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Döbeln Franken-Gut-Mitarbeiter streiken in Mockritz für Weihnachtsgeld
Region Döbeln Franken-Gut-Mitarbeiter streiken in Mockritz für Weihnachtsgeld
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16:49 21.11.2017
“Weihnachtsgeld für alle!“ – die Mitarbeiter von Franken-Gut streiken in Mockritz für gleiche Bezahlung für alle. Quelle: Sven Bartsch
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Mockritz

„Weihnachtsgeld für alle“ stand am Dienstagmittag groß auf dem Transparent der Mitarbeiter des Fleisch- und Wurstkommissionierers Franken-Gut Fleischwaren GmbH im Gewerbegebiet Mockritz. Fast alle der knapp 50 Mitarbeiter hatten sich zum Beginn ihrer Schicht um 13 Uhr vor dem Werkstor eingefunden, um mit einem gut einstündigen Warnstreik gegen die Ungleichbehandlung von Kollegen zu demonstrieren. „Die eine Hälfte kriegt Weihnachts- und Urlaubsgeld, die andere nicht“, brachte es Olaf Klenke, Landesbezirkssekretär der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) auf den Punkt.

Die Ursache für die Ungleichheit bei der 100-prozentigen Edeka-Tochter, die an drei Standorten in Mockritz, Rottendorf (Thüringen) und Nürnberg arbeitet, liegt in der Kündigung des Tarifvertrages 2006. In Mockritz, wo Fleisch und Wurst für rund 400 Edeka- und Diska-Märkte in Sachsen, Thüringen und Nordbayern kommissioniert wird, bedeutet das: Alle Mitarbeiter, die vorher eingestellt wurden, erhalten Weihnachts- und Urlaubsgeld, der Rest nicht. Inzwischen sind diejenigen ohne diesen Bonus knapp in der Mehrheit. „Der Arbeitgeber will es aussitzen, bis alle Alten weg sind“, meinte einer der Streikenden, der namentlich nicht genannt werden wollte. Dazu soll laut Klenke auch das bestehende Weihnachts- und Urlaubsgeld gekürzt werden.

Seit eineinhalb Jahren dauern die Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft und dem Unternehmen bereits an. Dabei gehe es für die rund 25 Betroffenen lediglich um rund 30 000 Euro Mehrkosten pro Jahr. „Und das für eine Millionen-Firma wie Edeka“, kritisiert Betriebsrätin Ira Butke-Lottmann. Zum Beweis verweist die NGG darauf, dass die Edeka-Gruppe im letzten Jahr ihren Gewinn um 25 Prozent auf 367,3 Millionen Euro steigern konnte. Ein Angebot in Form von Wertgutscheinen für Edeka-Supermärkte im Wert von 200 Euro lehnte der Betriebsrat ab. „Das ist zu wenig und wir wollen auch keine einmalige Sache, sondern die Zahlung für immer haben“, sagte Butke-Lottmann.

Und es gibt noch mehr Missstände aus Sicht des Betriebsrats: „Die Leute werden hier nach Gutdünken bezahlt, unabhängig von Arbeit und Verantwortung. Wir wollen Entgeltgruppen, die das klar regeln wie am Standort Rottendorf“, sagt Butke-Lottmann. Zudem würden Mitarbeiter bei den ohnehin anspruchsvollen Arbeitsbedingungen – gearbeitet wird Dienstag bis Donnerstag und Sonntag jeweils ab 13 Uhr für zehn Stunden und mehr – zu lange arbeiten. „Die Leute sollen nicht länger arbeiten. Dann müssen sie die Ware eben stehen lassen und der Arbeitgeber muss für eine ordentliche Personalplanung sorgen“, sagt sie. „Das hat sich eingeschliffen, hier noch eine halbe Stunde länger oder da“, sagt einer der Streikenden, die jetzt enger zusammenstehen und keine Überstunden mehr machen wollen.

Auslöser des ersten Streiks an dem seit 1996 bestehenden Standort war zuletzt der Rückzug Edekas von dem Angebot, allen Mitarbeitern das Weihnachts- und Urlaubsgeld so zu zahlen wie am Standort Rottendorf. „Edeka kann gern an den Verhandlungstisch zurückkommen. Wenn nicht, suchen wir die Auseinandersetzung. Es gibt keine Wertschätzung für die Mitarbeiter, daher würden wir mit einem längeren Streik auch im Weihnachtsgeschäft ein Zeichen setzen“, kündigte Olaf Klenke an. Die Mitarbeiter wollen dabei geschlossen mitziehen.

Der Mockritzer Betriebsleiter Maik Unger kam kurz zu den Streikenden heraus, ließ sich aber nur von Klenke bestätigen, dass der Streik nach etwa einer Stunde beendet sein würde. In der Franken-Gut-Zentrale in Rottendorf war zu dem Thema am Dienstag keine Auskunft mehr zu bekommen.

Von Sebastian Fink

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