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Döbeln Für Döbelner Historiker ist der Hattrick perfekt
Region Döbeln Für Döbelner Historiker ist der Hattrick perfekt
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21:57 15.12.2011
Stolz und glücklich: Sebastian Höhme gestern nach der Preisverleihung in Leipzig. Quelle: Westend

Der junge Mann hatte sich als Schüler des Lessing-Gymnasiums intensiv mit dem Schicksal der beiden jüdischen Familien Glasberg und Gutherz aus Döbeln während der Zeit der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus sowie der Nachkriegszeit auseinandergesetzt. "Nach weit ausgreifenden akribischen Recherchen hat er eine umfangreiche und eindrucksvolle dokumentarische Darstellung über Diskriminierung, Verfolgung und Vernichtung jüdischen Lebens vorgelegt", heißt es in der Begründung für die Preisvergabe. Die Arbeit diente zugleich als Grundlage für eine Ausstellung im Döbelner Stadtmuseum. Die Juroren heben in ihrer Bewertung hervor, dass Sebastian Höhme seine Erkenntnisse aus zahlreichen, bisher unbekannten und teilweise persönlichen Dokumenten erlangte, er den Text lebendig geschrieben hat und eine "erstaunlich sichere Handhabung wissenschaftlicher Arbeitsweisen" an den Tag legte.

Sebastian Höhme siegte in der mit 500 Euro dotierten Kategorie Jugendsonderpreis des Wettbewerbs, der sich an so genannte Hobbyhistoriker richtet. Dieser Begriff mag ein wenig unpopulär klingen: "Die Bewerber haben längst das Gegenteil bewiesen, denn viele haben intensive wissenschaftliche Arbeit geleistet", betont der Juryvorsitzende Manfred Straub. Der Professor war bis zu seinem Ruhestand im Fachbereich Geschichte der Universität Leipzig tätig. Jener Wettbewerb um den Jahresring, an dem sich diesmal 131 Menschen beteiligten, habe sich längst in Mitteldeutschland etabliert - vor allem dank der Qualität der eingereichten Beiträge. "Die Freizeithistoriker arbeiten meist unbeachtet und ohne finanzielle Unterstützung akribisch die Geschichte Mitteldeutschlands auf", lobte der Chef der Ur-Krostitzer-Brauerei Wolfgang Welter: "Dieses Engagement wollen wir würdigen und bestärken." Das mag für eine Brauerei ungewöhnlich sein. Doch der Preis wird mittlerweile seit 2004 unter dem Motto "Zukunft braucht Herkunft" vergeben.

Bereits im Juni dieses Jahres wurde Höhme, der mittlerweile an der Uni Leipzig studiert, Landessieger beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten. Ende Oktober folgte dann die zweite Auszeichnung. Der Döbelner hatte in Dresden für seine Arbeit einen von vier Schülerpreisen des Sächsischen Landespreises für Heimatforschung erhalten.

O. Büchel/M.Orbeck

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