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Feiner Zug rollt ab Juni durch die Region Döbeln – Strecke Chemnitz-Riesa hat offenbar Zukunft

Bahnverkehr Feiner Zug rollt ab Juni durch die Region Döbeln – Strecke Chemnitz-Riesa hat offenbar Zukunft

Die neuen Elektrozüge für die Bahnstrecke Chemnitz-Elsterwerda stehen bereit. Dabei waren vor etwa zwei Monaten Überlegungen öffentlich geworden, den Bahnverkehr auf dieser Strecke einzustellen. Für Waldheim würde das bedeuten: Totes Gleis, hier hält kein Personenzug mehr, Stillstand auf der Bankrottmeile.

Groß war der Andrang im Oktober vergangenen Jahres, als der Verkehrsverbund Mittelsachsen auf dem Chemnitzer Hauptbahnhof die neuen Züge präsentierte. Diese fahren spätestens ab Juni auch auf der Strecke Chemnitz-Elsterwerda und damit auch durch die Region Döbeln.

Quelle: Dirk Wurzel

Waldheim/Region Döbeln. Dass durch seine Stadt weiterhin ein Zug fährt, liegt Waldheims Bürgermeister Steffen Ernst (FDP) am Herzen. Gemeinsam mit anderen Anliegern dieser Bahnstrecke hatte er sich in die Spur begeben, um für den Erhalt der Strecke zu kämpfen. Nach seinen Worten sieht es nun so aus, dass mindestens bis 2030 eine Eisenbahn durch die Perle des Zschopatals fährt und dort auch hält. Diese Aussage brachte er von einem Treffen der Bürgermeister der Bahnanliegerstädte mit den Verantwortlichen für den Zugverkehr mit. „Aktuell ist es nicht so, dass wir die Alarmglocken schlagen müssen“, sagt Waldheims Rathauschef. Die Nachricht über das Eintreffen der neuen Züge stimmt Steffen Ernst hoffnungsvoll. Wer kauft schon neue Triebwagen, um dann die Strecke dichtzumachen?

Die neuen Schienenfahrzeugen vom Typ Coradia Continental hat sich der Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) einiges kosten lassen. Sie haben einen Fahrzeugwert von etwa 150 Millionen Euro. Gebaut hat die neuen Züge die Firma Alstom. Der Hersteller kümmert sich außerdem die kommenden 16 Jahre um die Instandhaltung der Fahrzeuge. Die elf Dreiteiler und fünf Fünfteiler können jeweils bis zu 350 beziehungsweise 460 Fahrgäste befördern. Zusätzlich zu diesen 16 Zügen bekommt der VMS bis zum 27. Mai noch einen Schwung von 13 Stück geliefert. Wenn am 12. Juni der Betrieb auf dem Elektronetz Mittelsachsen startet, stehen alle neuen Fahrzeuge dafür bereit.

Einen Blick auf und in die neuen feinen Züge des VMS konnten deren künftige Fahrgäste im Oktober vergangenen Jahres werfen. Auch die DAZ nutzte die Gelegenheit auf dem Chemnitzer Hauptbahnhof. „Alstom hat die Anforderungen, die die Fahrgäste des VMS an ein modernes Nahverkehrsfahrzeug stellen, sehr gut umgesetzt“, bilanziert VMS-Geschäftsführer Dr. Harald Neuhaus. Wichtig waren dem Verband vor allem die große Behindertentoilette, das Blindeninformationssystem (BLIS) und ein großer Mobilitätsbereich, um auch mobilitätseingeschränkten Fahrgästen viel Komfort bieten zu können. Die hochwertige Ausstattung komme einem Fernverkehrszug sehr nahe. Die Deutsche Bahn wird den Verkehr auf der Strecke Chemnitz-Elsterwerda aber nicht bewerkstelligen. Der ehemalige Staatsbetrieb war offenbar nicht an diesem Auftrag interessiert, hatte sich nicht einmal an der Ausschreibung beteiligt. So hat der VMS den Auftrag an die Transdev vergeben. Die Bayerische Oberlandbahn, ein Tochterunternehmen des Transdev-Konzerns, betreibt die Eisenbahn dann unter dem Namen Mitteldeutsche Regionalbahn.

Der künftige Eisenbahnverkehr auf der Bankrottmeile ist Waldheims Bürgermeister Steffen Ernst wichtig. Darum will er sich mit VMS-Chef Dr. Neuhaus treffen um über die Zukunft des Zugverkehrs auf der Strecke zu sprechen, deren Baukosten auf dem Abschnitt Limmritz-Waldheim 1848 explodierten, was zum Spitznamen „Bankrottmeile“ führte.

Von Dirk Wurzel

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