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Döbeln Feuerwehr wertet Brand in Röda mit Betroffenen aus
Region Döbeln Feuerwehr wertet Brand in Röda mit Betroffenen aus
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Torsten Klose am 8. November in den Trümmern der Brandruine in Röda. Im Hintergrund steht das Wohnhaus. Quelle: Frank Schmidt
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Leisnig/Röda

Unter dem Eindruck des Ereignisses hatte ein Bewohner des Hofes, der Tischlereieigentümer Torsten Klose, gegenüber der DAZ Zweifel daran geäußert, ob die Feuerwehr die Löschwasserversorgung richtig im Griff hatte. Für den Montag waren die Grundstückseigentümer in das Feuerwehrdepot eingeladen. Anke Klose kam der Einladung nach. Bei den Feuerwehrleuten hat sie sich ausdrücklich bedankt sowie um Entschuldigung gebeten: In den ersten Momenten nach dem Brand seien möglicherweise Äußerungen gefallen, die den tatsächlichen Geschehnissen nicht Rechnung trugen. Am Montag legte Bernd Starke die Abfolge des Einsatzes offen. Der Alarm sei 1.48 Uhr in den frühen Morgenstunden des 8. November eingegangen. Zwischen 2.03 und 2.10 Uhr seien die Wehren Leisnig, Brösen, Wiesenthal und Minkwitz da gewesen. Bei dickstem Nebel wussten die Fahrzeugführer nicht sofort, wohin sie in dem Ort sollten. Verqualmung und Funkenflug verhinderten dann, dass die wenige Meter neben dem Grundstück liegende Wasserentnahmestelle an der Mulde genutzt werden konnte. Gebrannt hatte die Werkstatt, dann auch die Scheune. Die Rettungsleitstelle informierte, im Wohnhaus würden sich noch zwei Personen befinden - Anke Klose und ihr Sohn. Sie sagt: "Wir hatten die Situation unterschätzt und das Haus nicht verlassen. Wir waren der Meinung, die Feuerwehr kommt gleich." Dann habe sie den Feuerball wahrgenommen: Zirka 2.10 Uhr gab es eine komplette Durchzündung: Rauchgase hatten sich bis zur Explosion erhitzt.

Ab zirka 2.30 Uhr flossen pro Minute 1000 Liter Löschwasser aus der Mulde, um das Wohnhaus zu schützen. "Die anderen Gebäude waren nicht zu retten", so Starke. Dort wurde das Feuer anschließend ebenfalls bekämpft. Die aus dem Wohnhaus Geretteten beobachteten aus dem Rettungswagen, wie die Wehr Wiesenthal die etwa 700 Meter lange Leitung zur Mulde legten. Starke: "Das ist in unbekanntem Terrain eine diffizile Aufgabe." Von einem außenstehenden Beobachter sei das schwer zu überblicken. Ab 2.50 Uhr wurde Wasser aus zwei Großtanklöschfahrzeugen in diese lange Löschstrecke eingespeist. Gegen 11 Uhr am Sonntag war der Einsatz beendet.

Steffi Robak

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