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Floorballer schwitzen und hecheln

Floorballer schwitzen und hecheln

Schwitzen, hecheln, zittern. Die Floorballer vom UHC Döbeln 06 mussten jetzt an ihre Grenzen gehen. Ines Augustin-Scheer, die mit Tom Herrmann das Trainergespann für die Döbelner Bundesliga-Mannschaft bildet, forderte zwei Tage lang alles von ihren Sportlern.

Knapp die Hälfte der Mannschaft stellte sich der Herausforderung, die als Pflichtprogramm im Verein jedes Jahr zur selben Zeit ansteht. Bereits um 10 Uhr ging es am vergangenen Sonnabendmorgen los. Den ganzen Tag lang stand Krafttraining auf dem Programm. "Beim Trainingslager steht nicht das Spielen an sich im Vordergrund. Wir legen unser Augenmerk darauf, die Spieler in ihrer Kraft zu trainieren", erklärte Augustin-Scheer.

 

Unterstützung holte sie sich von Kraft- und Fitnesstrainer Heiko Scheer. Das einzige, was im Trainingslager mit dem Floorball an sich in Verbindung gebracht werden kann, ist das Jonglieren mit Bällen und eine Art Ringhockey. Mit Ball und Stock kamen die Jungs und Tiffany Küttner - als einzige weibliche Spielerin - dagegen nicht wirklich in Berührung. Das Trainingslager, das jedes Jahr in der Döbelner Turnhalle Nord stattfindet, ist eine intensive Erfahrung für die Sportler. Die zwei Tage werden durchgezogen, dafür übernachten die Floorballer sogar vor Ort. "Die Konzentration soll nicht abbrechen, der Fokus liegt klar auf dem Programm." Zwischenzeitlicher Höhepunkt bildete der Besuch des Stadtbades im Rahmen des Trainingslagers. Statt entspannter Schwimmeinheit stand für die Sportler dort allerdings Aquafitness auf dem Plan.

 

Philip Schramm war zum dritten Mal dabei. Er weiß das Trainingslager zu schätzen, macht aber auch kein Geheimnis daraus, dass die zwei Tage anstrengend und Kräfte raubend sind. "Das Training hier ist viel umfangreicher. Die gewöhnlichen Trainingseinheiten sind hiermit nicht zu vergleichen. Vor allem, weil dort das Spielen im Vordergrund steht", erzählte der 22-Jährige. Fast zehn Jahre spielt Philip Schramm schon Floorball in Döbeln.

 

Alle mussten sich nach den zwei Tagen durch einen Abschlusstest kämpfen. Die Jungs und auch Tiffany Küttner gingen dabei komplett an ihre Grenzen. Gewichte stemmen, Gewichte über den Boden schieben, mit dem Ball an die Wand werfen und beim Fangen in die Hocke gehen. Das ganze wurde zigmal wiederholt. Waren die Durchgänge geschafft, wurde die Zeit gestoppt. Aufgegeben hat keiner, auch wenn der Schweiß die Schläfen hinunter rann und die Puste schon lange weg war. "Die beißen sich durch. Das ist beeindruckend."

 

Ines Augustin-Scheer ist sich bewusst, dass das Trainingslager die oberste Grenze des Zumutbaren für die jungen Sportler ist. "Jeder einzelne geht motiviert zur Sache. Und auch der Zusammenhalt sprengt jeden Rahmen." Gegenseitig pushten sich die Floorballer weiter. War ein Mannschaftskollege kurz vorm Aufgeben, feuerten ihn die anderen an. Ein Faktor, der beim Trainingslager besonders positiv ist, ist das Zusammenwachsen der Mannschaft. "Alle machen hier die selbe Erfahrung, das schweißt zusammen", wusste die Trainerin. Nach dem Abschlusstest schafften es die meisten nur noch auf die nächstbeste Matte. Ausruhen, durchatmen, zu Luft kommen. "Der krönende Abschluss, auch um die Körper wieder herunterzufahren, ist das autogene Training. Das wird im Anschluss als letzte Etappe der zwei Tage gemacht." Dabei steht die Muskelentspannung im Vordergrund. Erst spannten die Sportler ihre Muskeln an, hielten die Spannung eine geraume Zeit lang und ließen dann wieder locker. "Das Lockerlassen ist das Entscheidende." So wird die Durchblutung und Regeneration der Muskeln aktiviert.

 

Philip Schramm gab sich erleichtert, froh, als die zwei Tage rum waren. "Jetzt geht es nur noch aufs Sofa. Nichts machen und entspannen." Nach dem Trainingslager starten die Floorballer in die Vorbereitung für die kommende Saison. Die geht im September wieder los. Bis dahin wird zweimal wöchentlich trainiert. Dann wieder mit dem Fokus auf Spielzüge. "Es ist wichtig, dass die Spieler nach der Pause wieder langsam reinfinden. Jeder Muskel, jedes Hirn braucht auch mal Abstand von allem", weiß Augustin-Scheer.

Stephanie Jankowski

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