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Flutgraben in Döbeln samt Baustelle notgewässert

Tau- und Regenwetter Flutgraben in Döbeln samt Baustelle notgewässert

Das Tauwetter lässt den Muldepegel ansteigen. Bis Mitte der Woche besteht laut Landeshochwasserzentrum keine Gefahr. Die Landestalsperrenverwaltung hatte wegen der Bauarbeiten im Flutgraben trotzdem Vorkehrungen getroffen. Am Montag öffnete sich automatisch das Schlossbergwehr. Der Flutgraben und die dort geräumte Baustelle wurden zur Entlastung des übervollen Muldearmes gewässert.

Jule und ihr Hund Luke beobachten an den Döbelner Färberhäusern die Mulde, die beim Tauwetter der letzten Tage zu einem reißenden Strom angeschwollen ist.

Quelle: Sven Bartsch

Döbeln. Das Tauwetter hat in Döbeln die Schneemassen schon beseitigt und die Muldenpegel ansteigen lassen. Gestern bestand das neue Schlossbergwehr seine Feuertaufe. Es öffnete automatisch den Zulauf in den Flutgraben und entlastete so den übervollen Muldenarm in Döbelns Innenstadt.

„In der ersten Wochenhälfte ist die Hochwassergefahr gering. In der zweiten Wochenhälfte hängt die Hochwassersituation davon ab, wie sich die Schneeschmelze in höheren Lagen und die angekündigten Niederschläge summieren“, sagt Karin Bernhard, Pressesprecherin des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. Wie sich das auf die Pegelstände von Freiberger Mulde oder Zschopau und Striegis in der Region auswirkt, ist noch offen. Es bestehe zurzeit aber keine überregionale Hochwassergefahr. Doch man beobachte im Landeshochwasserzentrum die Entwicklung genau.

Dennoch hatte man bei der Landestalsperrenverwaltung, Betrieb Elbaue/Mulde/Untere Weiße Elster, schon jetzt auf Döbeln ein besonderes Augenmerk gelegt. „Wir sind vorbereitet und haben eine Alarmbereitschaft eingerichtet“, sagt Betriebsleiter Axel Bobbe am Mittag. Denn in Döbeln ist der Flutgraben, der die Innenstadt auf der einen Seite umfließt, wegen der Bauarbeiten komplett trocken gelegt. Dementsprechend höher stand der Pegel im anderen Muldenarm, der hinter der Ritterstraße fließt. An der Wappenhenschanlage nagte der Fluss bereits am Geh-und Radweg. „Kein Grund zur Panik. Das neue Schlossbergwehr funktioniert sicher und vollautomatisch. Unser Bereitschaftsdienst bei der Flussmeisterei fährt vor Ort, wenn das Wehr ankündigt, dass es die beiden Wehrklappen öffnet“, schildert Betriebsleiter Axel Bobbe von der Landestalsperrenverwaltung. Am späten Nachmittag war es soweit. Das Schlossbergwehr öffnete sich und leitete zur Entlastung des Muldearmes einen Teil des Wassers in den Flutgraben ab. Die Baustelle unweit der Brücke Bahnhofstraße wurde rechtzeitig geräumt. Das neue Wehr meldet ständig den Pegel und kündigt ab einem bestimmten Wert an, dass es die Klappen absenkt und Wasser in den Flutgraben ableitet. Damit trat gestern ein abgestimmter Maßnahmeplan der Baufirma in Kraft, die zwischen Niederbrücke und Brücke Bahnhofstraße an der Verbreiterung des Flutgrabens arbeitet. „Die Baufirma hatte alles, was nicht unmittelbar benötigt wird, aus dem Flutgraben geräumt. Zudem stehen Bagger und Mitarbeiter bereit, um Abflusshindernisse zu beseitigen“, so Bobbe.

Schon beim Bau des ersten Abschnittes am Flutgraben hinter dem Busbahnhof und am neuen Schlossbergwehr wurde die Baustelle mehrfach bei Hochwassergefahr aufgegeben und zur Entlastung des Muldearmes geflutet. „So wird es bei steigenden Pegeln auch bei allen anderen Bauabschnitten sein. Sicherheit geht vor“, so Axel Bobbe am Abend. Das ist auch ein Grund, warum nicht gleichzeitig an mehreren Abschnitten gebaut werden kann.

Hinter dem Busbahnhof ist der erste Bauabschnitt des verbreiterten Flutgrabens fertig. „Wir brauchen ein paar Tage gutes Bauwetter, um einige Borten zu setzen und Pflastersteine zu verlegen. Ich denke, dass die nach der Verbreiterung des Flutgrabens verbliebenen Parkplätze am Busbahnhof im März wieder genutzt werden können“, so der Betriebsleiter. Der nächste Abschnitt der Verbreiterung des Flutgrabens wird ab Sommer zwischen Niederbrücke und Brücke Straße des Friedens gebaut. Hier wurden in den letzten Wochen Bäume gefällt, die dem Vorhaben im Wege standen. Die eigentlichen Bauarbeiten sind europaweit ausgeschrieben.

Von Thomas Sparrer

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