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Foxtrott, Jazz und Rockbarock in der Waldheimer Stadtkirche

DAZ-Reporter auf Tour Foxtrott, Jazz und Rockbarock in der Waldheimer Stadtkirche

Das Radio im DAZ-Reprterauto hat einen schönen Klang. Aber Live-Musik klingt noch viel schöner. Die gab es am Donnerstag in der Waldheimer Stadtkirche, wo Kantor René Michael Röder den Fünftklässlern der Waldheimer Oberschule die Instrumente einer Band vorstellte.

 In der Waldheimer Stadtkirche lernten die Fünftklässler der Waldheimer Oberschule von Kantor René Michael Röder und seinen Bandkollegen Jo Gramm, Lutz Helmuth und Erik Heber die Instrumente eier Band kennen. Da durften Klavier und Orgel natürlich nicht fehlen.
 

Quelle: Sven Bartsch

Waldheim. Wo musiziert, da lass dich nieder, heißt es. Und so war das DAZ-Auto zur Waldheimer Stadtkirche gerollt, wo Schulkinder der Oberschule sangen und lauschten. Bass, Gitarre, Schlagzeug, Klavier und sogar Orgel – instrumentell gut begleitet sangen die Kinder unter anderem 20-Jahre-Schlager (Mein kleiner grüner Kaktus), Volkslieder (Wenn ich ein Vöglein wär) und Pop (Alles nur geklaut).

Tamm-tamm-tamm – tammtatatamm. „Na, wer kennt das?“ fragte Kantor Röder als Gitarrist Lutz Helmuth das Riff eines der bekanntesten Stücke der Rockgeschichte angestimmt hatte. Zaghaft gingen einzelne Hände nach oben. Logisch. Wer 2016, in Zeiten von Adele und Co., in die 5. Klasse geht, kann mit Deep Purples „smoke on the water“ von 1972 wahrscheinlich doch nicht soviel anfangen. Kantor Röder, am Donnerstag ein teilweise recht strenger Musiklehrer, nutzte dieses Lied, um den Kindern ein Merkmal des Rock beizubringen: Eine markante Melodie als Erkennungszeichen. Tamm-tamm-tamm – tammtatatamm.

Real klingt besser

Zu diesem Zeitpunkt hatten die Schüler bereits einen akustischen Eindruck, wie die Instrumente der Band klingen und welche Funktion sie ausüben. „Vier Seiten und das tiefste Instrument der Geigenfamilie – das ist der Bass. Er ist das Fundamentalinstrument einer Band“, erklärte René Michael Röder und Erik Heber ließ die Kinder hören, wie ein Bass klingt, wenn er die Saiten mit dem Bogen streicht und wie sich das Ganze gezupft anhört – so wie es in Bands üblich ist. Am Schlagzeug saß am Donnerstag Jo Gramm und demonstrierte das Zusammenspiel von Base-Drum, den unterschiedlich großen Trommeln und den Becken, führte auch Bongos vor. Lutz Helmuth wiederum hatte zwei Gitarren mitgebracht, die Akustische mit Resonanzkörper und die Elektrische, die ohne Verstärker fast gar nicht zu hören ist, dafür mit Verstärker die Kirche zum Beben brachte. „Tamm-tamm-tamm – tammtatatamm. Smoke on the water and fire in the sky.“

Kantor Röder bediente die Tasteninstrumente – Blüthner-Flügel und Kreutzbach-Orgel – die er als Keyboarder einer „richtigen“ Rockband wohl in einem elektronischen Instrument zusammengefasst vor sich hätte. Aber real angeschlagene Saiten und real angeblasene Orgelpfeifen klingen einfach besser. Mit vielen Hörbeispielen reiste die Band durch die jüngere Musikgeschichte, ließ einen Blues erklingen und einen Foxtrott („Wenn der weiße Flieder blüht), verdeutlichte am Beispiel des kleinen grünen Kaktus den Unterschied zwischen Marsch und Polka und spielte mit Glenn Millers „moonlight serenade“ den Jazz-Klassiker schlechthin. Um die lehrreiche Musikstunde mit einem barocken Finale zu schließen, wofür sich Kantor Röder extra seine Orgelschuhe anzog: Toccata und Fuge von Johann Sebastian Bach, wobei sich Bass, E-Gitarre und Schlagzeug ins Orgelspiel mischten.

Arbeit, die sich lohnte

In seiner praktischen Instrumentenkunde hatte der Waldheimer Kantor den Förder- und Oberschülern bereits die Holzblasinstrumente und dann die Blechblasinstrumente näher gebracht. Am Donnerstag nahm er das Kapitel „Band und Orgel“ durch. Ein großes Abschlusskonzert ist ebenfalls geplant. Möglich gemacht hat das Instrumentenkunde-Projekt auch eine Spende des Waldheim-Gönners François Maher Presley.

Arbeit hatte Kirchenmusiker Röder damit recht viel, wie er erzählt. „Man muss passende Stücke heraussuchen, viel proben und Musiker finden.“ Das Ergebnis dieser Arbeit konnte sich sehen lassen. Die, für die es gedacht war, folgten dem Unterricht in der Kirche diszipliniert und rockten erst los, als sie es sollten.

Von Dirk Wurzel

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