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Frischekur für Flemmingener Bach: Abwasser künftig abgeleitet

Abwasserzweckverband baut in Hartha Frischekur für Flemmingener Bach: Abwasser künftig abgeleitet

Rund 1,6 Millionen Euro nimmt der Abwasserzweckverband „Untere Zschopau“ in die Hand, um das Kanalsystem in Hartha von der Kläranlage über die August-Bebel-Straße bis hin zur Pestalozzistraße zu erneuern. Bisher wurde das Abwasser in den Flemmingener Bach geleitet. Damit soll nun Schluss sein.

Auf dem Areal der Fichtner Nutzfahrzeuge GmbH in Hartha wird ein neuer Bachkanal, durch den künftig das Bach- und Oberflächenwasser fließen soll, verlegt.

Quelle: Sven Bartsch

Hartha . Ein Großprojekt in Hartha hat der Abwasserzweckverband (AZV) „Untere Zschopau“ derzeit auf dem Tisch. Die Sanierung des Flemmingener Baches steht auf dem Plan. Der läuft zu einem Großteil unterhalb der Stadt entlang – verrohrt und kaum zugänglich. Zusätzlich arbeitet der AZV daran, dass Schmutz- und Bachwasser künftig getrennt voneinander abgeführt werden. Dazu ist ein Abwasserkanal nötig. In den Bach fließt bislang vor allem das Schmutzwasser aus dem südlichen Teil der Stadt. Ein Zustand, den es laut EU-Verordnung und der Novelle des sächsischen Wassergesetzes nicht mehr geben darf. Die Wasserbehörden Sachsens und Mittelsachsens hatten Abhilfe gefordert. Ziel ist die Verbesserung des Gewässerzustands.

Baufälliges Betonbauwerk

Derzeit laufen die Bauarbeiten auf dem Grundstück der Firma Fichtner Nutzfahrzeuge. Dort wird der neue Bachkanal, durch den künftig das Bach- und Oberflächenwasser fließen soll, verlegt. Zuvor wurde bereits auf dem Gelände der Kläranlage gebaut. In diesem Zusammenhang muss das alte Betonbauwerk aus dem Jahr 1890 erneuert werden. „Das ist baufällig“, erklärt Reiner Müller, Leiter Technik und Investitionen beim Abwasserzweckverband „Untere Zschopau“. Bis Ende November sollen die Arbeiten auf dem Gelände der Firma Fichtner Nutzfahrzeuge abgeschlossen sein, danach rückt der AZV in die August-Bebel-Straße vor.

Weil dort mit einer offenen Bauweise gebaut wird, ist eine Vollsperrung bis zur Sonnenstraße nötig. „Das alte Beton-Profil wird durch ein kreisrundes Stahlbetonrohr mit einem Durchmesser von 1,20 Meter ersetzt“, weiß Reiner Müller. Bis Mai 2017 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Die Bauarbeiten übernimmt die Reif Baugesellschaft aus Schkeuditz. „Die Aufträge werden für jeden einzelnen Bauabschnitt neu vergeben“, erklärt Müller.

Abwasserzweckverband investiert 1,6 Millionen Euro

Ist dieser Bauabschnitt geschafft, geht es – voraussichtlich im Mai nächsten Jahres – von der Sonnenstraße bis zur Pestalozzistraße weiter. „Auf dieser Strecke muss die Abwasserleitung verlegt werden. Danach folgt die Bachsanierung bis zur Pestalozzistraße.“ Eine offene Bauweise wird hier nicht erforderlich sein, denn das neue Rohr wird in den bestehenden Bachlauf eingesetzt. Trotzdem hat der AZV hier mit einer zusätzlichen Aufgabe zu rechnen, denn viele Hausanschlüsse müssen in diesem Bereich neu verlegt werden. Im Bereich Sonnenstraße entsteht außerdem ein völlig neues Sonderbauwerk. Das ist nötig, weil es dort zu einer Querung von Schmutzwassersammler der Sonnenstraße sowie anliegenenden Straßen und der Bachverrohrung der August-Bebel-Straße kommt. Für das komplexe Bauvorhaben zur Sanierung des Flemmingener Baches zwischen Kläranlage und Pestalozzistraße werden 1,86 Millionen Euro fällig. Die Summe wird als Hochwassermaßnahme zu 100 Prozent gefördert. Der Abwasserzweckverband „Untere Zschopau“ trägt aber die Kosten für die Abwasserkanalverlegung zwischen Steinaer Straße und Pestalozzistraße. Diese belaufen sich auf rund 1,6 Millionen.

Sind die Arbeiten abgeschlossen, will der AZV schließlich die Sanierung des Baches von Pestalozzistraße bis zum Reinhardtstal vornehmen. Dafür wurde jetzt eine Planung in Auftrag gegeben. „Die ist erforderlich, um Fördermittel zu beantragen“, weiß Reiner Müller. Erst dann kann überhaupt gebaut werden.

Von Stephanie Helm

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