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Döbeln Für die Demokratie baden gehen
Region Döbeln Für die Demokratie baden gehen
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23:51 11.04.2013
Großer Bahnhof in der Schwimmhalle: Gestern sahen sich die Organisatoren der Großveranstaltung "Schwimmen für Demokratie und Toleranz" im Döbelner Stadtbad um. Staatssekretär Dr. Michael Wilhelm (4.v.l.) begrüßte die Organisatoren von Stadtverwaltung, Kreissparkasse Döbeln, Schwimmverband, Landkreis Mittelsachsen, Schwimmverein Döbeln und Badbetreiber sowie der sächsischen Polizei.

"Nach Eilenburg und Oschatz im Landkreis Nordsachsen 2010, Zwickau im Jahr 2011 und Plauen im vergangenen Jahr ist Döbeln in diesem Jahr die vierte Gastgeberstadt für den Wettkampf. Und der soll zum einen für Demokratie und Toleranz aber auch für den sächsischen Schwimmsport werben", sagt Dr. Michael Wilhelm, Staatssekretär im Sächsischen Innenministerium. Er selbst ist zeitlebens aktiver Schwimmer und Leistungssportler gewesen und hob die Veranstaltung aus der Taufe. In Dr. Wolfgang Sperrling, dem Präsidenten des Sächsischen Schwimmverbandes und Achten beim Endlauf über 200 Meter Lagen bei der Olympiade 1972 in München, fand der Staatssekretär einen geeigneten Partner. "Die Veranstaltung soll jedes Jahr weiter wachsen und mehr Menschen schwimmend ins Wasser bringen", sagt Sperrling, dessen Verband mit 17 000 organisierten Schwimmern nach dem Fußballverband der zweitgrößte in Sachsen ist. "Der Stand der Vorbereitungen hier in Döbeln hat mich überzeugt. Es wird eine gelungene Veranstaltung", ist Dr. Michael Wilhelm sicher. Den Staffelstab als Ausrichter hatte Döbelns Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer (CDU) bereits am 15. September 2012 vom Plauener Oberbürgermeister übernommen. Nach der Siegerehrung in Döbeln wird er ihn an seinen Kamenzer Amtskollegen, als nächsten Ausrichter weitergeben.

Bis dahin sollen aber hunderte Menschen in Döbeln am 31. August von morgens 10 Uhr bis nachmittags 16 Uhr ihre Bahnen im Döbelner Freibad ziehen. 420 Schwimmer waren in Plauen am Start. Die Jüngste vier. Die Älteste 83. "Ich glaube, das Alter des ältesten Teilnehmers können wir toppen", sagt Simone Jentzsch, Vorsitzende des Döbelner Schwimmvereins 05, der in zwei Jahren 110 Jahre alt wird. Ihre Schwimmer übernehmen den Hauptteil der Organisation und sichern das Zählen der geschwommenen Bahnen ab. In Plauen waren 1064 Kilometer und 300 Meter zusammen gekommen. "Doch es geht nicht um Rekorde. Es soll kein Wettkampf werden. Wir wollen lieber so viele Menschen wie möglich zum Schwimmen bringen und damit ein Zeichen gegen Extremismus setzen", so der Staatssekretär. "Bei schönem Wetter sollte es kein Problem werden, viele Schwimmer auf die Beine und ins Wasser zu bringen", sagt Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer. "Und bei schlechtem Wetter fällt uns auch eine Lösung ein, vielleicht in Verbindung von Freibad und Schwimmhalle", ergänzt Döbelns Badleiter Lutz Liebmann.

Die Kreissparkasse Döbeln spendiert für jeden aktiven Teilnehmer ein entsprechendes T-Shirt, mit dem ebenfalls für Demokratie und Toleranz Flagge gezeigt werden kann. Das Stadtbad ist an diesem Tag ab 9 Uhr geöffnet. Die Veranstaltung wird um 9.45 Uhr eröffnet. Von 10 bis 16 Uhr können die Teilnehmer auf fünf Startbahnen im 50-Meter-Becken schwimmen. Ziel ist es, so viele Bahnen wie möglich für Demokratie und Toleranz zurückzulegen. Für die Sieger gibt es Pokale sowie eine Teilnehmerurkunde für alle.

Anmeldungen sind ab 29. April im Internet auf der Seite der Stadt Döbeln www.doebeln.de oder am Veranstaltungstag vor Ort möglich. Die Meldegebühr beträgt zwei Euro. Dafür gibt es eine Startkarte und das T-Shirt. Geschwommen werden kann eine Strecke am Stück oder über den Tag verteilt. Als Nachweis dient die Startkarte.

Heute leben in der Bundesrepublik nach verschiedenen Schätzungen etwa 80 000 bis 120 000 Sinti und Roma, die landläufig und in der Regel diskriminierend als "Zigeuner" und von Behörden oft vorurteilsvoll mit dem alten Nazibegriff als "Landfahrer" bezeichnet werden. Sinti und Roma sind ein Volk mit eigener Sprache, Geschichte und Kultur.

Roma und Sinti leben heute fern von ihrer Urheimat, dem indischen Punjab, einem Gebiet im nordwestlichen Indien und östlichen Pakistan. Von dort verschleppten die Araber bei ihren Eroberungsfeldzügen im 9. und 10. Jahrhundert die Bewohner, um sie als Sklaven und Soldaten gegen die oströmischen Legionen ins Feld zu schicken. Im 11. Jahrhundert nahmen die Moslems bei ihren Feldzügen weitere 500 000 Zigeuner als Gefangene mit. Die meisten wurden als Sklaven auf den Balkan gebracht.

Vor ungefähr 1000 Jahren - zu den Zeiten der Völkerwanderung - wanderten Vorfahren der Sinti und Roma auch aus dem Nordwesten Indiens über Persien, Armenien und das griechisch besiedelte Kleinasien nach Europa. Die Vorfahren der deutschen Sinti lebten bereits seit dem Jahre 1400 in Mitteleuropa. Seit jeher werden sie von Vorurteilen begleitet.

Thomas Sparrer

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