Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Döbeln Feuer in Döbelner Wohnhaus ausgebrochen – drei Häuser evakuiert
Region Döbeln Feuer in Döbelner Wohnhaus ausgebrochen – drei Häuser evakuiert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:19 30.09.2016
In einem Wohnhaus in Döbeln ist ein Feuer ausgebrochen.  Quelle: Sven Bartsch
Döbeln

Ein dramatischer Wohnungsbrand forderte am Freitagmorgen in Döbeln einen Großeinsatz von Feuerwehr, Rettungssanitätern und Polizei. Gegen 7 Uhr brach vermutlich in der Küche einer Dachgeschosswohnung an der Straße des Friedens 15 ein Feuer aus, das in der Folge auf eine weitere Wohnung, auf das Dach und die Gauben übergriff. Die Brandursache ist noch unklar.

In einem Wohnhaus in Döbeln ist am Freitagmorgen ein Feuer ausgebrochen. Das Löschen des Brandes gestaltete sich äußerst schwierig.

Die Bewohner des Brandhauses konnten das Gebäude unversehrt verlassen. Die Einsatzkräfte evakuierten aus Sicherheitsgründen auch die beiden Nachbarhäuser. „Wir haben insgesamt sieben Personen aus dem betroffenen Gebäude betreut. Drei davon sind ins Krankenhaus gebracht worden, nicht wegen Verletzungen durch den Brand, sondern zur Sicherheit, weil sie Vorerkrankungen haben“, erklärte Mike Mittmann, Leiter Organisation des DRK-Rettungsdienstes. Die Schnelleinsatzgruppe des DRK betreute vier Hausbewohner mehrere Stunden lang in einem großen Raum der Fahrschule Hoffmann in der benachbarten Thielestraße, den diese spontan zur Verfügung stellte. Insgesamt war das DRK mit acht Fahrzeugen und zahlreichen Kräften im Einsatz.

Ein Gerücht, nach dem sich noch während des Brandes Kinder im Gebäude befunden haben sollen, bestätigte sich nicht. „Alle Personen sind aus dem Haus raus. Das hat ein Suchtrupp festgestellt, den wir gleich in das Gebäude geschickt haben“, sagte Einsatzleiter Thomas Harnisch von der Feuerwehr Döbeln. In der Dachgeschoss-Wohnung, in der das Feuer ausbrach, wohnte eine junge Frau mit zwei Kindern. Beide Kinder waren nach Aussage von Rettungskräften aber bereits in der Schule beziehungsweise im Kindergarten.

Das Löschen des Brandes gestaltete sich äußerst schwierig. Mehrere Feuerwehrtrupps rückten mit Atemschutzgeräten abwechselnd ins Gebäude vor und löschten von innen, während weitere Trupps von der Döbelner Drehleiter und vom Waldheimer Hubsteiger aus das Feuer von oben und von zwei Seiten aus bekämpften. Zwischenzeitlich mussten die Kameraden das Vorrücken übers Treppenhaus unterbrechen, um sich nicht selbst zu gefährden. Die Wasserversorgung war stabil und erfolgte über Hydranten. Doch immer wieder schlugen die Flammen aus dem Dach und aus den Gauben. Das lag einerseits vermutlich am verbauten Dämmmaterial, andererseits an der Dachkonstruktion, die wegen der Schindeleindeckung mit Schalbrettern versehen ist.  Die hohen Rauchwolken waren kilometerweit zu beobachten. Nach etwa drei Stunden war der Brand gelöscht, es qualmte nur noch. Auch ein Übergreifen des Feuers auf die Nachgebäude hatten die Einsatzkräfte verhindert. Rund 50 Kameraden der Feuerwehr Döbeln und aller Ortsfeuerwehren sowie der Freiwilligen Feuerwehr Waldheim waren beteiligt.

Das Haus Nummer 15 ist jetzt unbewohnbar. Das Dachgeschoss ist zerstört, die unteren Geschosse sind durch das Löschwasser in Mitleidenschaft gezogen.  Es entstand hoher Sachschaden. „Wir haben in Döbeln vier Wohnungen organisiert, in die die betroffenen Familien übergangsweise einziehen können. Mitarbeiter des Bauordnungsamtes sehen sich das Brandhaus an und entscheiden, wie weiter verfahren wird – ob eine Komplettsperrung erfolgt und ob noch persönliche Dinge aus den Wohnungen geholt werden können“, erklärte Döbelns Ordnungsamtsleiter Jürgen Müller. 

Bei dem vierstöckigen Gebäude handelt es sich um ein Gründerzeithaus, Baujahr 1910. Eigentümer Felix Wesolowska aus Gleisberg hatte es 1997 vollständig saniert und den Dachgeschossbereich erst vor etwa zwei Jahren umfangreich renoviert. Er sagte: „Das Haus ist ordnungsgemäß versichert.  Die Mieterin der Wohnung, in der das Feuer offenbar ausgebrochen ist, hat wohl auch eine Haftpflichtversicherung. Wann alles wieder bewohnbar ist, lässt sich jetzt noch nicht abschätzen. Es ist ja auch reichlich Löschwasser in das Gebäude reingelaufen.“

Von Olaf Büchel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Skatstadt, Zwiebelstadt, Stiefelstadt – Quizfrage: Welche Kommunen in Leipzigs Umland tragen wohl diese Spitznamen? Ganz klar: Altenburg, Borna und Döbeln sind gemeint. Aber wieso eigentlich? Die LVZ zeigt an zwölf Beispielen, warum die Städte heißen, wie sie heißen.

30.09.2016

Schlimmer Affront unter zwei benachbarten Kommunen: Leisnig will Hartha nicht aus dem Abwasserzweckverband entlassen. Der Leisniger Rat lehnte das mit einer mehr als deutlichen Mehrheit von 13 Stimmen ab. Nur drei Räte stimmten mit Ja. Hartha möchte in den Abwasserzweckverband „Untere Zschopau“ Waldheim wechseln. Der Leisniger Beschluss hat Konsequenzen.

29.09.2016

Bei der Döbelner Traditionsfirma Stemke im Gewerbegebiet Fuchsloch in Mochau gehen die Lichter aus. Mit dem heutigen Tag endet das Insolvenzausfallgeld. Die Mitarbeiter sind bereits seit dem 31. August freigestellt. Amerikanische Investoren sprangen in letzter Minute vom Kauf ab. Jetzt geht die Investorensuche weiter, aber das 2014 neu gebaute Werk steht still.

29.09.2016