Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Döbeln Friederike wirbelt im Großweitzschener Haushalt
Region Döbeln Friederike wirbelt im Großweitzschener Haushalt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:50 29.04.2018
Der kommissarische Bürgermeister Jörg Burkert will den Bauhof punktuell stärken, die CDU-Fraktion im Gemeinderat fordert ein Gesamtkonzept für die nächsten Jahre. Quelle: Sven Bartsch
Anzeige
Großweitzschen

Mehr als drei Monate ist es nun her, dass Sturmtief Friederike wütete und auch im Altkreis Döbeln erhebliche Schäden hinterließ. Vieles ist inzwischen beseitigt, doch der Sturm wirbelt noch immer kräftig – im Großweitzschener Haushaltsplan für 2018. „Friederike hat uns im Januar arg geschädigt. Wir müssen in unserem Wohnhaus mit 24 Wohneinheiten Am Waldrand in Westewitz das Dach sanieren“, sagt der kommissarische Bürgermeister Jörg Burkert.

Wie viel dies kostet, wird derzeit beim Bauplaner ermittelt. Obwohl die Gebäudeversicherung einen Teil der Schadenssumme übernimmt, rechnet der Burkert mit einer höheren fünfstelligen Summe. Da es für die Sanierung von Wohnbauten keine Fördermittel gibt, muss die finanziell nicht gerade auf Rosen gebettete Gemeinde ihren Anteil gänzlich au eigener Tasche zahlen.

Insgesamt mehr als 100 000 Euro für Wohnbauten erwartet

Und die Dachsanierung ist noch nicht alles. Bei Begehungen vor Ort hat sich herausgestellt, dass die Schmutzwasserleitung des Hauses bis zum Übergabeschacht ebenfalls saniert werden muss. „Die Leitung stammt aus den 1970er Jahren, ist zum Teil zusammengebrochen und von Wurzeln beschädigt“, erklärt der Bürgermeister.

Nicht weit entfernt, in den beiden Wohnblöcken mit je 40 Wohneinheiten (WE) gibt es die nächste Baustelle: Hier muss jeweils die Regenwasserleitung komplett erneuert werden. „Da zu DDR-Zeiten Regen- und Schmutzwasserleitung zusammengelegt waren, hat es die Betonrohre zersetzt. Zum Teil sind sie nur noch Sand“, sagt Burkert. Für beide Leitungen zusammen rechnet er mit Kosten von rund 40 000 Euro. Insgesamt dürften für alle Reparaturen an den kommunalen Wohnbauten mehr als 100 000 Euro zusammenkommen.

Bauhof-Sanierung verschoben

Geld, dass der Gemeinde anderswo fehlt und den Investitionsstau verschärft. So sollte in diesem Jahr der Umbau des Bauhofs Mockritz angegangen werden, der in einem teils maroden Gebäude steckt. „Wir werden das verschieben, stattdessen nur in die Technik investieren“, sagte Burkert. Ein neuer Unimog ist bereits da. 40 000 Euro sind für weitere Ausstattung im Haushalt vorgesehen. Weitere 20 000 Euro stehen für Reparaturen am Gebäude bereit.

Darüber entbrannte in der Ratssitzung am Dienstagabend eine Debatte, als die Verwaltung den Planentwurf vorstellte. Sebastian Wloch (CDU) – Burkerts Gegenkandidat bei der Bürgermeisterwahl am 3. Juni – übte doppelt Kritik. „Die 40 000 Euro basieren auf einer Wunsch- nicht auf einer Inventarliste. Bevor wir etwas neu kaufen, müssen zunächst die Prioritäten aufgestellt werden“, sagte er der DAZ.

CDU will Geld in Stromeinsparungen in Kita Mockritz stecken

Die Liste liege inzwischen vor. Mit dem Bauausschuss ist eine Vor-Ort-Begehung geplant. Dabei geht es auch um die bauliche Hülle. Wloch kritisiert, dass 20 000 Euro in die Heizung des Bauhofs gesteckt werden sollen, bevor ein Plan für die Sanierung des Gebäudes steht. „Wir müssen ein Gesamtkonzept erstellen. Wir haben schon zwei Jahre lang Geld dort investiert. So weiterzumachen ist nicht sinnvoll, wenn wir die Investitionen am Ende wieder zurückbauen“, meint er.

Stattdessen könnten die 20 000 Euro nachhaltiger in die Senkung der Betriebskosten der Kita Mockritz gesteckt werden. „Wir haben dort einen sehr hohen Stromverbrauch. Das liegt auch daran, dass die Decke des Obergeschosses keine Dämmung zum Dach hin aufweist. Dort heizen wir den Dachboden und das Umland. Das könnte man beheben und es bliebe noch Geld übrig, um Energiesparlampen einzusetzen“, erklärte er.

Einig sind sich Rat und Verwaltung, dass der Haushaltsplan bis Ende Mai beschlussfähig sein soll. In der Sitzung im Juni könnte er verabschiedet werden.

Von Sebastian Fink

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Döbeln Herrchen in Finsterwalde verstorben - Tierheim Leisnig sucht zweibeinigen Gefährten

Mischlingsrüde Rex blieb tagelang unversorgt: Der Tod seines Herrchens war unbemerkt geblieben. Leisnig nahm den Hund aus Finsterwalde auf, half auch schon nach einem Fall krankhaften Tiere-Sammelns einem auswärtigen Tierschutzverein. Das hat verschiedene Gründe.

27.04.2018

Knapp drei Jahre ist die Leisniger Männertagsschlägerei jetzt her. Nun hat sie erneut die Justiz beschäftigt. Ein Leipziger wehrte sich im Landgericht Chemnitz erfolgreich gegen das Urteil aus erster Instanz. Mit einem Freispruch ging er aber nicht heim.

29.04.2018

„Döbeln brummt“ heißt das neue Motto für den 23. Döbelner Autofrühling. Die Traditionsveranstaltung des Döbelner Stadtwerberinges und der DAZ steigt wieder am 5. Mai in Döbelns Innenstadt.

26.04.2018
Anzeige