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Döbeln Feuerdrama in Oberranschütz
Region Döbeln Feuerdrama in Oberranschütz
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22:00 23.05.2013

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Bis gestern Mittag hatte sich Dieter Leopold noch Gedanken gemacht, wie er am 11. Juni seinen 60. Geburtstag feiern kann. Seit gestern Nachmittag ist alles anders. Alles, was der Pfleger aus dem Pflegeheim Paudritzsch und seine Frau Grudrun hatten, ging innerhalb weniger Stunden in Flammen auf. Mit dem, was sie auf dem Leibe trugen, hatten sie das Haus verlassen und mussten zusehen, wie ihr Hab und Gut ein Raub der Flammen wurde. Gudrun Leopold wollte am frühen Nachmittag gerade zur Arbeit als Verkäuferin in Dresden fahren. Ihr Mann hatte frei, weil er am Haus ein paar Handgriffe erledigen wollte. Die Tochter (25) saß gestern ahnungslos in der Prüfung fürs Berufliche Abitur. Das Ehepaar hatte aus dem Dachgeschoss ein Knistern gehört, später Rauch bemerkt und erste eigene Löschversuche abgebrochen. Recht schnell schlugen Flammen aus dem Dachstuhl. "Wir haben versucht, die Feuerwehr zu alarmieren", schildert der geschockte Hausherr. Auch besorgte Nachbarn versuchten über die 112 zur Leitstelle durchzukommen. "Es habe eine ganze Weile gedauert, bis wir den Notruf absetzen konnten", schildern sie. Ob dies mit der gestrigen Havarie beim Telefon- anbieter Vodafone zu tun hatte, bei der rund 16 000 Festnetzkunden abgeschnitten waren, ist offen. Die Rettungsleitstelle setzte um 14.07 Uhr zeitgleich die Roßweiner Feuerwehr mit Drehleiter und Löschfahrzeug und die Döbelner Wehr mit dem kompletten Löschzug in Bewegung. Das Einsatzleitfahrzeug der Döbelner war um 14.26 Uhr als erstes vor Ort. Alles in allem vergingen zwischen Alarm und erstem Löschangriff 45 Minuten. Die Feuerwehrleute sind unzufrieden, denn die Löschwassersituation vor Ort ist bescheiden. "Der nahe und recht neue Hydrant bringt nur ein bar Wasserdruck. Fünf Bar hätten wir gebraucht", so Einsatzleiter Lutz Hesse, der mit den Feuerwehrleuten nur noch die Nachbarhäuser erfolgreich sichern konnte. Das Brandhaus war nicht mehr zu retten. Weitere Ortswehren aus Limmritz und Roßwein wurden mit ihren Tankfahrzeugen nachalarmiert. Über längere Strecken musste die Löschwasserversorgung aus einem Teich abgesichert werden. Das band viele ehrenamtliche Kräfte, die um diese Tageszeit ohnehin nur schwer aufzutreiben waren, weil viele der Kameraden auswärts arbeiten.

Döbelns Ordnungsamtsleiter Jürgen Müller gelang es, Dieter und Gudrun Leopold sowie ihre Tochter in einer möblierten Gästewohnung der Wohnungsgenossenschaft Fortschritt in der Givorser Straße in Döbeln-Ost unterzubringen und trieb für den Abend ein paar Handtücher auf. Bis Brandursache und Versicherungsfragen geklärt sind, steht die Familie vor dem Nichts und ist auf bürgerschaftliche Hilfe angewiesen.

Thomas Sparrer

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