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Döbeln Fiese Drohung – geringe Schuld
Region Döbeln Fiese Drohung – geringe Schuld
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18:44 07.05.2018
Erst kriegen sich die Söhne in die Flicken, dann treffen sich die Eltern vor Gericht. Einem Stauchitzer lag zur Last, einen jungen Mann aus Leisnig bedroht zu haben. Der habe seinen Sohn verprügelt. Quelle: picture alliance / dpa
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Stauchitz/Leisnig/Döbeln

Das Ende einer Jugendfreundschaft landete auf dem Richtertisch. Ein junger Mann soll einem anderen die Zähne ausgeschlagen haben. Dessen Vater soll nun den angeblichen Schläger bedroht haben.

Junger Mann soll in der Mulde verschwinden

Fakt ist am Ende des Prozesses im Amtsgericht Döbeln nur eines: Es braucht nicht viel, damit sich der besorgte Vater aufregt. So sagte es auch Richterin Karin Fahlberg dem 61-Jährigen. Ihm lag zur Last, einem 23-jährigen Leisniger und dessen Mutter telefonisch angekündigt zu haben, er werde einen Schlägertrupp vorbei schicken, die den jungen Mann in der Mulde versenken. Das ist mindestens ein Totschlag, somit ein Verbrechen. Hätte der Stauchitzer gesagt, er werde jemanden vorbei schicken, der den Leisniger ein paar Backpfeifen verpasst, wäre er womöglich gar nicht auf der Anklagebank gelandet. Ein paar Backpfeifen sind höchstens Körperverletzung, strafrechtlich ein Vergehen. Da greift der Bedrohungs-Paragraf nicht.

Streit um Schulden

Aber der junge Mann und seine Mutter wollen von dem unfreiwilligen und endgültigem Tauchgang in der Mulde gehört haben. Das habe er aber nicht gesagt, gibt der Angeklagte zu Protokoll. „Mein Sohn wollte mir eigentlich im Grundstück helfen. Dann rief er an und sagte: Papa, ich kann nicht kommen, der Karli (Name geändert) hat mir die Zähne ausgeschlagen“, schilderte der Stauchitzer. Also habe er den Karli angerufen und ihn gefragt, weshalb er seinen Sohn verprügelt hat. Es sei um Schulden gegangen. „Ich habe zu ihm gesagt, da kommt noch was nach. Aber nicht gedroht, ihm Schläger zu schicken“, so der 61-Jährige. Sogar auf eine Anzeige habe sein Sohn verzichten wolle, wenn seine Zahn-OP bezahlt werde. Das habe er mit der Mutter des Leisnigers besprochen, die ihn zurückgerufen habe.

Frau wird angst und bange

Nachdem, was die Mutter und ihr Sohn sagen, kann das nicht stimmen. Beide bestätigten, dass der Stauchitzer den Satz mit den Schlägern gesagt habe. Zunächst gegenüber dem Sohn, der dann das Mobiltelefon an seine Mutter weiter reichte. „Sie brauchen gar nicht zu lachen. Mir war angst und bange“, sagte die 50-Jährige zum Angeklagten. Sie kannte den Anrufer nicht, wusste nicht, wozu er fähig ist. Unter der Woche ist die Frau zudem allein zu Hause. Sie berichtete auch, dass der Sohn des Angeklagten bei ihr Hausverbot hatte, sie nicht wollte, dass er ihren Sohn in Drogengeschichten mit reinzieht. Fest steht nach einer Stunde Hauptverhandlung: Beide Söhne sind keine Engel.

Eins, fünf, drei – Verfahren ist vorbei

Der Stauchitzer verließ den Gerichtssaal ohne Strafe. Im Einvernehmen mit der Staatsanwaltschaft stellte Richterin Fahlberg das Verfahren gegen eine Geldauflage wegen geringer Schuld ein. Paragraf 153a der Strafprozessordnung macht es möglich. Zahlt der Mann 600 Euro an die Opferhilfe Sachsen, ist die Sache für ihn vom Tisch. Er gilt dann weiter als unschuldig in dieser Sache. Mit einem Lächeln verließ er den Gerichtssaal. Seine Frau, die bei den Telefonnaten dabei gewesen sein soll, brauchte so nicht mehr auszusagen. Noch verhandeln muss das Amtsgericht die Anklage wegen Körperverletzung gegen den Leisniger, der den Sohn des Stauchitzers verprügelt haben soll.

Von Dirk Wurzel

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