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Flutsicher in die Zukunft

Flutsicher in die Zukunft

Nach 115 Jahren direkt an der Mulde, mitten in Döbeln, verlässt die Albert Polenz GmbH und CoKG jetzt ihren alten Standort an der Sörmitzer Straße in Döbeln.

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Firmenchef Andreas Vogt vollzog gestern gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten Sven Liebhauser (CDU), Vizelandrat Manfred Graetz und dem Großweitzschener Bürgermeister Ulrich Fleischer den ersten Spatenstich für den neuen Produktionsbetrieb. Aktuell sind im Mockritzer Gewerbepark neun Firmen mit etwa 250 Beschäftigten angesiedelt.

Quelle: Wolfgang Sens

Im Gewerbegebiet Mockritz vollzog der traditionsreiche Werkzeugbaubetrieb gestern den ersten Spatenstich für den Neubau seiner Produktionsstätte. Auf einem 16 500 Quadratmeter großen Gelände wird bis Jahresende die Mildensteiner Baugilde eine zwischen 15 und 18 Meter breite und 62 Meter lange Produktionshalle mit einem zweistöckigen Büro- und Sozialgebäude errichten. Im Januar soll der neue Betrieb bezugsfertig sein. Im Februar will die Albert Polenz GmbH am neuen Standort produzieren. Firmenchef Andreas Vogt war die Anspannung der letzten Monate und auch die schwere Entscheidung, von Döbeln wegzugehen, gestern deutlich anzumerken. Beim Dank an die 36 Mitarbeiter und die Familie für die Unterstützung der letzten Monate war die Stimme des Firmenchefs tränenerstickt.

 

Über fünf Millionen Euro Schaden hat die Flut vom Juni 2013 bei Polenz in Döbeln angerichtet. Das zwangsweise Stillstehen der Produktion bedrohte zugleich die Existenz des Betriebes. Der Werkzeugbauer beliefert vor allem die Zulieferbetriebe der Automobilhersteller wie Daimler, Porsche oder BMW unter anderem mit Spritzguss-Werkzeugen. Damit werden Großserien von Kunststoffteilen produziert. An den Aufträgen hängen verbindliche Terminketten und nicht zuletzt die Produktionssicherheit der Industriebetriebe. Schon 2002 hatte die Jahrhundertflut Polenz schwer getroffen. Ein drittes Mal sollte es das nicht geben. Der Döbelner Landtagsabgeordnete Sven Liebhauser (CDU) sprang dem Unternehmen Anfang Juni zur Seite, knüpfte Kontakte zur Staatsregierung und in die Ministerien. Auch Kreisparkasse, Sparkassenversicherung, Steuerberater und Landkreis waren mit im Boot. So konnten wenige Tage nach der Katastrophe neue Maschinen bestellt werden. Sieben Wochen nach der Flut rollte die Produktion wieder.

 

Bei der Suche nach dem neuen Standort war zunächst das noch zu erschließende Gewerbegebiet Döbeln-Süd im Gespräch. Dann wurde sich Andreas Vogt mit dem Großweitzschener Bürgermeister Ulrich Fleischer über die Flächen in Mockritz einig. "Vor wenigen Wochen haben wir erstmals gesprochen und jetzt stehen wir mit dem Spaten hier", freute sich Fleischer über die Schnelligkeit aller Beteiligten in Gemeinde und Landratsamt. Mit lachendem und weinendem Auge war der Landtagsabgeordnete Sven Liebhauser zum Spatenstich gekommen. Lachend, weil das Unternehmen jetzt hochwasser- und zukunftssicher investieren und sogar noch weitere Arbeitsplätze schaffen könne. Weinend, weil Döbeln ein traditionsreiches Unternehmen verliert, das sich zum Glück in der Nachbargemeinde ansiedelt. Das bisherige Firmengelände der Albert Polenz GmbH an der Sörmitzer Straße in Döbeln wird an die benachbarte Kurz-Typofol GmbH verkauft, welche die Flächen für Erweiterungen und die Standortsicherung nutzen möchte.

 

Runde drei Millionen Euro investiert die Albert Polenz GmbH in den neuen Betrieb in Mockritz. Ein Fünftel der Gesamtinvestitionskosten steuert die Europäische Union als Fördergeld bei.

Thomas Sparrer

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