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Feuerwehr: Großweitzschener Vorbild macht in Ostrau Schule

Aufwandsentschädigung Feuerwehr: Großweitzschener Vorbild macht in Ostrau Schule

Großweitzschen hat es vorgemacht: Hier werden zehn Euro pro Einsatzstunde als Aufwandsentschädigung an die Freiwilligen Feuerwehrleute gezahlt. Auch die Ostrauer Wehr wünscht sich solch eine Regelung. Bürgermeister Dirk Schilling (CDU) steht dem aufgeschlossen gegenüber. Eine Entscheidung könnte im Oktober fallen.

Für Einsätze wie hier beim Brand der Agrar AG in Döschütz vor drei Jahren, könnten Ostrauer Feuerwehrleute bald zehn Euro pro Stunde Aufwandsentschädigung erhalten.

Quelle: Wolfgang Sens (Archiv)

Ostrau. Das Großweitzschener Vorbild der Ausgleichszahlungen für Feuerwehrleute macht Schule: Nachdem die Gemeinde im August beschlossen hatte, die Vergütung bei zehn Euro pro Einsatzstunde festzulegen, will Ostrau nun nachziehen. In der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend, die passenderweise im Feuerwehrgerätehaus Rittmitz stattfand, kam gleich zu Beginn die Frage nach einer Angleichung an das Großweitzschener Vorbild aus den Reihen der Räte. Bürgermeister Dirk Schilling (CDU) zeigte sich davon keineswegs überrascht. „Dass diese Anfrage kommt, damit hätte ich schon früher gerechnet“, sagte er und stellte dem Gremium in Aussicht, von der Verwaltung die im letzten Jahr angefallenen Stunden berechnen zu lassen, um zu sehen, wie hoch die Summe für solch eine Aufwandsentschädigung wäre.

Auf DAZ-Nachfrage meinte Schilling: „Ich kenne es außer von Großweitzschen von keinem weiter, aber es ist der richtige Weg, die Feuerwehrleute für einen konkreten Einsatz, wo sie Entbehrungen hatten, zu entschädigen.“ Mit einer knapp fünfstelligen Summe im Jahr rechnet der Bürgermeister für die Einsatzstunden der 67 Kameraden in den Ortswehren.

Das Geld wäre es ihm wert, wenn die Gemeinderäte zustimmen. „Das gibt einen gewissen Anreiz auch für junge Leute. Die fühlen sich oft zu wenig anerkannt. Manche Leute beschweren sich noch, wenn die Feuerwehr sich erlaubt, nachts die Sirene einzuschalten“, berichtete Schilling, der die Nachbargemeinde Großweitzschen für ihren Vorstoß lobt. „Überall wird überlegt, wie kann man das steuern. Aber richtig wird nichts angestoßen. Die Gemeinde Großweitzschen hat jetzt einfach mal eine pragmatische Lösung gefunden“, sagte Schilling.

Auch seine Verwaltung werde von der Einführung einer solchen Regelung profitieren. „Das diszipliniert die Verwaltung noch mehr. Wir müssen die Dinge, die uns Geld bringen, vordergründig abrechnen. Es darf nicht sein, dass da anderthalb Jahre vergehen, bis eine Rechnung gestellt wird“, erklärte der Bürgermeister.

Bei den Kameraden kommt der Vorstoß gut an. Der Ostrauer Ortswehrleiter Tom Kunath hat das Thema bereits intern mit seinen Einsatzkräften besprochen und man ist sich einig: „Für die Leute wäre das ein Anreiz und ich würde es begrüßen, wenn es so käme“, sagte er der DAZ. „Eine Wertschätzung für die Kameraden wäre es schon, denn es ist ja ihre Freizeit, die sie opfern. Da geht es ja nicht nur um die Einsätze, sondern auch um Schulungen und Lehrgänge an Wochenenden.“

Schon in der nächsten Ratssitzung will Dirk Schilling das Thema auf die Tagesordnung setzen. Um den Druck von den Räten zu nehmen, könnte der Punkt nicht öffentlich beraten werden.

Von Sebastian Fink

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