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Döbeln Fernseher raus – Klavier rein
Region Döbeln Fernseher raus – Klavier rein
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13:45 22.03.2018
Emil probierte sich beim Tag der offenen Tür an der Musikschule Döbeln am Klavier aus. Quelle: Sven Bartsch
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Döbeln

Wer am Sonnabendvormittag durch die Straße des Friedens ging oder fuhr, konnte schon ihn von weitem hören, den Tag der offenen Tür an der Kreismusikschule. Das Jugendblasorchester saß im Hof und ließ die Straße mit Musik der Blues Brothers und anderen Klassikern erschallen. Drinnen zog es den Besucher sogleich in den Keller, wo ein Kinderballett mit rosa Tutu Mütterherzen zum Schmelzen und Töchter von Besuchern auf Ideen brachte. Während sich gleich nebenan Mädchen und Jungs am Schlagzeug ausprobierten, darunter der siebenjährige Max-Ludwig, der schon Flötenunterricht an der Musikschule nimmt und sich musikalisch noch erweitern möchte. „Das muss man noch sehen“, sagte ein etwas skeptisch dreinschauender Papa Oliver Haas. „Wir hatten auch schon ein Klavier für ihn besorgt und das Interesse ist dann nach einem halben Jahr wieder verflogen.“ Dennoch probierte er mit dem Sohnemann alle Musikinstrumente vom Dach bis in den Keller aus. „Er hat Oboe probiert, Cello, Klavier. Und E-Gitarre – aber das war ihm zu laut“, erzählte Haas und lachte angesichts der donnernden Schlagzeugversuche seines Sohnes.

Rund 200 Besucher nutzten den Vormittag der vielen offenen Türen in der Musikschule und entsprechend gut gelaunt zeigte sich Leiterin Margot Berthold trotz Auftrittsstress am Freitag und Sonnabend zum zehnten Geburtstag der Hartharena. „Alles ist glänzend gelaufen, das Haus ist voll und konnten wieder viele Fragen beantworten“, schwärmte sie. Ein Beispiel: „Trompete oder andere Blechblasinstrumente kann ein Kind erst erlernen, wenn die Frontzähne den Zahnwechsel durchhaben. Die Milchzähne würden sich verziehen“, erklärte Berthold. Stattdessen würde für kleinere Kinder Blockflöte zum Einstieg angeboten.

Selbst Zweijährige können schon zum Unterricht bei Dorothea Fromm kommen. In einer Eltern-Kind-Gruppe werden hier Rhythmusübungen absolviert. „Es macht einen Riesenunterschied, ob die Kinder vorher bei Frau Fromm waren oder erst mit vier Jahren ohne Vorbildung zu uns kommen“, sagt Berthold.

Eine Ausnahme ist die fünfjährige Annemarie, über die Margot Berthold eine Geschichte erzählen kann, die sie ins Schwärmen bringt. „Sie hat schon drei große Geschwister bei uns, die alle ein Blasinstrument spielen. Mit vier Jahren hat sie dann beschlossen, bei uns Klavier zu lernen, damit sie die Geschwister begleiten kann. Die Mama sagte, wir haben keinen Platz für ein Klavier, worauf sie entgegnete: Doch Mama, da schmeißen wir den Fernseher raus.“

Noch viel mehr solcher Schüler wünscht sich Margot Berthold. 620 sind es derzeit und das konstant seit rund zehn Jahren. Angesichts der Anmeldezettel, die der Leiterin am Sonnabend ständig in die Hand gedrückt wurden, dürfte das auch in diesem Jahr so weitergehen.

Von Sebastian Fink

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