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Döbeln „Fliesen sind meine Leidenschaft“: Kerateam-Chefin Ingrid Vogel geht in Ruhestand
Region Döbeln „Fliesen sind meine Leidenschaft“: Kerateam-Chefin Ingrid Vogel geht in Ruhestand
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12:20 22.01.2016
Fliesen sind ihre Leidenschaft: Zum Monatsende geht die 64-jährige Kerateam-Geschäftsführerin Ingrid Vogel in den Ruhestand. Quelle: Sven Bartsch
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Leisnig

Der Schreibtisch von Kerateam-Geschäftsführerin Ingrid Vogel sieht auch kurz vor ihrem Ausscheiden aus dem Unternehmen nach viel Arbeit aus. Hier bewältigt jemand ein großes Pensum und hat dabei alles unter Kontrolle. Geht Ingrid Vogel im Februar in den Ruhestand, freut sie sich vor allem auf eins: „Ich kann endlich den Luxus genießen, über meine eigene Zeit zu verfügen.“ Beruflich lebe sie stets nach einem Zeitplan, den andere vorgeben.

Fliesen-Produktion bei Kerateam: Jährlich werden rund zwei bis drei Millionen Euro in die Anlagen investiert. Quelle: Wolfgang Sens

Bevor sie geht, leitet sie noch die Strategie von Kerateam für das 2016 in die Wege, in Bezug auf das Produktionssortiment ebenso wie für Verkaufskontakte mit Händlern in Deutschland und Europa sowie auf die in Leisnig anstehenden Investitionen. 2015 wurden zwei Millionen Euro in die Produktionsanlagen investiert, 2016 sind es 2,6 Millionen Euro. Zum einen werde in eine Digitaldruckanlage für das Dekor investiert. Zum anderen solle eine moderne Rektifizierungsanlage für den optimalen Kantenschliff sorgen.

Allein in den Jahren 2011 und 2012 flossen in den Standort Leisnig rund 20 Millionen Euro, seit der Unternehmensgründung sind es 75 Millionen. Vogel sieht Kerateam als einen „besonderen Schatz, besonders mit seiner regionalen Einbettung und der sensationellen Zusammenarbeit mit Kommune und Landratsamt.“

Ein Projekt sei ihr sehr wichtig, was sie ihrem Nachfolger sehr ans Herz legen möchte: Die Schulhofgestaltung der Peter-Apian-Oberschule. „Ich finde es ungeheuer spannend, dass die Schüler mit ihren eigenen Vorstellungen eingebunden sind. Ich möchte, dass Kerateam daran unterstützend mitwirkt.“

Ende des Monates gibt Ingrid Vogel die Geschäftsführerbefugnisse an ihren Nachfolger weiter, den 52-jährigen Thomas Pfalzgraf. Damit verlässt die „Legende der Keramik“ die deutsche Fliesen-Branche. Sie sei nur schwer zu ersetzen, sagt Peter Wilson, Geschäftsführer der Steuler Fliesen GmbH, während der Verabschiedung seiner Kollegin.

Innerhalb des Branchenverbandes deutscher Fliesenhersteller ist Ingrid Vogel die dienstälteste Geschäftsführerin – eine Legende, weil sie sich als einzige Frau der Branche in der Geschäftsführer- und Vorstands-Ebene behauptete. Sie musste sich einiges gefallen lassen von den Männern, lässt sie durchblicken. „Ich ließ mir ein dickes Fell wachsen und habe mich durchgesetzt.“

Ihr Durchsetzungsvermögen gründe auf Zuverlässigkeit und Bodenständigkeit sowie darauf, Ideen gemeinsam mit den Kerateam-Kollegen zu entwickeln. Auch für die Umsetzung müssten alle gemeinsam die Energie aufbringen, „ich mache das doch hier nicht alleine.“ Mit Begeisterung sagt Ingrid Vogel: „Fliesen sind meine Leidenschaft, das sind alles meine Lieblinge."

Fliesen im Wohnzimmer seien derzeit der Hit. Sie schwört auf das Naturprodukt, welches gestalterisch so viele Möglichkiten bietet. Zu Hause ist eins ihrer ersten Projekte im Ruhestand, in einem Raum die alten 20-mal-25-Zentimeter-Fliesen von der Wand zu hacken und größere anzubringen.

„Zu Hause bin ich gewissermaßen epochenweise von Fliesen aller Formate umgeben. Ich lebe gern damit.“ Zudem werde sie ihre Beratungstätigkeit in Sachen Fliese in ihrem Freudens- und Bekanntenkreis sicher beibehalten. Darauf freue sie sich. Für ihre zwei Enkeltöchter, vier und acht Jahre alt, möchte sie sich Zeit nehmen zum Spielen, Malen, Lesen oder mit ihnen ins Schwimmbad fahren. Außerdem sei sie mittlerweile mit einem E-Bike ausgestattet. „Mein Mann ist konditionell besser drauf als ich und fährt mir bei Fahrradausflügen sonst davon.“ Nordic Walking steht ebenfalls auf dem Programm. Die Disziplin, die sie bisher in ihre Arbeit investierte, solle ab jetzt in den Sport fließen.

Und es gibt noch einen weiteren heißen Wunsch: Mit dem Klavierspielen wieder zu beginnen. „Bis zum 14. Lebensjahr spielte ich sehr gut, habe es dann nicht weiter verfolgt. Nun spielt einer meine Enkelinnen schon sehr gut und ich möchte mithalten.“

Von Steffi Robak

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