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Döbeln Finanzamt Döbeln: Fusion bis spätestens 2022
Region Döbeln Finanzamt Döbeln: Fusion bis spätestens 2022
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22:34 17.02.2014
Noch ein paar Jahre lang kann die Informations- und Annahmestelle des Finanzamtes vor Ort in Döbeln von den Steuerzahlern genutzt werden. Wie bürgerfreundlich die neue Struktur mit einem fusionierten Finanzamt Mittelsachsen mit Sitz in Freiberg sein wird, muss sich noch zeigen. Quelle: Sven Bartsch

Bei der Begrüßung von Elmar Spurk als Vorsteher des Finanzamtes Döbeln vor fast drei Jahren hieß es, dass die Behörde nicht vor 2016 schließen wird. Inzwischen ist es bis dahin nicht mehr allzu lange. Aber: "Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kann davon ausgegangen werden, dass der Finanzstandort Döbeln über das Jahr 2016 hinaus noch einige Zeit erhalten bleiben wird", sagt Daniela Dylakiewicz, Pressesprecherin des Landesamtes für Steuern und Finanzen, auf eine aktuelle Anfrage dieser Zeitung. Die Staatsregierung hält zwar mit ihrer Standortkonzeption für den Landkreis Mittelsachsen daran fest, dass die derzeitigen Finanzämter Döbeln, Mittweida und Freiberg am Standort der Kreisstadt zusammengelegt werden. Eine Umsetzung der geplanten Fusion ist aber für den Zeitraum 2017 bis 2022 vorgesehen.

"Zunächst müssen in Freiberg die räumlichen Voraussetzungen für eine Fusion der drei Finanzämter geschaffen werden. Hierzu sind noch konkrete Planungen für eine Erweiterung der bisherigen Unterbringung des Finanzamtes Freiberg beziehungsweise eine Neuunterbringung erforderlich", erklärt Dylakiewicz.

Ganz unzufrieden dürfte man im Sächsischen Finanzministerium nicht mit dem Döbelner Finanzamt sein - auch wenn es das kleinste im ganzen Freistaat ist. Denn die rund 70 Mitarbeiter haben im vergangenen Jahr 20 180 Einkommens- und 835 Körperschaftssteuerfälle bearbeitet und damit ein Steueraufkommen in Höhe von fast 119 Millionen Euro erzielt. Im Jahr 2010 waren es ähnlich viele Steuerfälle, das Steueraufkommen lag damals allerdings mit rund 83 Millionen deutlich unter dem aktuellen.

Und das ohne so prominente wie voluminöse Fälle der Selbstanzeige, wie es Hoeneß oder Schwarzer sind und die entsprechende Nachzahlungen in die Steuerkasse spülen. Angaben dazu, wie viele Selbstanzeigen im vorigen Jahr erfolgt sind und welche Steuereinnahmen daraus resultierten, können konkret für den Finanzamtsbereich Döbeln nicht gemacht werden. Dylakiewicz: "Aufgrund der geringen Fallzahlen können nur die Zahlen für Sachsen insgesamt ausgewiesen werden." Aus anderer Quelle ist zu erfahren, dass es im Raum Döbeln in letzter Zeit weder im sieben- noch im sechsstelligen Bereich Nachzahlungen nach Selbstanzeige gegeben haben soll.

Fakt ist aber, dass die mediale Berichterstattung über Steuerhinterzieher in den letzten Monaten auch in Sachsen zu einem erhöhten Eingang von Selbstanzeigen geführt hat. Im Zusammenhang mit Kapitalanlagen in der Schweiz wurden seit 2010 im Freistaat hinterzogene Steuern von insgesamt über 2,5 Millionen Euro nacherklärt. Zum Vergleich: allein der wegen Steuerhinterziehung angeklagte Uli Hoeneß soll Erträge von 3,2 Millionen Euro aus einem geheimen Schweizer Konto nicht versteuert haben. Olaf Büchel

Daniela Dylakiewicz, LA für Steuern

Die Anzahl der Selbstanzeigen wird für Sachsen seit 1. Februar, 2010 im Zusammenhang mit Kapitalanlagen in der Schweiz erfasst. Vom 1. Februar 2010 bis zum 31. Dezember 2012 gingen 120 solche Selbstanzeigen ein. Im Jahr 2013 allein waren es 156. Zu den übrigen Fällen, in denen Selbstanzeigen eingereicht wurden, werden keine statistischen Aufzeichnungen geführt.

Die Steuerfahndungsstellen des Freistaates Sachsen erzielten für das Jahr 2013 ein bestandskräftiges Mehrergebnis von 88,3 Millionen Euro. In Sachsen gibt es drei Finanzämter mit Steuerfahndungs- sowie Bußgeld- und Strafsachenstellen, nämlich die Ämter Chemnitz-Süd, Dresden-Nord und Leipzig II.

Das Finanzamt Chemnitz-Süd ist u.a. für die Steuerfahndung in den ehemaligen Kreisen Freiberg und Mittweida, das Finanzamt Leipzig II u.a. für die Steuerfahndung im Altkreis Döbeln zuständig.

Konkrete Beispiel dazu aus dem Raum Döbeln nennt das Landesamt für Steuern und Finanzen aus Gründen des Steuergeheimnisses nicht. Allgemein könne gesagt werden: Hinterzogene Umsatzsteuer nimmt mehr als die Hälfte des insgesamt aufgedeckten Steuerschadens ein.

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