Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Döbeln Feiner Zug rollt ab Juni durch die Region Döbeln – Strecke Chemnitz-Riesa hat offenbar Zukunft
Region Döbeln Feiner Zug rollt ab Juni durch die Region Döbeln – Strecke Chemnitz-Riesa hat offenbar Zukunft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:23 30.03.2016
Didier Pfleger, Geschäftsführer Alstom Deutschland und Österreich, Dr. Harald Neuhaus, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Mittelsachsen; Matthias Löser, Geschäftsführer Transdev Mitteldeutschland GmbH vor einem der neuen Fahrzeuge Quelle: Alstom
Anzeige
Waldheim/Region Döbeln

Dass durch seine Stadt weiterhin ein Zug fährt, liegt Waldheims Bürgermeister Steffen Ernst (FDP) am Herzen. Gemeinsam mit anderen Anliegern dieser Bahnstrecke hatte er sich in die Spur begeben, um für den Erhalt der Strecke zu kämpfen. Nach seinen Worten sieht es nun so aus, dass mindestens bis 2030 eine Eisenbahn durch die Perle des Zschopatals fährt und dort auch hält. Diese Aussage brachte er von einem Treffen der Bürgermeister der Bahnanliegerstädte mit den Verantwortlichen für den Zugverkehr mit. „Aktuell ist es nicht so, dass wir die Alarmglocken schlagen müssen“, sagt Waldheims Rathauschef. Die Nachricht über das Eintreffen der neuen Züge stimmt Steffen Ernst hoffnungsvoll. Wer kauft schon neue Triebwagen, um dann die Strecke dichtzumachen?

Die neuen Schienenfahrzeugen vom Typ Coradia Continental hat sich der Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) einiges kosten lassen. Sie haben einen Fahrzeugwert von etwa 150 Millionen Euro. Gebaut hat die neuen Züge die Firma Alstom. Der Hersteller kümmert sich außerdem die kommenden 16 Jahre um die Instandhaltung der Fahrzeuge. Die elf Dreiteiler und fünf Fünfteiler können jeweils bis zu 350 beziehungsweise 460 Fahrgäste befördern. Zusätzlich zu diesen 16 Zügen bekommt der VMS bis zum 27. Mai noch einen Schwung von 13 Stück geliefert. Wenn am 12. Juni der Betrieb auf dem Elektronetz Mittelsachsen startet, stehen alle neuen Fahrzeuge dafür bereit.

Einen Blick auf und in die neuen feinen Züge des VMS konnten deren künftige Fahrgäste im Oktober vergangenen Jahres werfen. Auch die DAZ nutzte die Gelegenheit auf dem Chemnitzer Hauptbahnhof. „Alstom hat die Anforderungen, die die Fahrgäste des VMS an ein modernes Nahverkehrsfahrzeug stellen, sehr gut umgesetzt“, bilanziert VMS-Geschäftsführer Dr. Harald Neuhaus. Wichtig waren dem Verband vor allem die große Behindertentoilette, das Blindeninformationssystem (BLIS) und ein großer Mobilitätsbereich, um auch mobilitätseingeschränkten Fahrgästen viel Komfort bieten zu können. Die hochwertige Ausstattung komme einem Fernverkehrszug sehr nahe. Die Deutsche Bahn wird den Verkehr auf der Strecke Chemnitz-Elsterwerda aber nicht bewerkstelligen. Der ehemalige Staatsbetrieb war offenbar nicht an diesem Auftrag interessiert, hatte sich nicht einmal an der Ausschreibung beteiligt. So hat der VMS den Auftrag an die Transdev vergeben. Die Bayerische Oberlandbahn, ein Tochterunternehmen des Transdev-Konzerns, betreibt die Eisenbahn dann unter dem Namen Mitteldeutsche Regionalbahn.

Der künftige Eisenbahnverkehr auf der Bankrottmeile ist Waldheims Bürgermeister Steffen Ernst wichtig. Darum will er sich mit VMS-Chef Dr. Neuhaus treffen um über die Zukunft des Zugverkehrs auf der Strecke zu sprechen, deren Baukosten auf dem Abschnitt Limmritz-Waldheim 1848 explodierten, was zum Spitznamen „Bankrottmeile“ führte.

Von Dirk Wurzel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Harthaer Stadtrat hat beschlossen, über 10 000 Euro in neue Schutzbekleidung für die Kameraden der Feuerwehr zu investieren. Die teilweise gut 15 Jahre alte Ausrüstung soll Stück für Stück ersetzt werden. Geplant sind zehn Kleidungssätze pro Jahr.

30.03.2016

Graffiti genannte Schmierereien sind allerorten ein Ärgernis und meistens keine Kunst, sondern nur Gekritzel. Oft transportiert das Geschmiere politische Botschaften linker oder rechter Natur. Weil das Bemalen von Wänden als Sachbeschädigung strafbar ist, beschäftigen sich die Gerichte recht häufig damit, sofern man der Täter habhaft wurde.

31.03.2016
Döbeln Deutschlands ältestes Gefängnis - Zuchthaus Waldheim: Der schwierige 300. Geburtstag

Als im April 1716 – vor 300 Jahren – die Zuchtanstalt Waldheim eröffnet wurde, waren neben Straftätern auch Arme und Waisen untergebracht und zur Begrüßung gab es Stockhiebe. Heute zählt die Justizvollzugsanstalt zu den modernsten in Deutschland. Eine Gedenkwoche soll an die Entwicklung erinnern und die Zukunft einläuten.

30.03.2016
Anzeige