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Freibad Döbeln: Auf Super-Sommer folgt Super-Baustelle

Freibad Döbeln: Auf Super-Sommer folgt Super-Baustelle

Seit vergangener Woche ist das Döbelner Freibad eine Großbaustelle. Die letzten beiden Hochsommertage der Saison hatten die Badbetreiber noch genutzt. Seit vergangenen Mittwoch ist das Freibad geschlossen.

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Bis zu sechs Meter tief werden die Betonkästen der beiden Schöpfbauwerke sein, die derzeit an der Liegewiese und am Saunagarten des Döbelner Stadtbades gebaut werden. 700 000 Euro schießen die Stadtwerke dafür vor, die später als Flutfördergeld zurückgezahlt werden.

Quelle: Sven Bartsch

Die Saison 2015 wird aber in die Geschichte eingehen. Mit 28 848 Badegästen zählte das Freibad so viele, wie seit Jahren nicht. In der verkorkste Badesaison 2014 konnte das Freibad gerade mal 13 051 Badegäste verbuchen. Im Durchschnitt der letzten zehn Jahre waren es jeweils etwa 20 000 Wasserratten.

"Wir hatten schon im Juni in diesem Jahr zwei richtig tolle Wochenenden mit extrem guten Besucherzahlen. In den sechs Wochen Sommerferien waren nur sechs bis acht Tage nicht optimal. Unterm Strich waren es fast fünf Wochen Badewetter", sagt Stadtwerkechef Reinhard Zerge. Das städtische Tochterunternehmen betreibt das Döbelner Stadtbad und das Freibad. "Zehn Prozent der Freibadbesucher haben in diesem Jahr eine Dauerkarte gekauft. 80 Prozent der Badegäste sind Kinder- und Jugendliche", ergänzt Simone Jentzsch. Die Personalleiterin der Stadtwerke betreut auch das Stadtbad federführend.

Seit vergangenen Mittwoch lockt die Schwimmhalle im Stadtbad wieder täglich die Besucher. Von Januar bis zur Eröffnung der Freibadsaison zählte die Döbelner Schwimmhalle bereits 25 156 Gäste. Im Vorjahr waren es von Januar bis Juni 28 764 Hallenbadbesucher. Damals war die Freiluftsaison wegen der Flutreparaturen vom Hochwasser 2013 erst im Juli gestartet. Der Trend zu einer deutlich intensiveren Hallenbadnutzung seit dem Umbau und dem Bau des zweiten Beckens hält demnach an.

Draußen im Freibad ist seit Ende der Sommerferien der Hochwasserschutz wieder das Thema Nummer eins. Fast 700 000 Euro investieren die Stadtwerke in zwei Schöpfbauwerke am Muldenufer. Deshalb war an den letzten beiden Freibadtagen auch die dortige Liegewiese komplett gesperrt. Drei schwere Bagger sind dort am Werk.

Bevor sich die Bagger jedoch bis zu sechs Meter tief ins Erdreich graben konnten, rückte auch der Kampfmittelbeseitigungsdienst an. Dieser muss eine solche Baustelle erst freigeben. "Die Messgeräte der Experten haben tatsächlich ausgeschlagen und es musste gegraben werden. Und dass, wo es doch im zweiten Weltkrieg nachweislich nur zwei Einschläge in Döbeln gab: an der Oschatzer Straße und am Friedhofswärterhäuschen in der Dresdner Straße", sagt Stadtwerkechef Reinhard Zerge schmunzelnd. Gefunden wurde natürlich nichts. So musste die Liegewiese bei vollem Betrieb im Stadtbad auch nicht geräumt werden.

Das Schöpfbauwerk direkt an der Liegewiese wird das Oberflächenwasser des Stadtbades bei steigendem Muldenpegel aus dem Badgelände befördern. Das zweite Schöpfbauwerk entsteht im Saunagarten. Dieses Hebewerk soll bei Hochwasser das Brauchwasser des Stadtbades aus dem Badgelände befördern. Dieser Bau wird nicht ganz ohne Beeinträchtigung der Saunagäste vonstatten gehen. Zumal die Sauna ab dem kommenden Montag wieder vormittags geöffnet hat. Um die Saunagäste wegen des zeitweisen Baulärmes milde zu stimmen, gibt es so genannte Lärmbons, die im badeigenen Bistro eingelöst werden können.

Aus der Döbelner Allgemeinen Zeitung vom 08.09.2015

Thomas Sparrer

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