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Friedhof im Wandel: in Roßwein entsteht zweiter Ruhegarten

Letzte Ruhe Friedhof im Wandel: in Roßwein entsteht zweiter Ruhegarten

Der nun schon zweite Ruhegarten auf dem Roßweiner Friedhof wird in zwei Wochen am Volkstrauertag eröffnet. Es handelt sich dabei um ein besonderes Grabangebot für die Urnenbestattung. Die extra gestaltete Anlage ist neben der bereits vorhandenen oberhalb der Friedhofskapelle entstanden.

Friedhofsverwalter Matthias Fritz sowie Jörg Senf und Clemens Beyer vollenden den zweiten Ruhegarten.

Quelle: Sven Bartsch

Rosswein. Der nun schon zweite Ruhegarten auf dem Roßweiner Friedhof wird in zwei Wochen am Volkstrauertag eröffnet. Es handelt sich dabei um ein besonderes Grabangebot für die Urnenbestattung. Die extra gestaltete Anlage ist neben der bereits vorhandenen oberhalb der Friedhofskapelle entstanden.

„Die Friedhofskultur befindet sich im Umbruch. Gemeinschaftliche Anlagen, die das Friedhofspersonal pflegt, sind immer stärker nachgefragt. Im Gegensatz dazu geht der Bedarf an klassischen Grabstellen immer deutlicher zurück“, erklärt Matthias Fritz, Verwalter des kirchlichen Friedhofs in Roßwein. Für diesen Wandel gibt es verschiedene Gründe: die Angehörigen wohnen häufig nicht mehr dort, wo sich die Grabstelle befindet; Familienverbände an einem Ort, wie sie früher die Regel waren, gibt es nicht mehr so häufig. Auch deshalb besteht mehr denn je der Wunsch, sich besser abzusichern, zum Beispiel was die Grabpflege betrifft. Im Ruhegarten ist die gärtnerische Pflege der Grabstätte über die gesamte Nutzungszeit fester Bestandteil des Angebotes. „Die Angehörigen sind damit von der Sorge, selbst pflegen zu müssen, entlastet und haben doch die Möglichkeit, eine Blumenschale und einen Strauß als persönliche Geste ans Grab zu stellen“, erklärt Friedhofsmeister Matthias Fritz. Kirchgemeinden wie die Roßweiner stellen sich dieser neuen Situation ebenso wie die Landeskirche. Nicht zuletzt, um den kirchlichen Friedhof zu erhalten und dem Konkurrenzdruck, beispielsweise durch kommunale oder private Einrichtungen, einigermaßen stand zu halten. „Ohne das Gesamtbild zu zerstören, muss der Friedhof deutlich pflegeleichter werden“, sagt der Verwalter, auch mit Blick auf den personellen Aufwand.

Der erste Ruhegarten mit 27 Grabstellen, die jeweils Platz für bis zu zwei Urnen bieten, war im Mai des vorigen Jahres eröffnet worden. Er ist schon jetzt vollständig belegt. Angelegt hatte ihn Friedhofsmitarbeiter Jörg Senf ganz allein. Für den zweiten Ruhegarten ist ein Fachbetrieb für Garten- und Landschaftsbau beauftragt worden. Dieser legte nach Vorgaben des Friedhofsmeisters das Grundgerüst mit Wegen, Grabflächen und Abgrenzungssteinen an. Die Roßweiner Friedhofsmitarbeiter vollenden die Anlage, füllen Erde auf, verlegen die Grabsteine und bepflanzen. Der neue Ruhegarten, der über etwa 50 Plätze für je zwei Urnen verfügt, besteht aus drei Bestattungsfeldern, in die Mitte wird noch ein Baum gesetzt. Wer sich als Angehöriger dafür entscheidet, erhält ein „Gesamtpaket“, das das Grabmal mit Stein, die Unterhaltung und Pflege beinhaltet. Matthias Fritz: „Wenn innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeit von 20 Jahren ein weiterer Angehöriger verstirbt, kann dieser mit in dem Urnengrab beigesetzt werden.“

Für die letzte Ruhe gibt es auf dem Roßweiner Friedhof außer den herkömmlichen Grabformen ein Kolumbarium. Das ist eine Urnenwand mit 30 Kammern für je zwei Urnen für Paare. Es sind auch Gemeinschaftsgräber möglich, die Platz für zehn bis zwölf Urnen bieten. Deren Nachteil ist, dass später versterbende Partner nicht im gleichen Grabfeld bestattet werden können. Der Friedhofsverwalter: „Für viele ist das ein mentales Problem, was man auch verstehen kann.“ Der Ruhegarten ist eine Alternative dazu.

Von Olaf Büchel

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