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Flüchtlinge übernachten in Döbelner Jacobi-Kirche

Flüchtlinge übernachten in Döbelner Jacobi-Kirche

Nicht so reibungslos wie erhofft gelingt die Unterbringung weiterer 49 Flüchtlinge aus Syrien in einer Behelfsunterkunft an der Bahnhofstraße in Döbeln. Ein Teil von ihnen verbrachte die Nacht zu gestern in der Jacobi-Kirche.

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In Schlafsäcken neben ihrem Gepäck verbrachten einige Syrer die Nacht wie hier auf dem Fußboden der Döbelner Jacobikirche.

Quelle: Sven Bartsch

Zuvor begaben sich die ausschließlich männlichen Syrer, die dem Landkreis zugewiesen wurden und am Donnerstag in Döbeln angekommen sind, in einen Sitzstreik. Sie hielten sich in Grünanlagen und an der Bahnhofsstraße auf und weigerten sich, in der ihnen zugedachten Unterkunft - eine ehemalige Außenstelle der Berufschule - zu bleiben. Die Neuankömmlinge wollten vielmehr im Freien übernachten.

 

Der Grund für die Weigerung soll laut Jana Kindt von der Polizeidirektion Chemnitz die unterschiedlichen Religionen der 49 Asylbewerber gewesen sein. Das deckt sich allerdings kaum mit den Aussagen der Flüchtlinge selbst, noch mit denen des Döbelner Pfarrers Stephan Siegmund vom Willkommensbündnis. "Die Religionen mögen ein Grund am Rande sein. Vor allem liegt es aber an den Bedingungen in der Unterkunft, die die Flüchtlinge nicht akzeptieren."

 

Geplant war, die 49 Personen auf vier mit Doppelstockbetten und Spinden ausgestattete Räume zu verteilen. "Das sind zu viele auf engem Raum. Außerdem gibt es für alle nur zwei Toiletten und einen Dusch-Container", kritisierte einer der Flüchtlinge auf Englisch. "Diese Menschen befürchten, dass es bei dieser Art der Unterbringung zu Konflikten kommen kann. Außerdem soll ihnen in Dresden, wo sie herkommen, anderes versprochen worden sein", sagte Pfarrer Siegmund.

 

Am Donnerstagabend war ab etwa 20.30 Uhr die Polizei vor Ort. Auch Kräfte der Bereitschaftspolizei sollen da gewesen sein. Sie sperrten einen Abschnitt der Bahnhofstraße ab. "Es verlief aber alles ruhig", berichtete eine Anwohnerin. Eine Vertreterin der Landesdirektion Sachsen und Stephan Siegmund vermittelten und so ergab sich eine Lösung. Der Pfarrer der evangelisch-lutherischen Gemeinde schloss die der Unterkunft gegenüber befindliche Jacobikirche auf. 25 Asylbewerber durften die Nacht in der Kirche verbringen. Die anderen 24 zogen in die Unterkunft ein. Dadurch musste die Polizei nicht eingreifen. "Wir wollten eine Eskalation verhindern. Ohne Einigung hätte eine Zwangsauflösung des Sitzstreiks gedroht", sagt Siegmund.

 

Der Pfarrer spricht von einer schwierigen Situation. Dem Landkreis und der Stadt könne man keinen Vorwurf machen. Geeignete Wohnobjekte zu finden, sei schwer. Andererseits sei die Enttäuschung der Flüchtlinge zu verstehen, die sich nach ihrem Aufenthalt in der Dresdner Zeltstadt eine deutlichere Verbesserung ihrer Situation erhofft hatten.

 

Vom Landratsamt Mittelsachsen gibt es nur eine knappe Stellungnahme. "Die Räumlichkeiten werden durch den Betreiber weiterhin für die Personen zum Bezug bereitgehalten. Die Räume weisen den erforderlichen Zustand zum Aufenthalt der Migranten aus. Ein anderer Unterbringungsort ist nicht vorgesehen und steht nicht zur Verfügung." Änderungen und Anpassungen im Objekt seien nach Bezug möglich, wenn sich Bewohner und Betreiber abstimmten.

 

Ein Teil der Flüchtlinge brach am Mittag dennoch von Döbeln in Richtung Freiberg auf. Sie wollten mit dem öffentlichen Bus fahren. Was mit ihnen geschieht, dazu gab es keine Auskunft. Pfarrer Siegmund wusste von dem Versuch, weitere Räume im und zusätzliche Duschmöglichkeiten am Objekt an der Bahnhofsstraße bereitzustellen. © Kommentar

Olaf Büchel

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