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Förderung für Harthaer Stadtbibliothek eingestampft

Richtlinien nicht erfüllt Förderung für Harthaer Stadtbibliothek eingestampft

Weil mehrere Förderrichtlinien nicht erfüllt wurden, kürzte der Kulturraum Erzgebirge-Mittelsachsen die finanziellen Fördermittel für die Harthaer Stadtbibliothek. Statt der beantragten rund 30 600 Euro stehen der Bibliothek im Jahr 2017 lediglich 4700 Euro zu. Wie das immense Loch gestopft werden soll, ist noch unklar.

Statt mit den beantragten 30 587 Euro wurde die Stadtbibliothek Hartha vom Kulturraum Erzgebirge-Mittelsachsen mit nur 4700 Euro bedacht.

Quelle: dpa

Hartha. Statt mit den beantragten 30 587 Euro für die Stadtbibliothek Hartha wurde der Harthaer Kultur- und Sportbetrieb vom Kulturraum Erzgebirge-Mittelsachsen mit nur 4700 Euro bedacht. Statt der beantragten institutionellen Förderung, welche die Bezuschussung der laufend anfallenden Sach- und Personalausgaben einer Einrichtung ist, rutschte der Harthaer Antrag in die Medienmittelförderung hinein. Grund dafür ist die Nichterfüllung von Förderrichtlinien, erklärt Kultursekretär Wolfgang Kalus auf Nachfrage der DAZ. Zwei Punkte sorgten für die Ablehnung des Antrags. Zum einen die geringe Ausleihe pro Einwohner, zum anderen die Erneuerungsrate. „Schon im letzten Jahr wurden diese beiden Kriterien nicht erfüllt. Da hätte man schon handeln müssen“, so Kalus.

Kritische Personalsituation

Ein Fakt, der ebenfalls kritisch betrachtet wird, ist die Richtlinie, dass eine Bibliothekarin oder ein Bibliothekar eine Vollzeitstelle inne haben muss. Im Falle der Harthaer Bibliothek fehlt diese Fachkraft mit der die Förderrichtlinien erfüllt sein würden. „Da drücken wir seit Jahren beide Augen zu“, erklärt Kultursekretär Kalus. Die Stadt Hartha kommt nicht umhin sich dahingehend Gedanken zu machen. Ab Januar 2017 gibt es auch einen neuen Kulturbeirat, der über Fördersummen entscheiden muss. Ob der Kulturraum Erzgebirge-Mittelsachsen auch künftig eine Ausnahme macht, ist ungewiss. „Wenn man knallhart wäre, müsste die fehlende Fachkraft das Kriterium der Ablehnung sein“, so Wolfgang Kalus. Der personelle Umstand ist sowohl dem Kulturraum Erzgebirge-Mittelsachsen als auch der Stadt Hartha seit Jahren bewusst.

Der Harthaer Kultur- und Sportbetrieb wird erstmals vom Kulturraum zurückgestuft. „Dieser Schritt hat uns weh getan“, so Wolfgang Kalus. Seiner Auffassung nach habe die Stadtbibliothek in Hartha bisher einfach Glück gehabt, denn schon vorher erfüllte die Einrichtung die Kriterien nicht. Eben jene Förderrichtlinien sind auf der Internetseite des Kulturraumes Erzgebirge-Mittelsachsen veröffentlicht und für jedermann zugänglich. Die Sitzung, in der die Fördersummen beschlossen wurden, war ebenfalls öffentlich, doch von der Stadt Hartha war niemand vor Ort. Der entsprechende Bescheid zur Förderung geht der Stadt Hartha erst im Januar zu. Dann kann sie in Widerspruch gehen. Doch Wolfgang Kalus sieht wegen der festgesetzten Kriterien eher keine Chance für Hartha.

Die Nachfrage bei Harthas Bürgermeister Ronald Kunze (parteilos) überraschte das Stadtoberhaupt am Donnerstagnachmittag. Er wusste noch nichts über die Beschlussfassung des Kulturraumes Erzgebirge-Mittelsachsen, hatte demnach noch keine Lösung dafür parat, wie das finanzielle Loch von rund 26 000 Euro jetzt gestopft werden könne. „Die Verwaltung und der gesamte Stadtrat stehen hinter der Bibliothek. Noch haben wir keine Kenntnis vom Beschluss. Wenn der Bescheid da ist, setzen wir uns gemeinsam hin und sprechen darüber“, so Kunze.

Förderbescheid kommt erst im Januar 2017

Günter Roßberg wollte sich am Donnerstag nicht zur Thematik äußern. Er ist Leiter des Kultur- und Sportbetriebes in Hartha, dem die Stadtbibliothek Hartha zugehörig ist. „Solange uns kein offizieller Bescheid vom Kulturraum Erzgebirge-Mittelsachsen vorliegt, kann ich dazu nichts sagen“, erklärte Roßberg, der bisher ebenfalls nichts von der eingestampften Fördersumme wusste.

Insgesamt hat der Harthaer Kultur- und Sportbetrieb 122 350 Euro errechnet, die für das für das Bedarfsjahr 2017 nötig sein werden. Dort sind sowohl Personal-, Sach- und Betriebskosten als auch Medieneinkäufe eingerechnet. Ob sich am Beschluss des Kulturraumes noch rütteln lässt, wird sich zeigen.

Von Stephanie Helm

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