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Döbeln Finanzamt bleibt bis 2024 in Döbeln
Region Döbeln Finanzamt bleibt bis 2024 in Döbeln
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18:25 13.09.2018
Bis 2024 gibt es von hier in der Döbelner Burgstraße die Steuerrückzahlungen. Der Umzug nach Freiberg verzögert sich um ein paar Jahre. Quelle: Sven Bartsch
Döbeln

. Voraussichtlich noch bis zum Jahr 2024 kann Döbeln sein Finanzamt behalten. Der Zeitplan für die Fusion der drei mittelsächsischen Finanzämter Döbeln, Freiberg und Mittweida am künftigen Sitz in Freiberg ist derzeit nicht zu halten. Das bestätigt Stefan Gößl, Pressesprecher des Sächsischen Finanzministeriums auf Anfrage der DAZ.

Im Rahmen des Standortekonzeptes hatte vor sechs Jahren der Landtag diese Fusion der drei Finanzämter beschlossen und Freiberg als künftigen Sitz festgelegt. Döbeln. Das Standortekonzept sollte bei der Verteilung von Behörden und Dienststellen auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den Oberzentren und den Städten Wert legen. Nach dem Abzug des Straßenbauamtes und dem Umzug des Finanzamtes nach Freiberg bekommt Döbeln mit der Ansiedlung des Sächsischen Landesrechnungshofes auf das ehemalige Kasernengelände einen Ausgleich.

Machbarkeitsstudie für Jägerkaserne in Freiberg

Im Auftrag des Freistaats wird aktuell eine Machbarkeitsstudie für den Bau eines Behördenzentrums in Freiberg erstellt. Als möglichen Standort nehmen die Planer ein Gelände im Eigentum des Freistaats an der Freiberger Lessingstraße ins Visier.

„In der Standortkonzeption war die Zusammenlegung der Finanzämter Döbeln, Freiberg und Mittweida von 2017 bis zum Jahr 2022 vorgesehen. Das wird sich jetzt voraussichtlich um einige Jahre verzögern“, sagt Stefan Gößl.

Am Standort Freiberg sollen neben dem mittelsächsischen Finanzamt noch weitere Behörden angesiedelt werden. Dafür wird aktuell die Machbarkeitsstudie erarbeitet. „Nach dem gegenwärtigem Stand – insbesondere auch aus wirtschaftlichen Erwägungen – ist vorgesehen, die ehemalige Jägerkaserne in der Lessingstraße 45 für ein solches Behördenzentrum zu nutzen“, so der Pressesprecher des Finanzministeriums.

Technische Universität muss erst ausziehen

Das Gebäude wird aktuell von der TU Bergakademie Freiberg genutzt. Zudem ist es für weitere Einrichtungen ein Übergangsquartier. Mit einem Auszug der jetzigen Nutzer bis zum Jahre 2022 könnten die Umbauarbeiten am neuen Behördenzentrum Freiberg starten. Bauabschluss könnte etwa bis 2024 sein.

„Genaue Angaben zum Realisierungszeitraum sind erst möglich, wenn die Gebäudeplanung detaillierter und die Finanzierung der Umbauarbeiten in den Landeshaushalt eingeordnet sind“, so der Ministeriumssprecher weiter. Auf dem Areal in Freiberg soll nicht nur das mittelsächsische Finanzamt untergebracht werden, sondern auch das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie.

Landtagsabgeordneter freut sich über jeden Tag mehr in Döbeln

Für den Döbelner CDU-Landtagsabgeordneten Sven Liebhauser kommt der verzögerte Umzug gelegen. „Jeder Tag, den das Finanzamt länger in Döbeln sitzt, ist für uns positiv. Dann ist der Rechnungshof vielleicht schon in Döbeln angesiedelt, bevor das Finanzamt wegzieht“, sagt er.

Noch in diesem Jahr starten im Gebäude des früheren Straßenbauamtes auf dem Kasernengelände in Döbeln Abbrucharbeiten. Es handelt sich um Vorarbeiten, bevor im ersten Quartal 2019 mit den eigentlichen Umbau für den Rechnungshof begonnen wird. Nach aktuellem Planungsstand soll etwa 24 Monaten gebaut werden. Ab Frühjahr 2021 könnte der Rechnungshof von Leipzig nach Döbeln umziehen.

Kommentar: 2190 gewonnene Tage

Manch einer sieht das Finanzamt lieber gehen als kommen. Doch das Steuererecht werden die Mitarbeiter auch umsetzen, wenn sie in Freiberg arbeiten. Ganz gleich ob jemand Steuern nachzahlen oder im Idealfall zurückerstattet bekommt. Dass die Behörde an der Burgstraße Döbeln irgendwann verlassen wird, steht seit 2012 fest, als der Sächsische Landtag sein Standortekonzept beschlossen hat. Die drei Finanzämter in Döbeln, Mittweida und Freiberg werden im Finanzamt Mittelsachsen am Standort Freiberg aufgehen. Das ist zwar für Döbeln ärgerlich, aber ein alter Hut.

Doch jeder Tag an dem das Amt und vor allem seine Mitarbeiter in Döbeln bleiben, ist ein gewonnener Tag. Bis 2024 sind es noch sechs Jahre oder 2190 gewonnene Tage. Denn die Mitarbeiter leben zum großen Teil in der Region, kaufen hier ein, sparen sich noch einige Jahre den täglichen Arbeitsweg nach Freiberg. Zudem gewinnen sie vor dem Umzug 2190 Tage Zeit, damit sich die öffentliche Verkehrsanbindung Döbelns verbessert und somit auch der tägliche Arbeitsweg nach Freiberg vielleicht irgendwann auch ohne eigenes Auto attraktiv wird. Ganz optimistisch herangehen könnten Umzugsgegner, wenn sie feststellen, dass bis 2024 sogar noch zwei mal ein neuer Landtag gewählt wird. Vielleicht kommt man ja irgendwann mal wieder auf die Idee nicht nur die Kirchen im Dorf zu lassen, sondern auch wieder kleinere Verwaltungseinheiten zu schaffen, statt alles zu großen Kombinaten zu zentralisieren, wie zu DDR-Zeiten. Bürgernähe ist auch räumlich greifbare Nähe, selbst bei einer nicht immer beliebten Behörde wie dem Finanzamt.

th.sparrer@lvz.de

Von Thomas Sparrer

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