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Döbeln Feuerwehr Hartha braucht drei Millionen Euro
Region Döbeln Feuerwehr Hartha braucht drei Millionen Euro
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16:03 27.02.2019
Seit 30 Jahren ist René Greif bei der Freiwilligen Feuerwehr in Hartha. Er weiß, wo der Schuh drückt und wo es immer etwas zutun gibt. In den nächsten Jahren sieht er einige Investitionen als unablässig. Woher dafür dafür das Geld kommen soll, da hat er seine ganz eigenen Vorstellungen. Quelle: Sven Bartsch
Hartha

Vor etwas mehr als einer Woche stand René Greif vor seinen Kameraden in der Hartharena. Der Gemeindewehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr sensibilisierte unter anderem für gegenwärtige und künftige Baustellen, die vor den drei ortseigenen Wehren in Gersdorf, Wendishain und Hartha liegen. Das Credo: Es muss investiert werden, viele Anschaffungen bereits mehr als überfällig. Die satte Landesförderung von 215 Millionen Euro aus dem vergangenen Jahr kommt da gerade recht – möchte man meinen. Doch der Feuerwehrchef stellte an diesem Abend eine Frage in den Raum, die zeigt, wie sich Entscheidungen auf Landesebene und kommunalpolitische Realität mitunter unterscheiden: Denn was bringen die Fördermittel, wenn es die Kommune nur schwerlich schafft, die nötigen Eigenmittel aufzubringen?

Drei Millionen für Gerätehaus und Einsatztechnik notwendig

„Nach meinen Schätzungen brauchen wir knapp drei Millionen Euro für das Gemeindegebiet“, bringt es René Greif auf den Punkt. Konkret denkt er dabei zum Beispiel an die Sanierung des Feuerwehrgerätehauses in Gersdorf. Obwohl es nur schwerlich diese Bezeichnung verdient hat, fügt der 46-Jährige hinzu. „Das Haus entspricht keinerlei Standards, hat nicht einmal eine Toilette oder ein Waschbecken. Es gibt lediglich Platz für ein Fahrzeug. Das Areal ist zu klein.“ Deshalb sollen neue vier Wände her. 60.000 Euro würde das schätzungsweise kosten.

„Wir sind nur so gut wie unsere Technik“

Ein anderes Langzeit-Projekt ist das Löschfahrzeug aus dem Fuhrpark in der Harthaer Weststraße. „Baujahr 1996“ – so die karge Ausführung Greifs. „Klar, dass dann bestimmte Sachen erneuert werden müssen.“ Er spricht weiter von 23 Dienstjahren, so als wäre das Fahrzeug Teil der Mannschaft. „Wir sind nur so gut wie unsere Technik, deshalb ist es wichtig, dass alles in Schuss ist.“ Die Kosten lägen im mittleren fünfstelligen Bereich. Denn es bleibt ja nicht nur bei der Reparatur. Für die Zeit, in der das Fahrzeug in der Werkstatt ist, brauchen die Kameraden Ersatz, Ausleihgebühren fallen an. Zwei Projekte von vielen, die, geht es nach Greif, ganz oben auf der Agenda stehen sollten, finanziell aber in der Schwebe hängen.

Wieder Teil der Katastrophenschutzeinheiten werden

Um auf den Zustand seiner Harthaer Wehr und die klammen Kassen der Kommunen auf Landesebene aufmerksam zu machen, holte er die Abgeordneten Sven Liebhauser (CDU) und Henning Homann (SPD) in die Hallen der Hartharena. „Einfach den Austausch stärken und zeigen, wie es bei uns aussieht.“ Der 46-Jährige hatte zudem einen konkreten Vorschlag, damit sich die finanzielle Situation entspannt: Künftig könnten der Freistaat und der Landkreis für die Beschaffung von Fahrzeugen und Technik zuständig sein, die Stadt kümmert sich um das Personal. Vorbild sind für ihn Regionen, in denen es Katastrophenschutzeinheiten gibt. Hartha gehörte noch vor der Gemeindegebietsreform 2008 dazu, genauso wie Waldheim und Leisnig. „Seit wir nicht mehr dabei sind, haben wir keine Chance auf eine hundertprozentige Förderung.“

Ob seine Idee Anklang findet, wird sich zeigen. Der 46-Jährige wünscht sich, dass seine Kameraden für die nächsten 1.900 Arbeitsstunden, so viele waren es 2018, alles haben, was sie brauchen.

Von Lisa Schliep

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