Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Döbeln Fünftklässler entdecken ihr Jugendhaus
Region Döbeln Fünftklässler entdecken ihr Jugendhaus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:00 04.10.2018
Daumen hoch: Roßweins Fünftklässler durften das Jugendhaus checken. Was gefällt und was nicht? Der Ausflug dient auch der Beteiligung von Kindern. Quelle: Foto: Sven Bartsch
Rosswein

Dass es in Roßwein ein Jugendhaus gibt, ist hinlänglich bekannt. Sollte man meinen. Dass in diesem Haus nicht nur laute Musik gespielt wird, sondern fast täglich Angebote für Kinder und Jugendliche gemacht werden und dafür vom Verein und der Stadt zwei Sozialarbeiter bezahlt werden, wissen wahrscheinlich schon wesentlich weniger Roßweiner. Unter den Fünftklässlern der Geschwister-Scholl-Oberschule, die das Haus im Rahmen ihrer Erstbegegnung-Zeit besuchten, waren jedenfalls gerade mal zwei, die schon einmal da gewesen sind. Nicht viel mehr der insgesamt 26 Mädchen und Jungen hatten überhaupt schon etwas vom Roßweiner Jugendhaus gehört. Um das zu ändern und sich zukünftig ihrer Zielgruppe wieder mehr zu öffnen, haben die Jugendhaus-Leute die Köpfe zusammengesteckt – mit den Verantwortlichen aus der Schule und den Bürgerhaus-Mitarbeiterinnen. Letztere nämlich wollen auf keinen Fall ein paralleles Angebots-Universum aufbauen, wo es doch bereits eine Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche in der Stadt gibt. Aus diesem Grund, und weil gemäß des Paragrafen 47a der Sächsischen Gemeindeordnung Kinder und Jugendliche ein Recht darauf haben, bei Angelegenheiten, die sie und ihr Lebensumfeld betreffen, mitzureden, durften die Kinder das Jugendhaus unter die Lupe nehmen – schauen, was gefällt, was nicht und was sie vielleicht gern anders gestaltet hätten. Diesem ersten kleinen Projekt soll im Erfolgsfall ein ähnliches in größerem Rahmen folgen – dann als eine Art Stadtrallye, bei der Kinder und Jugendliche überhaupt erst einmal mitbekommen, was in ihrer Stadt eigentlich alles los ist.

Zwischenabnahme wird herbeigesehnt

Im Jugendhaus soll bald wieder mehr los sein. Momentan ist die vereinsgeführte Anlaufstelle immer noch Baustelle und nicht hundertprozentig nutzbar. Weil am letzten Sonnabend ein lang geplanter Arbeitseinsatz mit vielen Helfern über die Bühne ging, fehlten gestern auch ein paar Türen im Haus. Jene nämlich, welche durch neue Brandschutztüren ersetzt werden müssen (DAZ berichtete). Die Finanzierung steht inzwischen, Handwerker zu bekommen, ist für das Jugendhaus genauso schwer wie aktuell für alle anderen auch. Umso wichtiger ist die ehrenamtliche Arbeit. „Es waren Samstag viele Leute da, das wurde genutzt, um solche Dinge zu erledigen“, sagt Sozialarbeiterin Nicole Schröder, die genauso wie ihr Kollege Stev Buttler dem nächsten Zwischenabnahmetermin am 6. November sehnsüchtig entgegen schaut. Dann nämlich ist das Roßweiner Jugendhaus hoffentlich wieder hundertprozentig nutzbar und dann kann vielleicht endlich auch das Mampferia-Projekt richtig durchstarten. In der Küche muss nur noch eine Decke gestrichen werden, dann steht dem Einzug von Herd & Co nichts mehr im Weg. Das Café und die Kleinkunstbühne sind seit dem Einsatz am Sonnabend auch nutzbar, das Kinderzimmer schon länger.

Ergebnisse im Zukunftsworkshop vorstellen

Nicole Schröder und Stev Buttler stellten kurz vor, was im Jugendhaus zurzeit alles gemacht werden kann. Ob Tischkickern, Tischtennis, Schnacken, Basteln, Zocken, und zukünftig Kochen – all das ist möglich und noch viel mehr. „Tanzen, Disko, LAN-Party – das müsst ihr dann verhandeln“, regte Astrid Sommer vom Bürgerhaus-Team an. Das hatte den gestrigen Ausflug maßgeblich mit initiiert und vorbereitet. Mit einem Grundrissplan ausgestattet, in verschiedene Gruppen aufgeteilt und mit Aufgaben betraut, machten sich die Fünftklässler in die Spur durchs Haus. Welche Ecke finde ich toll, was gefällt mir nicht, was fehlt mir? Ob mit Mikrofon, um sich gegenseitig zu interviewen, Polaroidkameras oder Wertungsbuttons – die Ergebnisse werden zusammengetragen und ausgewertet. Auch im Zukunftsworkshop sollen sie vorgestellt werden. Aufgabe der Stadt wird es sein, so Franziska Riedel vom Bürgerhaus-Team, ein Instrument zu entwickeln, um die Interessen von Kindern und Jugendlichen berücksichtigen zu können. Das könnte ein Jugendstadtrat sein, oder auch eine Schülervertretung als Verbindung zur Stadt.

Von Manuela Engelmann-Bunk

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Eric Laudel und Heghine Farmanyan übernehmen die Eisbar und Creperie in Döbeln nach dem schicksalhaften Abschied der Vorbesitzer.

04.10.2018

Nach dem Unfall auf der Bundesstraße B 169 bei Ostrau ist ein weiteres Todesopfer zu beklagen: Nun ist auch der Lkw-Fahrer verstorben. Es handelt sich um den mutmaßlichen Unfallverursacher.

05.10.2018

Zur Feier in Hartha zum Tag der Einheit gibt es zwei Grußworte vom Landesvater Michael Kretzschmer. Zuvor fallen zum Festgottesdienst in der Kirche unliebsame Sätze.

04.10.2018