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Für ein selbst bestimmtes Leben: Heim der Lebenshilfe in Hartha

Für ein selbst bestimmtes Leben: Heim der Lebenshilfe in Hartha

Im Wohngebiet an der Straße des Friedens in Hartha liegt das Wohnheim der Lebenshilfe als ein idyllisches Fleckchen im Grünen. Den Gast begrüßt ein freundlicher Bewohner am Zaun: "Sie müssen ums Haus herumgehen, dort ist der Eingang.

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Im Snoozelen-Raum gibt es Entspannung pur. Heimbewohner führen ihn gern ihren Gästen vor, die sich wie gestern in der Einrichtung umsehen. Möbel und Wände sind hier weiß. Ein Projektor wirft vorbeiziehende Wolken an eine Wand. Hier werden zum Beispiel Geschichten vorgelesen.

Quelle: Sven Bartsch

Hartha. Manche kamen aus Westewitz-Hochweitzschen nach Hartha. "Nach und nach gelangen aber auch Bewohner zu uns, die bisher in ihren Familien gepflegt wurden, deren Eltern das aus Altersgründen nicht mehr schaffen oder verstorben sind. Die Menschen müssen aufgefangen werden", sagt Angelika Mulde, "der Schritt in das Wohnheim sollte gut vorbereitet sein." Eingebunden sind viele Ämter und der Kommunale Sozialverband. Manche der Bewohner bekommen Pflegegeld, andere sind Rentner oder müssen Sozialhilfe und Wohngeld beantragen - das sind Anforderungen, denen die zu Betreuenden intellektuell nicht gewachsen sind.

Im Anbau, der 2008 in Hartha dazukam, wohnen 16 Menschen, die nicht in einer beschützten Werkstatt arbeiten können. Ihnen wird eine tagesstrukturierende Ganztagsbetreuung angeboten, den Werkstattarbeitern hingegen ein familienähnlicher Tagesablauf: Kommen sie nach ihrem vollen Arbeitstag nach Hause, bleiben alle noch ein Weilchen beisammen, trinken einen Kaffee und reden über das, was sie an dem Tag erlebt haben. Sie waschen ihre Brotdosen ab. Erst dann kann jeder seine Zeit verbringen, wie er möchte. "Wie bei nicht behinderten Menschen gibt es ein Mitteilungsbedürfnis, aber den Wunsch, in Ruhe gelassen zu werden", sagt Angelika Mulde. Gemeinschaft will erlernt und gepflegt werden. Das wird den Bewohnern stetig abverlangt. In der Küche gilt ein Dienstplan. So weit es die Männer und Frauen mittragen können, übernehmen sie Verantwortung.

Zwischen 19 und 62 Jahren sind die Bewohner des Harthaer Lebenshilfe-Heims alt. Das selbstbestimmte Leben erstreckt sich für sie darauf, dass sie sich beispielsweise ihre Kleidung selbst aussuchen, an den angebotenen Beschäftigungen und Zirkeln wie Tanzen, Singen oder Fußball teilnehmen können, dies aber nicht müssen. Nach einem entsprechenden Training gehen sie manche Sachen von ihrem eigenen Taschengeld einkaufen.

Einmal im Jahr fahren alle gemeinsam in den Urlaub, mal in den Bayrischen Wald, mal nach Österreich. "Das ist ein echter Höhepunkt", weiß Angelika Mulde, "denn dann dürfen jene während die Urlaubstage in einem Zimmer übernachten, die sich bei uns zu Paaren zusammengefunden haben." Im Heim werde nicht zusammen gewohnt. Ja, es würden sich auch Heimbewohner ineinander verlieben. "Das dürften sie auch." Ist der Urlaub im gemeinsamen Zimmer vorbei, sei mancher froh, zu Hause wieder in seinen vier Wänden für sich zu sein. "Es gibt vieles, worin sich geistig behinderte Menschen nicht sehr von Nichtbehinderten unterscheiden." Steffi Robak

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