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Flüchtlingsfamilien ziehen an der Friedrichstraße ein

Flüchtlingsfamilien ziehen an der Friedrichstraße ein

Im Wohnhaus des Döbelner Heimatforschers Otto Emil Reinhold in der Friedrichstraße 9 werden voraussichtlich Ende Februar Asylbewerber- und Flüchtlingsfamilien einziehen.

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In diesem Gebäude an der Friedrichstraße werden ab Februar Flüchtlingsfamilien in wohnungsähnlichen Unterkünften untergebracht. Das Haus wird eine Art Außenstelle der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in der Friedrichstraße sein. Die Firma Human Care, welche die Einrichtungen im Auftrag des Landratsamtes Mittelsachsen betreibt, wird zusätzliches Betreuungspersonal und eine Sozialarbeiterin einstellen, um die Neuankömmlinge zu betreuen. Die Zahl der Flüchtlinge und Asylbewerber in Döbeln s

Quelle: Sven Bartsch

Insgesamt wird in diesem Frühjahr die Zahl der Asylbewerber und Flüchtlinge in der Gemeinschaftsunterkunft auf dem Kasernengelände und im neu angemieteten Gebäude um 50 Personen auf insgesamt 220 ansteigen. Das kündigte gestern Jörg Höllmüller, Geschäftsbereichsleiter für Allgemeine Verwaltung, Finanzen und Ordnung im Landratsamt Mittelsachsen an. Gemeinsam mit Döbelns Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer und der Ausländerbeauftragten des Landkreises, Annett Schrenk, stellte er die Pläne gestern der Öffentlichkeit vor.

 

Der Oberbürgermeister hatte sich im Vorfeld in der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in Döbeln umgesehen. Gestern lud er Kirchen, Diakonie und soziale Träger zu einer Gesprächsrunde ins Rathaus ein, um für die Flüchtlinge ein Betreuungsnetz in Döbeln zu knüpfen. "Als zweitgrößte Stadt im Landkreis müssen wir uns den steigenden Asylbewerberzahlen stellen, die der Landkreis aufnehmen muss", sagte Egerer. Döbeln werde damit einen Ausländeranteil von knapp drei Prozent haben. "Wir haben in der Stadt die Infrastruktur. Das ist doch was anderes, als Flüchtlinge in Dörfern unterzubringen, wo kaum ein Bus fährt", so Egerer. Seit einem Vierteljahr verhandelt der Betreiber der Döbelner Asylbewerberunterkunft, die Firma Human Care, mit dem Vermieter des leerstehenden Hauses in der Friedrichstraße 9. Jetzt ist der Mietvertrag unterschrieben. Human Care wird das neue Gebäude als Erweiterung der Gemeinschaftsunterkunft an der Friedrichstraße betreiben und die soziale Betreuung mit absichern. Extra dafür wird die Betreiberfirma eine zusätzliche ausgebildete Sozialarbeiterin einstellen. Sie ist in Döbeln integriert, hat hier studiert und hat selbst als Asylsuchende lange im Döbelner Asylbewerberheim gelebt.

 

"Wir werden sehen, wie viele Kinder in den Flüchtlingsfamilien sind, und ihnen Kindergartenplätze anbieten. Eine Grundschulklasse mit Deutsch als Zweitsprache gibt es an der Kunzemannschule, eine zweite wäre denkbar", sagt Oberbürgermeister Egerer. Größere Flüchtlingskinder werden die Oberschule Waldheim besuchen. "Die Kinder lernen zuerst Deutsch, haben dann deutsche Freunde und so beginnt die Integration ihrer Familien oft über die Kinder", so Ausländerbeauftragte Annett Schrenk. "Wir erleben eine hohe Solidarität der Bürger, den Menschen zu helfen, bis hin zu ehrenamtlichen Deutschkursen." Aber es gebe auch Skepsis und Verunsicherung. Schrenk: "Wir nehmen das ernst und stehen für Fragen zur Verfügung." Die Landkreisverwaltung geht von einem ähnlich hohem Flüchtlingsstrom wie 2014 aus. "Deshalb benötigen wir in diesem Jahr weitere Unterkünfte für Neuankömmlinge in Mittelsachsen", unterstreicht Jörg Höllmüller.

Thomas Sparrer

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