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Döbeln Finanzminister begeistert vom Kleinod
Region Döbeln Finanzminister begeistert vom Kleinod
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21:05 07.09.2018
Sachsens Finanzminister Matthias Haß (l.) ließ sich von Heiner Stephan das Kloster Buch zeigen. Neben kaputten Dächern sah er dabei auch eine Ausstellung mit Bildern, die auch zeigten, was im Kloster schon alles ordentlich geworden ist. Quelle: Foto: Dirk Wurzel
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Klosterbuch

Geschichten erzählen kann er gut, der Leisniger Altbürgermeister Heiner Stephan. Vor allem, wenn es um das Kloster Bucht geht. Hier berichtete Heiner Stephan als Vorsitzender des Fördervereins dem sächsischen Finanzminister Matthias Haß die Geschichte des Klosters, was der Verein seit der Wende alles saniert – besser restauriert hat – wie schwierig das mitunter war, weil solche historischen Gebäude immer wieder teure Überraschungen bereit halten. Beispiel Abthaus: Hier zeigte sich erst während der Arbeiten, wie morsch manche Balken sind. „Wir waren im freien Fall“, sagte Heiner Stephan. Auch eine Vereinsinsolvenz stand im Raum. Aber durch glückliche Fügungen ging dieser bittere Kelch an den Klosterleuten vorbei.

Beichtstuhl im Container

Und auch einige anekdotenhafte Begebenheiten flocht der Vereinsvorsitzende in seine Erzählungen ein. Etwa, wie die Klosterleute nach dem 2002er Hochwasser den einzigen evangelischen Beichtstuhl suchten und im Abfallcontainer fanden. Übereifrige Feuerwehrleute hatten das historische Unikat damals kurzerhand weggeschmissen.

Ölfässer in der Kapelle

Das erzählte Heiner Stephan dem Minister in der Klosterkappelle. „Das ist ja ein Kleinod hier. Ist das trocken?“, fragte der Minister interessiert an dem konservatorischem Aspekt. Restaurator Thomas Schmidt sagte, dass es derzeit ausreiche, die Kapelle zu beobachten. Das Mauerwerk selbst habe man bereits „entsalzt“. Wie der Verein die Kapelle vom Volkseigenen Gut erbte, konnte der Minister in der umfangreichen Fotoausstellung sehen, die historische Bilder, Fotos unmittelbar nach der Wende und aktuelle Ansichten zeigt. In der Kapelle hatte die Werkstatt der Kolchose Ölfässer gelagert... .

Rote Kohle für Klosterdach

Um Feuchtigkeit ging es auch bei einer künftigen Baustelle, die Heiner Stephan mit dem Minister besichtigte. Der hintere Teil des Daches des Kuhstalles ist in einem sehr schlechten Zustand. Den vorderen hat der Förderverein bereits mit Unterspannbahnen gesichert. Sturmtief Friederike hatte hier Schaden angerichtet. Für den anderen Bauabschnitt hat der Freistaat Fördergeld in Aussicht gestellt. Die kommen aus dem Vermögen der SED und Massenorganisationen der ehemaligen DDR. „Damit können wir in Ordnung bringen, was die SED hier angerichtet hat“, sagte der Minister. Die teilweise vergammelte Bausubstanz und auch einige Bausünden gehen zumindest indirekt auf das Konto der SED.

Der Döbelner CDU-Landtagsabgeordnete Sven Liebhauser hatte sich dafür eingesetzt, dass ein Teil der „roten Kohle“ in die dringende Dachreparatur fließt. Es geht um 72000 Euro. Neben Sven Liebhauser begleiteten auch Dr. Manfred Graetz, Leisnigs Bürgermeister Tobias Goth, Dachdeckermeister Christoph Benedix, Denkmalschützer Jörg Liebig, Architekt Maik Schröder und Restaurator Thomas Schmidt den Minister. Sie alle sind mit den Geschicken des Klosters auf die oder andere Weise verwoben, manche engagieren sich im Förderverein. Von dessen Arbeit zeigte sich Matthias Haß beeindruckt. Er versprach, das Kloster Buch künftig wohlwollend zu begleiten. Dessen Besonderheiten kann er einschätzen, ließ der Sachwalter des sächsischen Staatssäckels durchblicken. Er ist zwar Volljurist, hat aber auch Theologie studiert.

Lehmbau und Holzvertäfelung

Frisch gewischt hatten die Klosterleute das neue Vorzeigeobjekt im Obergeschoss des Abthauses. Es ist gerade fertig geworden. Hier sehen die Besucher jetzt restaurierte Räume und den Lehmbau unter einer Holzvertäfelung in der Stube des Abtes. So wird ein Stück Baugeschichte wieder lebendig. Gipskarton, Maschinenputz und Beton sucht man hier vergebens. Die bei der Restaurierung verwendeten Materialien gab es schon vor Jahrhunderten.

Von Dirk Wurzel

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