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Döbeln Freier Schlag zum Runterkommen
Region Döbeln Freier Schlag zum Runterkommen
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00:19 26.07.2017
Edelgard Sängerlaub klöppelte sogar die Klostermauer. Quelle: Sven Bartsch
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KlosterBuch

Was kann man erwarten von einer Klöppel-Ausstellung? Filigrane Spitzen, Tischdeckchen oder Sternchen für den Weihnachtsbaum gibt es bei Edelgard Sängerlaub nicht zu bestaunen. Ihre Klöppelarbeiten finden sich vielmehr in den Motiven von Materialcollagen wieder: Da stehen Burgruinen in einer Kulisse in Aquarell-Blau, ein Engel hält eine große Wasserschale, auf einem der Bilder präsentiert ein achtköpfiger Drache seine Häupter. Es ist Edelgard Sängerlaubs Lieblingsbild.

Reptilienschuppen statt geometrisch perfekt

Das Fabelwesen gelang ihr tatsächlich hervorragend, denn durch die Klöppeltechnik des wilden Schlages bekommt das Reptil seine typische geschuppte Haut. Das Muster ist alles andere als geometrisch. Es erscheint vielmehr chaotisch. Doch das kann es auch nicht sein, schließlich fügen dich die geklöppelten Motive mit ihren Konturen so in jedes Bild ein, wie es sich gehört. „Das freie Arbeiten entspannt ungemein“, sagt 64-Jährige, die als Integrationserzieherin arbeitete.

Ohne Klöppelbrief geht nie was schief

Das Klöppeln sei ihr der passende Ausgleich zu ihrem oft anstrengenden Beruf gewesen. „Eine Beschäftigung zum Runterkommen“, so beschreibt sie, was sie an daran fasziniert. Und: „Mit dem freien Klöppeln, ohne Klöppelbrief, macht man nie etwas falsch.“ Ganz anspruchslos ist diese Technik dann doch nicht, wie einige der offenbar sachkundigen Besucherinnen der Ausstellungseröffnung am Sonntag bemerken. Der Form- oder Blattschlag findet sich zum Beispiel ebenfalls in den Motiven. Diese gewinnen dadurch noch mehr an handarbeitlichem Wert.

Viele für diese Handarbeit begeistert

Die Krostitzerin Edelgard Sängerlaub konnte in den vergangenen Jahren viele andere Frauen für diese Handarbeit begeistern, gründete zwei Klöppelzirkel in ihrer Heimatstadt Krostitz sowie in Gräfenhainichen. Im Kloster Buch könnte sie vielen bereits bekannt sein: Selbst über die dortigen Bauernmärkte in Kontakt mit der Einrichtung gekommen, zeigt sie innerhalb von zehn Jahren nun schon zum vierten Mal ihre Bilder.

In der aktuellen Ausstellung findet sich, separat auf einer Staffelei stehend, auch ein Motiv, welches Kenner des Klosters auf jeden Fall schon aus der Ferne wieder erkennen dürften: Die Künstlerin hat den Blick über die Wiese hinweg hin zum alten Krankenhaus des Klosters und zur Klostermauer ebenfalls in einem ihrer Klöppel- und Aquarell-Kompositionen festgehalten.

Von Steffi Robak

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