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Döbeln Freistaat Sachsen will Döbelner Autoliv-Gelände wieder verkaufen
Region Döbeln Freistaat Sachsen will Döbelner Autoliv-Gelände wieder verkaufen
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00:19 02.06.2017
Um diese fünf ehemaligen Autoliv-Werkhallen und Gebäude handelt es sich bei der aktuellen Verkaufsofferte des Zentralen Flächenmanagements des Freistaates Sachsen. Quelle: Sven Bartsch
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Döbeln

Vor genau einem Jahr wurde das ehemalige Autoliv-Werk in der Döbelner Eichbergstraße in einen Dornröschenschlaf versetzt. Acht Monate lang wurden die Werkhallen und Gebäude, in dem bis 2014 Gurtstraffer für Autos hergestellt wurden, als Erstaufnahmeeinrichtung des Freistaates für Flüchtlinge genutzt. Seit dem 1. Juli 2016 ist die Einrichtung geschlossen. Ursprünglich war sie einmal für die Erstaufnahe und Betreuung von bis zu 600 Flüchtlingen gedacht. Doch mit der Schließung der Balkanroute ebbte die Zahl der ankommenden Flüchtlinge massiv ab. Das sächsische Innenministerium entschied daraufhin, dass Erstaufnahmen nur noch in den drei Großstädten betrieben werden. Bei einem starken Anstieg der Flüchtlingszahlen werde auf sogenannte Stand-by-Unterkünfte zurückgegriffen. Doch die extra vom Freistaat Sachsen gekaufte ehemalige Autoliv-Fabrik gilt auch nicht als eine solche Standby-Unterkunft. Zuletzt wurden Teile des Geländes als Lager von Utensilien für Flüchtlinge genutzt.

Nun will der Freistaat Sachsen das Gelände wieder loswerden. Darum kümmert sich nun der dem Sächsischen Finanzministerium angegliederte Staatsbetrieb Zentrales Flächenmanagement (ZFM). Dieser wurde erst zu Jahresbeginn gegründet. „Der ZFM ist insbesondere zuständig für Werkhallen von ,Autoliv’ in Döbeln. Da die Immobilie – bis auf Restnutzungen für Aufgaben des Freistaates Sachen – nicht mehr gebraucht wird, soll die Immobilie verkauft werden“, sagt Dieter W. Ruf, Abteilungsleiter im ZFM. Das Unternehmen hat den Verkauf der Flächen und Gebäude an der Eichbergstraße öffentlich ausgeschrieben und führt derzeit Gespräche mit potenziellen Käufern. Um was für Interessenten es sich handelt, dazu gibt er keine Auskünfte. „Das Verkaufsverfahren läuft noch. Bitte haben Sie daher Verständnis, dass ich in diesem Stadium keine näheren Angaben machen kann“, so der Abteilungsleiter.

Mindestens 1,5 Millionen Euro möchte der Freistaat für das knapp 18 000 Quadratmeter große Gelände mitten im Gewerbegebot Döbeln-West gern erzielen. Fünf teilweise mehrgeschossige Gebäude gehören dazu. Vier davon sind Werkhallen, die als Produktionsstätten und Lager nutzbar sind. Im Verwaltungsgebäude befinden sich vorrangig Büros. Alle Gebäude verfügen über Heizungs- und Sanitäranlagen und sind zum Teil unterkellert. „Außerdem sind auf dem Grundstück etwa 80 Pkw-Stellplätze vorhanden“, wirbt das ZFM um Käufer. Die Interessenten werden unverbindlich zur Abgabe eines bezifferten schriftlichen, zusatz- und bedingungsfreien Kaufpreisgebots aufgefordert.

Am 21. August 2013 hatte die Geschäftsführung von Autoliv Döbeln auf einer Belegschaftsversammlung die Entscheidung aus der Konzernzentrale in Stockholm verkündet: Der Autoliv-Konzern, ein weltweit operierender Hersteller von Sicherheitssystemen für Fahrzeuge, schließt das Döbelner Werk. 250 Mitarbeiter verloren ihren Job. Über eine Transfergesellschaft wurden die meisten zwischenzeitlich wieder in neue Arbeit gebracht, nachdem bei Döbelns drittgrößtem Arbeitgeber im Herbst 2014 die Lichter ausgingen. In den Werkhallen an der Eichbergstraße wurden pro Tag 3000 Sicherheitsgurte, 15 000 Höhenversteller, 4800 Gurtschlösser und 11 500 pyrotechnische Gurtstrammer montiert. Die Hälfte des Umsatzes im Döbelner Werk wurde mit BMW gemacht.

Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise hatte der Freistaat Sachsen Anfang 2015 den leeren Betrieb gekauft, um eine Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge einzurichten.

Von Thomas Sparrer

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