. Die drei Worte wollen im nächsten Jahr weitere Gastronomen der Stadt ansprechen und eine Neuauflage der Döbelner Kneipennacht planen. Am Sonnabend hatten die beiden Kneipen und die Tanzbar im Theaterviertel zu Kneipenmeile mit Livemusik und Live-DJs geladen. „ Es war Weltklasse. Die Läden waren voll. Das Wetter passte und die Musik war sahne“, sagt Christian Dettke. Im Vorverkauf waren nur etwa zehn Prozent der Eintrittsbändchen verkauft worden. 90 Prozent der Kneipenmeilenbesucher kamen spontan und feierten bei mildem Wetter bis zum frühen Sonntagmorgen.

Kommentar: Appetit machen auf mehr

Gleich zwei Achtungszeichen hat Döbelns Innenstadt an diesem vergangenen Wochenende gesetzt. Mit der nach einigen Jahren wieder belebten Kneipenmeile im Theaterviertel zeigen die dort ansässigen Gastronomen, dass in Döbeln etwas los. Das es sich lohnt, sich abends auf den Weg zu machen. Gemütliche Kneipen, Livemusik, Partystimmung., Leute treffen. „All das geht in Döbeln-City“, ist die Botschaft. Und wenn es gelinge, die vor Jahren begrabene große Döbelner Kneipennacht wieder zu beleben und noch viel mehr Gastwirte der Stadt zum Mitmachen zu bewegen – dann wäre dieses von Döbelns Kneipenlandschaft gesetzte Zeichen noch viel besser. Ebenso verhält es sich mit dem verkaufsoffenen Sonntag gestern: Das Eiscafé und die Innenstadtcafés ziehen auch an normalen Sonntagen Menschen ins Döbelner Stadtzentrum, die eisschleckend an den Schaufenstern vorbeischlendern. Ein verkaufsoffener Sonntag ist dagegen ein Schaulaufen des Einzelhandels. Am entspannten, stressfreien Sonntag öffnen die Geschäfte für bummelnde Kunden die Läden und Laden zur Kür beim Einkaufen ein, für die an hektischen Wochentagen oft keine Zeit bleibt. Umsatzrekorde bricht ein verkaufsoffener Sonntag sicher in einer kleinen Stadt nicht. Der Sonntag sollte auch niemals zum Einkaufsalltag gehören. Er sollte außerhalb der Weihnachtszeit zwei mal im Jahr Appetit auf Döbelns Innenstadt machen

th.sparrer@lvz.de

Von Thomas Sparrer

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