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Döbeln Frauenpower in der Autowerkstatt
Region Döbeln Frauenpower in der Autowerkstatt
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17:12 11.08.2013
Lars Apelthier mit Julia Rath bei der Auswertung von Messwertblöcken am Diagnosegerät. Quelle: Sven Bartsch
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"Ich habe von Kind an nicht mit Puppen gespielt, sondern lieber den Bauarbeitern am Straßenrand zugeschaut und die Baggerfahrer gegrüßt", erinnert sich die 29-Jährige. Mit ihrem Realschulabschluss, den sie in ihrer Geburtsstadt Düsseldorf erfolgreich absolvierte, sei sie schließlich durch einen glücklichen Zufall in die Region gekommen. In Döbeln wohnhaft, absolviert sie in der freien Werkstatt der Agrargenossenschaft Laas ihre dreieinhalbjährige Lehre als Kfz-Mechatronikerin. "Klar vermisse ich auch die Familie, aber ich möchte auf keinen Fall zurück in den Westen", versichert die junge Frau und nennt dafür einige Gründe: "Die Leute hier sind viel offener, die ländliche Gegend ist klasse und ich könnte stundenlang im Wald sein." Und das auch gern mit ihrem Hund Luke, einem Mischling, der sich in der ländlichen Gegend richtig austoben kann.

In ihrem Beruf und unter den Kollegen fühlt sich Julia Rath pudelwohl. "Manche Kunden waren anfangs etwas skeptisch, aber das hat sich dann durch meine Leistung gegeben", freut sich die Düsseldorferin, die am liebsten die Marke Volkswagen repariert und dort auch die meisten Erfahrungen sammeln konnte. "Die Fahrzeuge sind alle sehr praktisch aufgebaut", so ihr Fazit.

Die theoretische Ausbildung absolviert Rath am Beruflichen Schulzentrum Eilenburg in Doberschütz. Von den insgesamt 23 Lehrlingen ist sie die einzige Frau. Die Tatsache, dass sie dort als Klassensprecherin fungiert, ist nicht zuletzt eindrucksvoller Beweis dafür, dass sie sich in der Männerdomäne durchsetzen kann.

Mit Beginn des neuen Ausbildungsjahres bereitet sich die 29-Jährige auf die Abschlussprüfung vor, denn inzwischen hat sie drei erfolgreiche Lehrjahre hinter sich. Ihre größten Wünsche sind, die Prüfung zu schaffen, nach der Lehre übernommen zu werden und weiterhin im Laaser Team arbeiten zu dürfen.

Dass diese Wünsche in Erfüllung gehen können, daran zweifelt Lars Apelt, Geschäftsführer der freien Werkstatt, nicht. "Wir würden sie schon gern übernehmen. Das ist aber eine Vorstandsentscheidung. Bisher sind jedoch immer solche fähigen Leute übernommen worden." An seinem Schützling schätzt der Werkstattleiter insbesondere: "Man kann offen mit ihr umgehen und jederzeit auf sie zählen, wenn es zum Beispiel Engpässe im Büro gibt. Sie ist auch sehr flexibel beim Schichttausch."

Der 37-Jährige hat selbst eine Ausbildung als Kfz-Mechaniker in der Agrargenossenschaft Laas absolviert und ging nach Abschluss der Ausbildung 2001 zunächst für knapp sieben Jahre nach Bayern. Doch dort fehlten ihm Familie, Freundin und die Freunde. Deshalb war er froh, dass ihm die Agrargenossenschaft das Angebot der Rückkehr unterbreitete. Schließlich absolvierte er auch noch die Meisterausbildung und kletterte auf der Karriereleiter zum Geschäftsführer - als sein Vorgänger zum Jahresende 2011 in den Vorruhestand ging. Auch Lars Apelt fühlt sich sehr wohl im Unternehmen, wie er gegenüber der OAZ betont: "Alles hat nahtlos geklappt und ich habe hier super Erfahrungen gemacht." Froh ist er nicht zuletzt darüber, dass es in seinem jungen Team mit 18 Mitarbeitern und einem Lehrling stets ein gutes Miteinander gibt.

© Kommentar

Heinz Großnick

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